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17/11/2015 10:29 CET | Aktualisiert 07/06/2017 07:12 CEST

Das müsst ihr über Lungenentzündung wissen

JAMIE GRILL VIA GETTY IMAGES

Wenn die Rede von Pneumokokken ist, sind die meisten Menschen ratlos. Fällt dann der Begriff Lungenentzündung, kann die Thematik schon besser eingestuft werden. Jährlich sterben weltweit rund zwei Millionen Menschen an dieser Erkrankung.

In Deutschland sind es jedes Jahr etwa 20.000 Menschen. Die meisten von ihnen sind Kinder unter fünf Jahre. Kleinkinder sind besonders anfällig für eine Pneumokokken-Entzündung, weil ihr Immunsystem noch nicht vollständig ausgebildet und gestärkt ist.

Doch nicht nur Kinder, sondern auch andere Menschen fallen der Lungenentzündung immer wieder zum Opfer. Wer sich schützen will, kann sich gegen die Krankheit impfen lassen, muss die Kosten aber meist selbst übernehmen.

Was ist eine Lungenentzündung?

Die Krankheit Lungenentzündung wird häufig auch als Pneumonie bezeichnet. Sie tritt meist infolge einer Infektion der Lungenbläschen durch Bakterien (den Pneumokokken), seltener auch Viren, Pilze oder Parasiten auf. Wenn die Krankheit rechtzeitig erkannt und behandelt wird, werden betroffene Patienten meist innerhalb von zwei bis drei Wochen wieder gesund.

Problematisch wird es hingegen, wenn die Lungenentzündung unentdeckt bleibt oder bestimmte Risiko-Gruppen betroffenen sind. Zu den Menschen, für die eine Lungenentzündung gefährlich ist, gehören:

  • Kinder
  • Senioren
  • Menschen mit einer chronischen Lungenerkrankung
  • Menschen mit Diabetes
  • Menschen mit Infektionskrankheiten

Wenn der Mensch unter einer Pneumonie leidet, dann sind die Lungenbläschen sowie das dazwischenliegende Lungengewebe geschädigt. Wenn die Pneumonie bakteriell ist, kommt es zum Bildung von eitrigem Material in der Lunge sowie Wassereinlagerungen. Es kommt dann zum erschwerten Austausch der Atemgase.

Die Ursachen für eine Lungenentzündung

Wie bereits erwähnt, wird eine Pneumonie in erster Linie durch Bakterien hervorgerufen. Nur selten sind die Auslöser Viren, Pilze oder Parasiten. Eine Lungenentzündung kann jedoch auch auf anderen Wegen entstehen, beispielsweise wenn der Betroffene toxische Gase oder Stäube einatmet.

Weitere Auslöser für eine Lungenentzündung sind:

  • Ausgeprägte Durchblutungsstörung bestimmter Lungenabschnitte
  • Fremdkörper in der Lunge
  • Tumore

Dementsprechend entsteht eine Lungenentzündung entweder durch Übertragung der Krankheitserregung (über Tröpfchen, sprich Körperflüssigkeiten) oder die Einwirkung externer Faktoren.

Symptome der Lungenentzündung im Überblick

Oftmals wird eine Lungenentzündung als solche erst gar nicht erkannt. Das liegt daran, dass ihre Symptome der einer Grippe sehr ähnlich sind. Hinzukommt, dass manche Symptome, die als sehr typisch für die Pneumonie gelten, oftmals nicht auftreten. Aus diesem Grund wird auch von der typischen und atypischen Lungenentzündung gesprochen.

Symptome der Lungenentzündung sind:

  • Fieber
  • Atembeschwerden
  • Rasselnder Husten
  • Schmerzen beim Husten
  • Schüttelfrost
  • Rostbrauner Auswurf

Die Pneumokokken-Impfung

Wer sich gegen die Lungenentzündung schützen will, kann dies zumindest teilweise mit der Pneumokokken-Impfung tun. Wie es der Name bereits vermuten lässt, schützt die Impfung den Körper von den gleichnamigen Bakterien. Andere Krankheitserreger wie Pilze oder äußere Einflüsse können dadurch jedoch nicht bekämpft werden.

Das gute an der Pneumokokken-Impfung ist allerdings, dass diese nicht nur gegen Lungenentzündung, sondern auch weitere Erkrankungen hilft, die durch die Bakterien hervorgerufen werden. Hierzu gehören:

  • Mittelohrentzündung
  • Hirnhautentzündung
  • Nasennebenhöhlenentzündung
  • Hornhautentzündung
  • Herzmuskelentzündung

Übrigens: Hat ein Mensch eine Lungenentzündung oder eine der anderen Pneumokokken-Erkrankungen überstanden, bedeutet das nicht, dass der Körper nun immun gegen die Bakterien ist. Es kann auch danach immer wieder zu einer Erkrankung kommen.

Die Pneumokokken-Impfung im Überblick:

  • Gute Verträglichkeit
  • Das ganze Jahr über verfügbar
  • Muss alle 5 bis 6 Jahre aufgefrischt werden
  • Teilweise Kosten-Übernahme durch die Krankenkassen

Zu guter Letzt soll nun noch die eingangs gestellt Frage beantwortet werden: Für wen ist die Pneumokokken-Impfung sinnvoll? Generell sollten sich alle Menschen impfen lassen, die zu den oben genannten Risiko-Gruppen gehören, also:

  • Menschen über 60 Jahren
  • (Klein-)Kinder
  • Menschen mit chronischen und Immunkrankheiten, zum Beispiel Asthma, Diabetes und AIDS

Alle anderen Menschen müssen sich die Pneumokokken-Impfung nicht geben lassen, weil ihr Immunsystem stark genug ist, um es allein mit den Bakterien aufzunehmen.

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