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17/11/2015 04:40 CET | Aktualisiert 11/04/2017 08:05 CEST

Jeden Tag frage ich mich: Habe ich Dich heute genug geliebt?

Julia Wheeler and Veronika Laws via Getty Images

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Habe ich Dich heute genug geliebt?

Die Sonne geht unter. Wir haben das letzte Lied zusammen gesungen, das letzte Buch gelesen, und ich habe Dich zum siebzehnten Mal ins Bett gebracht. Der Tag neigt sich dem Ende zu, und ich atme erleichtert tief durch.

Den ganzen Tag freue ich mich auf das Zubettgehen. Noch zwei Stunden. Noch eine. Eine halbe Stunde. Zehn Minuten. Sobald Du im Bett bist, fängt das Putzen an. Ich hebe die Spielsachen auf, wische die Arbeitsflächen ab, spüle das Geschirr und lege die Wäsche zusammen. Dann beginnt der gemütliche Teil.

Ich ziehe mir die Jogginghose an und greife mir einen Snack. Zeit für Netflix. Dann kuschle ich

mit Deinem Papa. Schließlich ist es Zeit für mich, zu Bett zu gehen. Ich stelle den Fernseher aus, klettere ins Bett und kurz bevor mein Kopf das Kissen berührt, frage ich mich:

„Habe ich Dich heute genug geliebt?"

Weißt Du, der Tag geht so schnell vorbei, aber die einzelnen Augenblicke hängen so lange nach. Ich weiß, Du verstehst nicht, weshalb mich die Art und Weise, wie Du meinen Namen aussprichst, in den Wahnsinn treibt. Ich weiß, dass es Dich frustriert, wenn sich die Pläne ändern, Leute absagen und nichts funktioniert.

Ich weiß, dass Du es nicht magst, wenn ich vergesse, Dein Brot zu toasten, bevor ich es mit Erdnussbutter bestreiche. Ich versuche nicht böse zu sein, wenn Du Dich auf den Kopf Deiner kleinen Schwester setzt. Zweimal. In zwei Minuten.

Aber die Wahrheit ist, dass ich scheitere. Immer wieder. Ich klappe zusammen. Ich weine. Ich schicke Deinem Papa eine wütende SMS nach der anderen und drohe mit einer Meuterei. Ich bin traurig und kann nicht sagen, warum. Ich bin wütend und es fällt mir schwer, das zu verbergen. Ich fühle mich einsam, unsicher und bin frustriert und manchmal sage ich Dinge, die ich nicht zurücknehmen kann.

„Hey, das hast Du toll gemacht heute!"

Wenn also der Tag zu Ende geht, der Tag, den ich nie wieder mit Dir zusammen erleben darf, dann gehe ich noch einmal die Details durch, das Gute und das weniger Gute, und ich frage mich, ob Du Dich geliebt gefühlt hast.

Sobald Du im Bett bist und tief und fest schläfst, vergesse ich fast, wie hart der Tag für mich war. In dem entsprechenden Moment ist das Chaos so wirklich, aber wenn es vorbei ist, dann ist es vorbei. Ich will Dich aufwecken und Dir sagen: „Hey, das hast Du toll gemacht heute!"

Ich hoffe, dass ich Dich heute genug geliebt habe. Ich hoffe, dass Du jeden Tag weißt, dass Du geliebt wirst und dass nichts, das Du tust oder sagst das ändern kann. Ich hoffe, dass Du durch meine Tränen und meine Frustration hindurchsiehst und weißt, dass ich stolz auf Dich bin.

Du bist das Beste was ich je zustande gebracht habe. Ich liebe Dich von ganzem Herzen und hoffe, dass Du das immer weißt. Nicht nur auf lange Sicht, sondern an jedem einzelnen frustrierenden Tag.

Habe ich Dich heute genug geliebt, Kleiner? Ich hoffe es.

Dieser Blog-Post erschien zunächst auf kristenlavalley.com und wurde von Cornelia Lüttmann aus dem Englischen übersetzt.

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