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16/01/2016 11:05 CET | Aktualisiert 16/01/2017 06:12 CET

Ich kann dir die Armlänge auch mal auf den Rücken drehen

dpa

Ich würde gerne eine Armlänge Abstand nehmen - zu allem hier. Denn mit dem, was passiert, bin ich nicht mehr einverstanden. Es finden organisierte Verbrechen statt, es häufen sich sexuelle Übergriffe von vielleicht oder auch nicht Asylbeantragenden. Ob Asyl oder nicht: es müssen Konsequenzen folgen.

Bisher sind die Konsequenzen, dass die große Zahl erstatteter Anzeigen gelobt wurde. Das kann die aufgeheizten Gemüter im Land aber nicht besänftigen. Auch ich bin mittlerweile der Meinung: wenn sich Asylsuchende in Deutschland organisiert kriminell benehmen, gehören diese ausgewiesen. So schlimm kann's in ihrem Herkunftsland ja dann nicht sein.

Ich bin nicht für rechte Bürgerwehren. Aber ich kann sie gut verstehen. Natürlich ist es keine Lösung, aufgrund von widersprüchlicher Berichterstattung jetzt einfach mal alle Nordafrikaner zu verprügeln. Aber sicher fühl ich mich auch nicht mehr. Man will halt irgendetwas tun. Dass die Polizei überfordert ist, hört man jetzt ja öfter.

Daran ändert auch nichts, dass man den Polizeipräsidenten in einstweiligen Ruhestand versetzt hat. Pfefferspray und Elektroschocker sind flächendeckend ausverkauft. Kann ich auch gut verstehen, auch wenn ich selbst so etwas nicht besitze. Ich hätte Sorge, dass man es mir zu leicht abnimmt und gegen mich selbst einsetzt.

Ich soll jetzt eine Armlänge Abstand halten - ich bin schließlich eine Frau. Ich kann ja noch von Glück reden, dass ich keine großen Brüste habe.

Aber ich trage gerne Hotpants - ich Freiwild. Als nächstes soll ich wahrscheinlich nur noch lange Hosen tragen. Kurze Haare hab ich schon. Vielleicht hält man mich demnächst für einen Mann? Ich bin ziemlich groß... Dann bin ich bestimmt safe.

Vielleicht ist der nächste grandiose Vorschlag eine Burka? Nur als vorübergehende Vorsichtsmaßnahme natürlich. Vor allem, wenn ich mal wieder in Bornheim schwimmen gehen will. Das ist ja dann auch nur ein gut gemeinter Ratschlag, da stellt dann auch niemand die Frage nach der Rechtsgrundlage. Wer es nicht weiß:

Zurzeit dürfen in Bornheim männliche Asylbewerber nicht ins städtische Hallenbad. Die Stadt habe ihnen den Zugang verboten, weil sich immer mehr Besucherinnen und Angestellte über sexuelle Belästigungen durch Männer aus der Asylbewerberunterkunft beschwert hätten, sagte Sozialdezernent Markus Schnapka. Dabei habe es sich nicht um Straftaten gehandelt.

http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2016-01/bornheim-schwimmbad-asylbewerber-verbot

Macht mich schon ziemlich wütend, diese Formulierung. Ich hätte gerne umfangreiche Aufklärungsartikel, ab wann und wie sexuelle Belästigung als Straftat geahndet wird und tatsächliche Konsequenzen für den Täter folgen. Denn was bisher zu mir durchsickert ist der leise Hinweis, man hätte ja auch eine Armlänge Abstand halten können.

Wenn mir jemand auf den Hintern klatscht oder an die Brüste grabscht, will ich das Recht haben, mich zu wehren.

Aber wenn ich jemandem, der mich sexuell belästigt, seine Armlänge auf den Rücken drehe, und ihn solange festhalte, bis die Polizei eintrifft - dann muss ich mich vermutlich wegen Freiheitsberaubung verantworten. Ist das gerecht?

Als ein geistig verwirrter Lufthansa-Passagier letztens während des Fluges versuchte, die Flugzeugtür zu öffnen, folgten Artikel, ob und wie sowas überhaupt möglich ist. Als die Germanwings-Maschine zum Absturz gebracht wurde, folgten Artikel, wie die Höhenmessung in Flugzeugen und wie Blackboxen funktionieren. Wo bleibt jetzt sinnvolle Information? Zur Armlänge auf den Rücken drehen, zum Beispiel. Zur korrekten Anzeigeerstattung. Zum korrekten Binden eines Kopftuchs?

Über Ecken hab ich jetzt gehört, dass die Kölner Polizei auf der Domplatte jetzt Nordafrikaner beschützt. Wegen besagter Bürgerwehr. Hat den Nordafrikanern mal jemand geraten, eine Armlänge Abstand zu halten?

Hier geht es nicht mehr um den Ausländer, der uns in unserem Deutschland den Döner wegfrisst. Es geht nicht um den Türken/ den Araber/ den Afghanen / etc. der deutsche Frauen schwängert. Das ist Nationalsozialismus und hat in der Flüchtlingskrise (oder sonst irgendwo) nichts zu melden.

Hier geht es um kriminelle Banden, die asylbrauchende Flüchtlinge als Trittbrett benutzen, um in unser Land zu kommen und hier organisiert Straftaten zu begehen. Und die gehören vor die Tür. Sonst machen wir uns die Willkommenskultur selbst kaputt. Und unser Land gleich mit.

Nach Übergriffen in Köln: Polizei setzt 10.000 Euro Belohnung für Hinweise auf Täter aus

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