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24/10/2013 10:56 CEST | Aktualisiert 24/12/2013 06:12 CET

Die Wahrheit über Diäten und drei Tipps, um sie zu verkraften

Jeder hat sich schon mal mit dem Schauspiel „abnehmen" auseinandergesetzt (seien Sie mal ehrlich!) und immer spielt eine Frage die Hauptrolle: Welche Diät bringt's denn wirklich? Dieser Artikel soll ein bisschen Licht ins Dunkel bringen und dem Theater ein Ende bereiten.

Aussehen und Schönheit sind zentrale Themen in unserem Leben. Sie begegnen uns heutzutage in jedem Schaufenster, im Fernsehen, Radio, in Zeitschriften. Wer in unserer Welt als „schön" gelten möchte, muss schlank sein (schon mal eine dicke Schaufensterpuppe gesehen?), Männer müssen ein Sixpack haben. Jeder kennt demnach auch die alte Leier vom überschüssigen Körperfett: Männer post 40, die morgens erschrocken vor dem Badspiegel feststellen, dass der Bauch schon mal straffer war, Bodybuilder vor der Bühnenshow und so gut wie jede Frau. Jeder hat sich schon mal mit dem Schauspiel „abnehmen" auseinandergesetzt (seien Sie mal ehrlich!) und immer spielt eine Frage die Hauptrolle: Welche Diät bringt's denn wirklich? Dieser Artikel soll ein bisschen Licht ins Dunkel bringen und dem Theater ein Ende bereiten.

Diäten gibt es wie Sand am Meer

• In einer Studie der VuMa („Was konsumierst du") aus dem Jahr 2009 gaben 36,5 Prozent der über 23.000 Teilnehmer an, dass Sie gerne abnehmen würden.

• In Deutschland ist jeder Dritte übergewichtig.

• 82 Prozent der Deutschen ab dem 16. Lebensjahr haben in den letzten 24 Monaten eine Diät gemacht.

Die Zahlen sprechen für sich. Das Thema "Übergewicht" ist aufgrund medialer Verbreitung mittlerweile jedem bekannt, auch diversen Industrien. Kein Wunder also, dass man heutzutage fast täglich auf Produkte stößt, die Versprechungen machen wie „Zehn Kilo in vier Wochen verlieren". Übrigens fallen diese Produkte in dieselbe Kategorie wie jene, die ein männliches Körperteil auf wundersame Art und Weise wachsen lassen, weil angeblich Wissenschaftler in Äthiopien plötzlich eine neuartige Knolle entdeckt haben und diese nun in Pillen extrahieren. Zurück zum Thema.

Produkte und Diäten, die uns schlanker und schöner machen wollen, schießen heutzutage wie Unkraut aus dem Boden und sorgen eher für Verblendung und Verwirrung, anstatt eine echte Hilfe zu sein. Weight Watchers, Paleo, FDH, Kohlsuppen-Diät, Atkins, Forever Young, Ayurveda, Glyx-Diät, Logi-Methode, Low-Fat, Mittelmeer-Diät, Nulldiät, Rohkost, South-Beach-Diät und Trennkost sind nur 15 Beispiele von Diäten, die einem heutzutage um die Ohren geschlagen werden. Wer soll da noch den Überblick behalten?

Kalorien entscheiden über Erfolg oder Niederlage

Tatsächlich haben alle (erfolgreichen) Diäten eines gemeinsam: ein Kaloriendefizit. Auch wenn viele dies nicht hören möchten, physiologisch gibt es keinen anderen Weg, wie Wikipedia belegt:

„Grundsätzlich kommt es zu einer Gewichtsreduktion, wenn dem Körper beim Stoffwechsel weniger Energie in Form von Nahrung und Getränken zugeführt wird, als durch Grundumsatz und körperliche Aktivität verbraucht werden, und dadurch eine negative Energiebilanz entsteht."

Es gibt zwei Möglichkeiten: Entweder man nimmt weniger Energie in Form von Nahrung zu sich, oder man verbraucht mehr Energie in Form von Bewegung. An dieser Stelle möchte ich Ihnen gleich ans Herz legen, dass es äußerst schwierig ist, überschüssige Energie durch Sport in ein Defizit zu verwandeln. Zur Veranschaulichung:

Ein Snickers-Riegel (57 Gramm) beinhaltet 276 Kalorien. Ein Mann mit 80 Kilogramm Körpergewicht verbraucht durch joggen innerhalb einer halben Stunde 280 Kalorien.

Das Beispiel verdeutlicht, warum ich bei der Beratung meiner Klienten zuerst an der Schraube der Ernährung drehe. Eine positive oder negative Kalorienbilanz ist entscheidend! Dies ist auch der Grund dafür, dass viele bei dem Vorhaben „Gewicht verlieren" scheitern: Man ist für zwei Wochen motiviert, denkt, das Problem mit Sport erschlagen zu können, und kapituliert nach drei bis vier Wochen, da sich nichts tut. Dabei vergisst man oft, dass 75 Prozent des Erfolgs von der Ernährung abhängig sind. Weitere ausschlaggebende Faktoren der Körperfett-Reduktion sind unter anderem Schlaf, Stress, Genetik und Stoffwechsel.

Welche Diät ist denn jetzt die beste?

Jede und keine. Die beste Diät ist diejenige, die auf Dauer umsetzbar ist, und das ist für jeden unterschiedlich. Einige Menschen kommen problemlos mit 24-stündigem Fasten klar, andere trauen sich gar nicht erst an diese Methode. Anderen wiederum fällt es leicht, auf Kohlenhydrate fast komplett zu verzichten, andere würden lieber sterben, als auf ihr geliebtes Brot am Morgen verzichten zu müssen. Dabei geht es nicht um die Geschwindigkeit, bis Erfolg sichtbar ist. Das Prinzip kann sowohl auf „Crash-Diäten" als auch Langzeit-Diäten transportiert werden, wobei ich generell von Crash-Diäten abrate, da die Gefahr eines Jo-Jo-Effekts ohne professionelle Betreuung immens ist. Wichtig ist, dass Sie Ihre Diät nach Ihren persönlich Vorzügen und der Umsetzbarkeit nach auswählen - dann wird sie auch funktionieren.

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Über Sixpack oder Bierbauch entscheidet auf lange Sicht die Kalorienbilanz und eine individuell passende Diät

Um Ihnen noch etwas an die Hand zu geben, finden Sie im Folgenden drei Tricks, mit denen Sie Ihre Kalorienbilanz negativ halten und Körperfett reduzieren können.

Drei Tipps und Tricks, um die Kalorienbilanz negativ zu halten

1. Fasten. Frühstück ist nicht die wichtigste Mahlzeit des Tages. „Humbug!" denken Sie jetzt. Aber versuchen Sie doch mal eine Woche lang, das Frühstück einfach ausfallen zu lassen. Sie werden merken, dass Sie sich besser fühlen. Auch Ihr Körperfett wird sinken, insofern Sie das Frühstück nicht mit Mittag- und Abendessen kompensieren. Auf die Vorteile des Fastens werde ich in einem Artikel gesondert eingehen.

2. Auswählen. Essen Sie mehr Lebensmittel mit hohem Volumen und niedriger Kalorienanzahl. Eine Gurke (normalerweise um die 400 Gramm) hat beispielsweise nur 48 Kalorien, während 400 Gramm Reis 1412 Kalorien haben. Rotes und grünes Gemüse ist hier das Mittel der Wahl, denn dies ist oftmals äußerst kalorienarm. Somit müssen Sie nicht hungern und sparen gleichzeitig Kalorien ein.

3. Aufschreiben. Sich aufzuschreiben, was man isst, verdeutlicht oftmals, wie viel man eigentlich zu sich nimmt. Hier ein kleiner Snack, da noch etwas Süßes und schon ist man im Kalorienüberschuss. Durch Aufschreiben reduziert man die Kalorienzufuhr oftmals ganz unbewusst. Dazu nehmen Sie am besten moderne Technologien wie Apps zur Hilfe.