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28/01/2017 07:32 CET | Aktualisiert 29/01/2018 06:12 CET

Auch der Traumjob ist kein Ponyhof

Thomas_EyeDesign via Getty Images

Ein Traumjob hier, ein Traumjob da. Die Möglichkeiten sind unendlich:

Als Journalistin die Hollywoodstars interviewen. Ein Hauch von Glamour genießen und den Schönen und Reichen ganz nah sein. Aber was, wenn die Berühmtheiten zickig sind und gar keine Lust haben, mit Ihnen zu reden?

Sie reisen gerne und denken sich manchmal: "Ach so als Stewardess hat man es ja auch schön. Die sehen schließlich die ganze Welt. In dem Job hätte ich mich auch gut gemacht." Ja, sicher. Aber hätten Sie auch noch so Spaß, wenn Sie ständig aus dem Koffer leben müssten und stets weit weg von der Familie zu sein?

Und selbst diese kreativen Bestsellerautoren sitzen leider nicht nur mit dem Laptop am Strand und tippen - auch sie haben Deadlines und nervige Korrekturschleifen.

Was für Sie persönlich einen Job wirklich traumhaft macht? Klar: Der Traum. Und der Job.

Den Traumjob definieren Sie selbst

Wenn Sie sich zwei Dinge anschauen, können Sie genau herausfinden, was dieses Wort Traumjob für Sie persönlich bedeutet.

Erstens: Ihre Leidenschaft

Haben Sie Freude an dem, was sie tagtäglich tun? Fällt es Ihnen leicht, in der Früh aus dem Bett zu springen und den neuen Arbeitstag anzupacken? Erzählen Sie gerne Ihrer Familie von Ihrem Tag und den Projekten, die gerade so anstehen?

Wenn Sie diese Punkte mit Ja beantworten können, gehen Sie mit Herzblut an Ihren Job ran. Und das ist doch der eigentliche Traum, den Sie in der Berufswelt leben können.

Zweitens: Ihre Einstellung

Es wird im Job immer Dinge geben, für oder durch die Menschen weniger Motivation aufbringen können. Lästige E-Mails beantworten zum Beispiel oder das Reporting für den Chef vorbereiten. Wer sich an diesen Punkten ständig aufhängt, würde sich die ansonsten freudige Einstellung zur Arbeit kaputt machen - und das kann überhandnehmen und ehe sie sich versehen, befinden sie sich in einer Negativspirale.

Sie entscheiden, ob Sie sich davon kaputt machen lassen. Wenn Sie lernen, mit den weniger schönen Aufgaben umzugehen, können Sie an der positiven Grundeinstellung zu Ihrem Job festhalten.

Die zweite Seite der Medaille

Ich zum Beispiel habe in meiner Tätigkeit die Erfüllung gefunden. Mir macht es viel Freude, Menschen zuzuhören, sie zu beraten und mit ihnen gemeinsam eine Lösung für ihre Probleme zu finden. Lästig für mich als Selbstständige ist nur diese blöde Buchhaltung. Die macht mir so gar keinen Spaß.

Doch sie muss gemacht werden. Also halte ich mir immer wieder vor Augen, dass es nun mal ein Part ist, der zu meiner Selbstständigkeit gehört, dass dieser Teil aber so gering ist im Vergleich zu dem, was meinen Tag ansonsten (er)füllt.

Mehr zum Thema: 10 Dinge, die ich gelernt habe, nachdem ich ohne Plan B meinen Job kündigte

Wenn Sie in Ihrem Job auch solche nervigen Aufgaben haben und Sie deswegen neidvoll auf die Traumjobs der anderen gucken, kann ich Ihnen raten: Schieben Sie die rosa Wölkchen vor den Berufen mit Aufschrift "Traumjob" beiseite und schauen Sie ohne die rosarote Brille noch einmal genau hin.

Wenn Sie sich fragen, wie es hinter den Kulissen der anderen wirklich aussieht, wird Ihnen auffallen: Jeder vermeintliche Traumjob hat eine Kehrseite und Momente, die eben nicht so berauschend sind. Denn auch ein Traumjob ist kein Ponyhof. Vielleicht finden Sie ja tatsächlich die Möglichkeit, hinter die Kulissen Ihres Traumjobs zu sehen und bekommen so ein klares Bild aus der Praxis.

Letztlich entscheidet ihr Bauch

Überromantisieren Sie also nicht. Gerade wenn Sie überlegen, Ihren aktuellen Job aufzugeben und etwas anderes zu machen, ist es wichtig, sich auch die negativen Seiten bewusst zu machen. Und das empfiehlt sich schon zu tun, bevor Sie die Totalveränderung angehen - damit Sie dann keine Enttäuschung erleben.

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Wägen Sie also immer ab. Wenn Sie jedoch zu viele negative Punkte in Ihrem Beruf sehen, dann sollten Sie sich überlegen, ob der Job wirklich zu Ihnen passt oder ob Sie ihn wechseln sollten. Hier ist eine neutrale Person ein guter Ratgeber.

Und vor allem Ihr Bauch. Denn ob Sie nun einen erfüllenden Job haben, entscheidet letzten Endes Ihr Bauchgefühl. Führen Sie sich also vor Augen, was es heißt, selbstständig, Journalist, Autor oder Stewardess zu sein. Wenn Sie sich trotzdem wohlfühlen, mit dem was Sie tun oder mit dem, was Sie für die Zukunft planen, dann haben Sie doch etwas Traumhaftes gefunden.

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