BLOG
18/01/2016 11:03 CET | Aktualisiert 01/03/2017 06:12 CET

7 Geheimnisse von sehr glücklichen Kindern

Getty

2016-02-29-1456746705-9388400-image_1446024454.jpeg

Wenn es um Kinder geht, denken die Menschen heutzutage einfach nicht genug ans glücklich sein. Sie denken an Erfolg. Sie denken an Vergleiche. Sie denken an Meilensteine, Abschlüsse und glänzende Trophäen. (Diejenigen, die sie gewonnen haben, natürlich. Denn ihr wisst schon, nicht jeder verdient heutzutage eine Trophäe).

Sie denken an Dinge, wie ihr Kind erst später in den Kindergarten zu schicken. Aber nicht etwa, damit es glücklich ist, sondern damit es beim Lernen oder Spielen einen Vorteil gegenüber den anderen Kindern im Kindergarten haben wird.

Sie denken darüber nach, in wievielen Fußballmannschaften ein neunjähriges Kind sein sollte, um seine Chancen auf ein Sportstipendium fürs College zu erhöhen.

Sie denken an Hindernisse, die das Elternsein so anstrengend machen. Ja, sie denken viel an diese Hindernisse.

Aber sie verbringen nicht viel Zeit damit, darüber nachzudenken, was Kinder glücklich macht.

Vor langer Zeit bestand Kindheit aus scheinbar endlosen Tagen, an denen draußen gespielt wurde und sehr wenig Fernsehen. Der Vorstellungskraft waren keine Grenzen gesetzt und Kinder konnten sich ihren Spaß selbst schaffen. Sie brauchten dazu nicht mehr als ein paar Matchbox-Autos und einer alten Pappschachtel. Sie spielten, sie lernten und sie sozialisierten. Aber vor allem hatten sie Spaß.

Heute ist das Leben viel zu vorgeschrieben. Pläne werden gemacht. Kurse werden belegt. Kunstprojekte haben das Ziel denen, die auf Pinterest entdeckt wurden, zu imitieren. Die Zeiten des freien Spielens und in denen Dinge aus dem Nichts geschaffen wurden, sind vorbei. Heutzutage folgen viele Kinder einem vorgeschriebenen Plan.

Das soll nicht heißen, dass Kinder allgemein nicht glücklich sind, denn viele Kinder sind es durchaus. Viele Kinder leben und entdecken alles, was ihnen ihr Garten zu bieten hat. Aber viele tun das nicht. Viele Kinder folgen einfach nur einem Plan. Und das ist ein Problem, denn in der Kindheit sollte es ausschließlich um das Glücklichsein gehen.

Wie können wir uns auf das Glücklichsein konzentrieren, wenn es immer so viel zu erledigen gibt? Wir können anfangen, indem wir durchatmen (keine Sorge, der riesige Wäschehaufen läuft euch nicht davon) und uns ein paar Tricks von wirklich glücklichen Kindern abschauen.

7 Geheimnisse von wirklich glücklichen Kindern:

1. Sie essen pünktlich.

Ich weiß, was ihr jetzt denkt: Das ist zu leicht, um eine echte Erziehungsstrategie zu sein. Falsch gedacht. Wart ihr schon jemals so hungrig, dass ihr einfach nur schreien wolltet? So geht es Kindern, wenn sie auf einen Snack verzichten müssen oder zwei Stunden nach ihrer eigentlichen Essenszeit essen sollen, um an einem super chicen Familienessen teilzunehmen.

In regelmäßigen Abständen zu essen, gibt ihrem wachsenden Gehirn und Körper Energie und hält den Hunger unter Kontrolle. Wenn Kinder satt und zufrieden sind, sind sie glücklicher.

2. Sie bekommen genug Schlaf.

Ich weiß, ich weiß. Einige Kinder schlafen besser als andere. Das stimmt mit Sicherheit, ist aber keine Ausrede für schlechte Schlafgewohnheiten. Kinder müssen lernen, wie man richtig schläft. Wenn sie völlig erschöpft sind, werden sie quengelig. Wenn sie ausgeschlafen sind und bereit, den Tag in Angriff zu nehmen, sind sie fröhlicher. Sorgt dafür, dass Schlaf (und feste Schlafenszeiten) eine Priorität sind.

3. Sie spielen ohne Regeln.

Unstrukturierte Spielzeit scheint zu einer vergessenen Kunstform geworden zu sein. Früher sorgten Kinder selbst für ihren Spaß. Heute haben sie Terminkalender und Spielsachen, die den Kindern den größten Teil des Spielens abnehmen. Natürlich sind die Mülllastwagen mit all ihren Sirenen und Hupen toll, aber achtet darauf auch einen hölzernen Truck und ein paar Bauklötze ins Spiel zu bringen. Und bitte, werft einen Blick in den vollen Terminkalender und findet jeden Tag ein bisschen Zeit, in der euer Kind einfach spielen darf. Spielen ist gut für die Seele.

4. Sie dürfen ihren Gefühlen Ausdruck verleihen.

Kinder schreien, wenn sie wütend sind. Sie weinen, wenn sie traurig sind. Vielleicht stampfen sie sogar mit ihren Füßen auf und rennen im Kreis, wenn sie nicht genau wissen, wie sie sich fühlen sollen. Und manchmal, wenn ihr wirklich großes Glück habt, dann machen sie das alles gleichzeitig mitten im Supermarkt. Lasst sie. Kinder müssen ihre Emotionen ausdrücken.

Während Erwachsene wissen, dass sie am besten einen Freund anrufen, wenn alles gerade schlecht läuft, sind Kinder dagegen ein wenig primitiver in ihrem Verhalten. Sie öffentlich zu tadeln macht das nicht besser. Lasst sie lieber auf ihre Weise Dampf ablassen und bietet ihnen dann Hilfe an. So einen öffentlichen Tobsuchtsanfall durchzustehen, ist keine leichte Aufgabe, aber es ist besser als ein Leben voller innerer und zurückgehaltener negativer Emotionen, die zu Essstörungen, Depressionen oder emotionalen Problemen führen können.

5. Sie dürfen Entscheidungen treffen.

Kinder haben sehr wenig Kontrolle über ihr eigenes Leben. Ihnen wird ständig gesagt, wo sie hingehen sollen, was sie machen sollen und was sie zu essen haben. Ein kleines bisschen Kontrolle ist ein wichtiger Begleiter auf dem Weg zum Glück. Lasst eure Kinder entscheiden, was sie anziehen wollen. Erlaubt ihnen, einmal pro Woche zu entscheiden, was es zum Abendessen gibt. Fragt sie, welche Kurse sie in der Schule belegen wollen. Gebt ihnen die Möglichkeit, ein paar Entscheidungen selbst zu treffen und seht, wie glücklich ihr sie damit macht.

6. Sie fühlen sich ernstgenommen.

Kinder sind intuitiv. Selbst Kleinkinder merken es, wenn ihre Eltern sie ignorieren oder auf Autopilot stellen. Wenn Kinder das Gefühl haben, dass ihnen ihre Eltern wirklich zuhören (egal, ob sie von ihrem Lieblingscartoon oder etwas, das sie in der Schule gelernt haben, reden), dann gibt ihnen das ein Gefühl der Verbundenheit. Das steigert ihr Selbstbewusstsein und macht sie insgesamt glücklicher.Hört zu, wenn eure Kinder sprechen. Das ist der beste Weg, um eine offene und ehrliche Beziehung zu euren Kindern aufzubauen. Und es macht eure Kinder glücklich.

Seid ihr noch da? Denn dieser letzter Punkt ist wichtig.

7. Sie erleben bedingungslose Liebe.

Kinder machen Fehler. Ihr sagt ihnen, dass sie nicht wieder und wieder von der Couch hüpfen sollen, aber sie machen es trotzdem. Und dann weinen sie. Denn Kindheit besteht zum Großteil aus "aus Fehlern lernen" und manchmal müssen Kinder Dinge einfach ausprobieren. Vergebt ihnen. Liebt sie trotzdem.

Wenn Kinder wissen, dass ihre Eltern sie lieben und unterstützen, egal, um was es geht, dann ist es wahrscheinlicher, dass sie kluge Risiken eingehen. Sie werden selbstbewusst in ihren Entscheidungen. Sie lernen, dass Menschen manchmal Fehler machen, aber auch dass es immer eine Lösung gibt.

Wenn Kinder wissen, dass ihre Eltern immer (in guten und in schlechten Zeiten) für sie da sein werden, sind sie glücklich.

Dieser Blog erschien ursprünglich bei der Huffington Post USA und wurde von Franca Lavinia Meyerhöfer aus dem Englischen übersetzt.

2015-10-29-1446111691-9101179-Gluck2.png

Mehr Dinge, die glücklich machen, gibt es hier.

Lesenswert:

Diesen Trick werden Eltern lieben: Mit dieser Methode hören Babys innerhalb von Sekunden auf zu schreien

Ihr habt auch ein spannendes Thema?

Die Huffington Post ist eine Debattenplattform für alle Perspektiven. Wenn ihr die Diskussion zu politischen oder gesellschaftlichen Themen vorantreiben wollt, schickt eure Idee an unser Blogteam unter

blog@huffingtonpost.de.