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10/08/2015 06:35 CEST | Aktualisiert 10/08/2016 07:12 CEST

22 Dinge, mit denen ich vor der Geburt meiner Tochter nie gerechnet hätte

Martin Novak via Getty Images

Wie vermutlich alle Eltern hatte auch ich sehr genaue Vorstellungen, was ich als Mutter tun und was ich nicht tun würde. Sicherlich würde mein Kind vor dem dritten Geburtstag nicht vor einem Fernseher sitzen und ganz sicher keine Süßigkeiten essen, bevor es in die Kinderkrippe kommt. Nachts ist Schlafenszeit und warum bitte sollte ich mein Kind stundenlang in den Schlaf wippen?

Das dachte ich bevor meine Tochter zur Welt kam. Doch es gibt eine klare Unterscheidung zwischen davor und danach. Vor dem besagten Tag X DENKT man, man weiß wie es läuft. Nach dem Tag X, dem Tag der Geburt des Kindes, WEISS man tatsächlich, wie es läuft.

Bevor ich Mutter wurde, hätte ich nie gedacht, dass ich diese 22 Dinge mache, wobei ich mir über eine Sache von Anfang an im Klaren war.

1. Dass ich weder staubsauge, wische noch abspüle, auch wenn die Wohnung im Chaos versinkt.

2. Dass ich mich wahnsinnig darüber freue, wenn mein Mann mir abends ausführlich erzählt, wie der Windelinhalt unserer Tochter aussah, wie oft sie hat, naja und so weiter eben....

3. Dass ich mein 10-Monate-altes Kind vor den Fernseher setze, weil mein Mann und ich eine Magen-Darm-Erkrankung haben.

4. Dass ich gut gelaunt in den Tag starte, auch wenn ich nachts nur drei Stunden geschlafen habe. Und die Nacht davor auch. Und die Nacht davor auch.

5. Dass ich mein Kind vor dem ersten Geburtstag an einem Eis lecken lasse. Ich hätte auch nicht gedacht, dass mein Kind überhaupt ansatzweise weiß, was Schokolade ist bevor es in die Krippe kommt.

6. Dass meine Tochter eine komplette Autofahrt von München nach Berlin auf meinem Schoss verbringt und nicht im Kindersitz, weil sie sonst einen Schreikrampf kriegt.

7. Dass ich es in 30 Sekunden schaffe, mich zu duschen. Na gut, ohne Haare waschen, aber mit abtrocknen.

8. Dass ich mein Kind jeden Abend auf einem Pezziball in den Schlaf wippe.

9. Dass ich meine Tochter an meinem Busen nuckeln lasse, nur damit sie noch ein bisschen weiterschläft.

10. Dass ich Freude dabei habe, meiner Tochter tagein, tagaus die selben Kinderlieder vorzusingen, obwohl ich gar nicht singen kann.

11. Dass ich nicht immer konsequent bin, weil ich manchmal einfach den bequemen Weg gehe. Dann kriegt sie eben noch einen Keks. Dann stille ich sie halt zum zehnten Mal. Na und.

12. Dass ich tatsächlich jeden Tag - manchmal sogar zweimal - auf dem Spielplatz sitze und mich mit anderen Spielplatzmamas über Abstillen, Babybrei und Impfen unterhalte.

13. Dass ich mir vorstellen kann, wie entspannend ein All-Inklusive Urlaub mit Kinderbetreuung sein kann, auch wenn das früher das letzte gewesen wäre, was ich gemacht hätte.

14. Dass ich nicht selbst für mein Kind koche, sondern Gläschen kaufe. Auch wenn ich das anfangs gemacht habe.

15. Dass wir mittlerweile Kisten voll Plastikspielzeug haben. Sie sollte doch hauptsächlich mit Holz spielen. Nur das lässt sie links liegen.

16. Dass es mich nicht im Geringsten stört, wenn mein Kind in der U-Bahn zu Kreischen beginnt und sich (fast) alle nach uns umdrehen.

17. Dass ich mit den Tränen zu kämpfen habe, wenn ich irgendwo ein Kind weinen sehe. Am schlimmsten ist es, wenn es dazu noch ganz laut „Mama" ruft.

18. Dass ich meinem Kind als letzte Beruhigungsmöglichkeit mein Handy in die Hand drücke.

19. Dass es mich kein bisschen stört, wenn sie mich anpinkelt oder ankackt. Auch wenn es mitten in der Nacht ist.

20. Dass ich mit meiner Tochter hunderte Male das gleiche Buch anschauen kann und immer wieder Freude daran habe, zu beobachten wie sie lacht, wenn ich „Muuuh" oder Määäh" mache.

21. Dass ich auch zu den Mamas gehöre, die stolz Fotos von ihrer Tochter mit Titeln wie „Der Brei schmeckt gut" an ihre besten Freundinnen verschickt.

Doch über eines war ich mir von Anfang an im Klaren. Und zwar,

22. Dass ich meine Tochter jeden Tag, jede Stunde, jede Sekunde unendlich lieben werde.

Die Autorin betreibt Kathis Blog.

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