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03/03/2015 12:02 CET | Aktualisiert 15/10/2015 06:00 CEST

10 Dinge, die ich als Mutter verloren habe

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Seit sechs Monaten bin ich Mama. Mit dem Tag der Geburt meiner Tochter hat sich eine neue Tür geöffnet. In ein anderes Leben. Zwar sind viele Dinge geblieben, aber einige habe ich auch verloren.

1. Die Fähigkeit, ruhig zu stehen.

Sind Ihnen schon mal die Frauen aufgefallen, die vor Ihnen an der Kasse stehen oder auf der Rolltreppe und im Takt schaukeln? Diese Person ist nicht verrückt oder hört gerade ein Techno-Lied. Sie schaukelt ihr Kind in den Schlaf oder bleibt in Bewegung, damit es bloß nicht aufwacht. Ich schaukle mittlerweile sogar an der Kasse, wenn ich alleine bin. Das ist jetzt wohl so einprogrammiert.

2. Meine Scham.

Singen ist nicht meine Stärke. Und ehrlich gesagt, dachte ich auch, dass ich zu den Mamas gehöre, die ihren Kindern nichts vorsingen. Und während ich diese Zeilen schreibe, singe ich voller Inbrunst „Grün, grün, grün sind alle meine Kleider...". Meine Tochter liebt es. Auch wenn nicht jeder Ton sitzt. Das Singen ist mittlerweile fester Bestandteil meines Lebens. Ich singe jeden Tag. Auch, wenn ich an der Kasse stehe oder auf der Rolltreppe schaukle. Ich habe keine Scham mehr.

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3. Saubere Kleidung.

Der Klassiker: Endlich habe ich mal wieder etwas Schönes angezogen und schon kommt mir ein Strahl entgegen geschossen. Das ist wohl das Schicksal aller frischgebackener Mamas und Papas. Entweder ist man vollgespuckt, vollgekackt, vollgepieselt oder von oben bis unten durchgeschwitzt. Irgendwann ist einem das auch egal und man fängt gar nicht mehr an, etwas Frisches anzuziehen.

4. Meinen Ordnungsdrang.

Ich bin eine Perfektionistin. Und Ordnungsfanatikerin. Das rote Kissen muss neben dem blauen liegen und nicht andersherum. Um Gottes Willen. Aufgeräumt heißt für mich, dass alle Oberflächen, also Tische, Arbeitsflächen usw. frei sind. Und damit meine ich auch frei. Am besten noch abgewischt. Auf dem Boden darf natürlich nichts herumliegen. Das versteht sich von selbst. Und wenn mir noch einmal jemand erzählen will, dass das mit Kind nicht umsetzbar ist, der lügt. Oder ist einfach nur realistisch. Mist, ich muss da wohl mal was überdenken.

5. Meine Nachtruhe.

„Schlaf dich noch mal so richtig aus", haben mir kurz vor der Geburt andere Mamas ans Herz gelegt. Ich konnte den Satz schon nicht mehr hören. Ja, ich weiß, ich werde bald nicht mehr viel schlafen. Na und? .... Sechs Monate später: „Wenn ich doch nur eine einzige Nacht durchschlafen könnte!!!" Ja, ihr hattet Recht. Wenn ich mir eine Sache zurück wünschen könnte, die ich verloren haben, dann ist es der Schlaf. Der ununterbrochene Schlaf. Aber er soll ja irgendwann wieder kommen, hat man mir gesagt. Und vielleicht gehen dann auch die Augenringe endlich weg.

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6. Die Konzentratrationfähigkeit.

Neulich habe ich die Einkaufsliste verloren. „Naja, das schaffe ich auch so", dachte ich. "Habe sie doch gerade erst geschrieben." Zuhause wurde mir klar: An der Stilldemenz ist wirklich was dran. Ich hatte mehr als die Hälfte vergessen. Mütter sollen sich eben nur auf eines konzentrieren: ihr Kind.

7. Die Empfindlichkeit gegenüber Kindergeschrei.

Ich gehe jetzt zum Mutter-Baby-Yoga. Wir sind meist zehn Frauen und dementsprechend auch zehn Kinder. Seit ich den Kurs begonnen habe, gab es keinen einzigen Moment, in dem alle Kinder ruhig waren. Keinen. Ob mich das stört? Nicht im Geringsten.

8. Meine Härte.

Kennen Sie die Serie „Game of Thrones"? Ich habe diese Serie geliebt. Und jetzt: Ich kann sie nicht mehr sehen. Zu brutal, zu emotional. Ich breche heute noch in Tränen aus, wenn ich mir die Szene vorstelle, wie einer Mutter ihr Neugeborenes weg genommen wird. Schrecklich. Nicht auszuhalten. Die Hormone und Muttergefühle machen selbst die Härteste zur Heulsuse.

9. Zeit.

Warum hat der Tag eigentlich nur 24 Stunden? Kaum ist man aufgestanden, scheinen die Stunden nur so zu verfliegen und schon ist wieder Abend. Für jede Mama ist Zeit ein kostbares Gut, das nur noch in kleinen Mengen vorhanden ist. Dieses Gut sinnvoll einzuteilen, ist wohl die größte Herausforderung für eine Mutter.

10. Alltagsprobleme.

Über was man sich nicht immer ärgert oder den Kopf zerbricht. Wie hat der das denn gemeint? Ist sie vielleicht sauer, weil ich Dies oder Jenes gesagt habe? Habe ich den Job auch so gemacht, wie mein Chef es wollte? Sobald man so ein kleines, wunderbares Wesen in seinem Arm hält und die großen Augen einen anstrahlen, erscheinen all die Alltagsprobleme sehr klein.

Die Autorin betreibt Kathis Blog.


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Video:

Nach diesem Video denkt ihr vielleicht anders über Mamas auf dem Spielplatz