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17/02/2016 10:15 CET | Aktualisiert 17/02/2017 06:12 CET

Wir dürfen unsere Kinder jetzt nicht im Stich lassen

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Es ist eine große Ehre für mich, heute Gast-Redakteurin bei der Huffington Post zu sein. Dabei möchte ich auf die großartige Arbeit hinweisen, die Menschen leisten, um die psychischen Probleme kleiner Kinder zu verstehen und zu lösen. Heute starten wir die neue Serie „Young Minds Matter", die sich mit Problemen und Projekten rund um die psychische Gesundheit kleiner Kinder befasst.

Kurz nach meiner Hochzeit habe ich damit begonnen, mich in Wohltätigkeitsorganisationen zu engagieren, die Menschen mit Suchtproblemen, zerrütteten Familien und gefährdeten Kindern helfen. Wie nicht anders zu erwarten, hörte ich oft herzzerreißende Geschichten von Menschen, deren Leben aus der Bahn geraten war, mit verheerenden Auswirkungen für alle Beteiligten, vor allem aber für die Kinder.

Wir müssen der geistigen Gesundheit unserer Kinder ebenso viel Bedeutung beimessen wie ihrer körperlichen Gesundheit.

Ich hatte jedoch nicht erwartet, dass der Grund, weshalb Menschen in die Sucht abrutschen oder auf die schiefe Bahn geraten, oft mit ungelösten Problemen in ihrer Kindheit zusammenhängt. Mir wurde bewusst, dass viele Kinder mit psychischen Problemen kämpfen - manche dieser Kinder sind noch keine fünf Jahre alt. Doch ihnen fehlt die Fähigkeit, die Probleme zu benennen, und sie trauen sich oft nicht, um Hilfe zu bitten.

Außerdem zeigte sich, dass viele Erwachsene Angst haben, ihren Kindern Hilfe zu organisieren, weil psychische Erkrankungen bei Kindern noch immer mit einem Tabu behaftet sind.

Das muss sich ändern.

Wir müssen die geistige Gesundheit unserer Kinder ebenso wichtig nehmen wie ihre körperliche Gesundheit. Viel zu lange haben wir uns geschämt, wenn wir zugeben mussten, dass unsere Kinder seelische oder psychiatrische Unterstützung brauchen. Wir haben befürchtet, dass das Stigma psychischer Probleme ihnen die Zukunft verbauen könnte.

Die Huffington Post hat heute Studien veröffentlicht, die darauf schließen lassen, dass etwa ein Drittel aller Eltern noch immer Angst hat, als schlechte Mutter oder als schlechter Vater dazustehen, wenn ihr Kind psychische Probleme hat. Kindererziehung ist auch so schon schwer genug und wir sollten uns aus lauter Angst vor Vorurteilen nicht davon abhalten lassen, uns die Hilfe zu holen, die wir für uns und unsere Kinder brauchen.

Wie die meisten Eltern würden auch William und ich uns sofort Unterstützung holen, wenn unsere Kinder Hilfe bräuchten. Wir ermutigen George und Charlotte stets dazu, über ihre Gefühle zu sprechen und wir versuchen, ihnen die nötigen Fähigkeiten und das Einfühlungsvermögen zu vermitteln, damit sie später einmal ihre Freunde unterstützen können.

Wir wissen, dass es keine Schande ist, wenn ein kleines Kind mit seinen Gefühlen kämpft oder wenn es an einer psychischen Erkrankung leidet.

Natürlich ist es für Eltern und Betreuer mitunter nicht leicht, Hilfe zu holen. Familien, die wenig Zeit oder Geld haben, wissen oft nicht, wo sie Hilfe bekommen. Aus diesem Grund brauchen wir Schulen und Gemeinden, die sich mit aller Kraft dafür einsetzen, dass Kindern geholfen wird, die auf eine Art leiden, die man nicht immer gleich auf den ersten Blick erkennt.

Ich möchte allen danken, die an dieser Reihe mitgewirkt haben

Wir haben eine Reihe von Artikeln ausgewählt, in denen wir ein paar ganz besondere Menschen vorstellen möchten. Darunter ist eine Text über eine Frau, die erst kürzlich Witwe geworden ist. Sie muss sich damit auseinandersetzen, dass ihr Mann, der wegen Depressionen Selbstmord begangen hat, bereits als Zehnjähriger an Depressionen litt.

Außerdem geht es in den Artikeln um Menschen, die selbst eine schwere Krankheit besiegt haben und die sich nun dafür einsetzen, dass wir mit unseren Kindern künftig anders über ihre Gefühle und Probleme sprechen. Außerdem werden wir über außergewöhnliche Wissenschaftler berichten, die wichtige Fragen zur psychischen Gesundheit von jungen Menschen stellen. Die Ergebnisse ihrer Untersuchungen werden für alle Eltern und Lehrer von großem Nutzen sein.

Ich möchte allen danken, die an dieser Reihe mitgewirkt haben und all denen, die auch morgen noch ihren Beitrag dazu leisten. Mein besonderer Dank gilt auch all jenen, die sich die Zeit nehmen und diese Artikel lesen, anschauen oder anhören. Gemeinsam können wir es schaffen, für eine ganze Generation von kleinen Kindern wirklich etwas zu bewegen.

Dieser Beitrag erschien zuerst in der HuffPostUK und wurde von Susanne Raupach aus dem Englischen übersetzt.

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