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10/10/2013 03:50 CEST | Aktualisiert 09/12/2013 06:12 CET

Fokus Emerging Markets - Chance und Herausforderung

Emerging Markets sind jung. Schon heute ist der Anteil der jüngeren Bevölkerung wesentlich höher als in den Reifen Märkten und dieser Trend wird sich zukünftig noch verstärken. Der Wohlstand in Emerging Markets nimmt zu. Bis 2030 werden etwa zwei Drittel der weltweit rund fünf Milliarden Mittelschichtbürger in den Wachstumsmärkten und vor allem in Asien leben.

Für global agierende Konzerne führt kein Weg an den Emerging Markets vorbei. Diese Märkte werden die Zukunft der Konsum- und Industrieunternehmen wesentlich beeinflussen. 2013 wird das Bruttosozialprodukt der Emerging Markets erstmals über dem der reifen Märkte liegen - und diese Dynamik wird sich fortsetzen. Dafür gibt es eine Reihe von Gründen:

Emerging Markets sind jung. Schon heute ist der Anteil der jüngeren Bevölkerung wesentlich höher als in den Reifen Märkten und dieser Trend wird sich zukünftig noch verstärken.

Der Wohlstand in Emerging Markets nimmt zu. Bis 2030 werden etwa zwei Drittel der weltweit rund fünf Milliarden Mittelschichtbürger in den Wachstumsmärkten und vor allem in Asien leben. China spielt in der Liga der Wachstumsmärkte eine Sonderrolle. Schon jetzt zählt die dortige Mittelschicht mehr Menschen als die gesamte US-Bevölkerung. Damit einher geht eine steigende Nachfrage nach höherwertigen Gütern und auch Dienstleistungen.

Die Menschen und Konsumenten Emerging Markets werden zu „digital natives": Durch die große Zahl junger Menschen in diesen Märkten schreitet dort die Digitalisierung voran. Allein in China sind heute 560 Millionen Menschen online, rund eine Viertelmilliarde geht online „shoppen". Im kommenden Jahr soll das Volumen der Online-Einkäufe rund 370 Milliarden Euro betragen. Der Zuwachs seit 2009 liegt damit über dem Siebenfachen des BIP-Wachstums in der gleichen Periode.

Diese Aufzählung ließe sich noch mit vielen weiteren Aspekten fortsetzen. Was bedeutet das für global tätige Konzerne? Welchen Herausforderungen müssen sie sich stellen - sowohl mit Blick auf diese Märkte und ihre eigenen Strukturen im Unternehmen?

Zunächst einmal werden wir in diesen Märkten Phasen erhöhter Volatilität und Unsicherheiten sehen. Doch das ist der Preis für ein Wachstum, das insgesamt deutlich über dem globalen Wirtschaftswachstum liegen wird.

Um die Wachstumschancen zu ergreifen und zugleich mit der höheren Volatilität umzugehen, müssen Unternehmen ihre Organisationsstrukturen hinterfragen.

Angesichts der Dynamik der Märkte brauchen Unternehmen morgen mehr als je zuvor kompetente und erfahrene Mitarbeiter mit breiter Erfahrung und vielfältigen Hintergründen. Die Teams müssen international, flexibel und schnell sein. Nur Unternehmen, die in der Lage sind die richtigen Leute mit den entsprechenden Fähigkeiten in den Emerging Markets für ihr Unternehmen zu begeistern und entsprechend zu entwickeln, werden in diesen Märkten mittel- bis langfristig erfolgreich sein.

Ich sehe zukünftig eine noch stärkere Internationalisierung der Belegschaften rund um den Globus. Henkel erzielt aktuell über 85 Prozent seiner Umsätze außerhalb Deutschlands und rund 45 Prozent in Emerging Markets. Bereits heute beschäftigt Henkel mehr als die Hälfte der Belegschaft in diesen Märkten - darunter ein zunehmender Anteil von hoch qualifizierten Forschern und Managern. Doch auch „zuhause" nimmt die Globalisierung zu: Allein am Stammsitz in Düsseldorf arbeiten Menschen aus über 50 verschiedenen Nationen.

Noch hat ein Angebot, in Industrieländern zu arbeiten für viele Mitarbeiter und Talente aus Emerging Markets einen gewissen Reiz. Doch zunehmend stellen sie sich die Frage, ob sie nicht Erfolgs- und Karrierechancen verpassen, wenn sie ihre dynamischen Heimatmärkte für einige Jahre in Europa verlassen. Vor dieser Entwicklung die Augen zu verschließen und die notwendigen Veränderungen der eigenen Strukturen zu versäumen, gehört zu größten Risiken, die ich mit Blick auf die Emerging Markets derzeit sehe.