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20/12/2016 10:57 CET | Aktualisiert 21/12/2017 06:12 CET

Wer mit den Ängsten der deutschen Bürger spielt, macht sich zum Komplizen der Attentäter

dpa

Ich habe sehr schlecht geschlafen letzte Nacht, und ich denke, das ging nicht nur mir so. Mich haben die Bilder vom Berliner Weihnachtsmarkt aufgewühlt.

Wir konnten nicht ernsthaft glauben, in Deutschland vom Terror verschont zu bleiben und zu meinen, Schreckliches ereigne sich nur woanders. Nun ist es also passiert.

Was können wir tun? Die Aussagen, an die Opfer und ihre Angehörigen zu denken, hat nach zahlreichen Attentaten etwas Bitteres, etwas Floskelhaftes bekommen, das geht vermutlich jedem so.

Eine freie Gesellschaft kann jederzeit angegriffen werden

Doch was können wir tatsächlich tun? Eine offene Gesellschaft ist verwundbar. Eine freie Gesellschaft kann jederzeit angegriffen werden. Diese Erkenntnis ist bitter, sie erfüllt uns mit Sorge, doch jeder, der etwas anderes behauptet, lügt.

Jeder, der mit diesen Ängsten spielt, der sie befeuert, macht sich zu einem Komplizen der Attentäter.

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Natürlich ist es richtig, besonnen zu bleiben und nun erst einmal alle Fakten zu prüfen. Es befremdet mich, dass für manche Politiker, gerade von AfD, schon wenige Minuten später feststeht, wer die Schuldigen sind.

"Es sind Merkels Tote", twitterte AfD-Pretzell, als Rettungskräfte noch um das Leben der Opfer kämpften.

Nein, es sind die Toten des Verbrechers, der den Lastwagen in einen Weihnachtsmarkt lenkte. Ich unterstütze die Aussage von Grünen-Chef Özdemir: Der AfD mangelt es neben vielen anderen Eigenschaften auch an Anstand.

Wie kann jemand, der einen Funken Ehrgefühl hat, so etwas in dieser Stunde twitttern?

Dieser Anschlag testet unsere Zivilgesellschaft

Dieser Anschlag testet unsere Zivilgesellschaft. Einige Damen und Herren sind schon nach wenigen Minuten durchgefallen. Nach Medienberichten handelt es sich beim Täter offenbar um einen Flüchtling aus Pakistan.

Sollte dies der Fall sein - ich betone: sollte, denn diese Sachlage ist noch nicht klar - dann ist es eine Schande, denn er hat unsere Gastfreundschaft auf hinterhältige Art missbraucht.

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Diskreditiert er damit alle Menschen, die bei uns Schutz suchen? Tragen deshalb 99,99 Prozent der Flüchtlinge eine Mitschuld?

Nein, das darf nicht sein. Wir sollten nun als Land als eine Einheit zusammenstehen - und für unsere freiheitlichen Werte eintreten.

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