BLOG
01/04/2016 13:30 CEST | Aktualisiert 02/04/2017 07:12 CEST

E-Mail-Stress zum Selbermachen: So werden Sie garantiert verrückt

Yuri_Arcurs via Getty Images

Täglich empfangen wir allein in Deutschland mehr als 41 Milliarden E-Mails. Herr und Frau Durchschnitt lesen mehr als 30 am Tag - die Mehrheit längst mobil. Das ist natürlich viel zu wenig! Es wird Zeit, das Pensum zu verdoppeln. Mindestens. Das Irrenhaus ruft. Mit diesen Tipps treiben Sie sich und andere garantiert in den E-Mail-Wahnsinn.

1. Kennen Sie das fünfte Gebot? Es heißt, jemand der eine Mail schreibt, erwartet sofort eine Antwort. Tatsächlich zeigt die Studie „Der Knigge-Report" aus dem Buch „Die Knigge-Kur": 8 Prozent, also fast jeder Zehnte, will sofort Feedback. Rund 23 Prozent erwarten Antwort binnen einer Stunde. Sehen auch Sie es ab sofort als gottgegeben an, sofort zu antworten. Denn: Wenn Sie elektronische Post schneller erwidern, bestätigen Sie die Erwartungshaltung des Absenders, der Ihnen folgen wird. Sofort.

2. Senden Sie selbst heikle Mails sofort ab - anstatt einen Tag drüber zu schlafen. Vergessen Sie den Knigge, der damals sagte: „Ein übereiltes mündliches Wort wird wieder vergessen; aber ein geschriebenes kann noch nach fünfzig Jahren (...) Unheil stiften." Unheil erfordert Aktion und Rückantwort und sorgt für Action in der Mailbox.

3. Auf dem Klo, in der U-Bahn, vor dem Fernseher: Schreiben und empfangen Sie überall elektronische Briefe. Sie sind in bester Gesellschaft. Laut dem Buch „Die Knigge-Kur" lesen oder schreiben bereits 57 Prozent der Deutschen in öffentlichen Verkehrsmitteln E-Mails. Im Auto sind es 47 Prozent, beim Essen lesen und tippen 21 Prozent, im Badezimmer 20 Prozent.

4. Wollen Sie nicht weniger als die volle Kontrolle: Verlangen Sie, dass man Sie bei so vielen Themen und Prozessen wie möglich auf cc oder bcc nimmt, damit Sie stets im Bilde sind. Das sollte Ihnen mindestens 30 zusätzliche Mails pro Tag bescheren.

5. Erinnerung in Echtzeit: Stellen Sie auf Ihrem Smartphone akustisch und visuell die Benachrichtigungsfunktion für Mails ein, damit Sie in Echtzeit mit Blitzlicht und Klingeln informiert werden.

6. Richten Sie überall Mailkonten ein, falls Sie es noch nicht getan haben. Auf dem Laptop haben Sie es sicher schon. Denken Sie unbedingt an einen Account auf dem Smartphone und auf dem Tablet.

7. Vorschau an, Konzentration aus: Aktivieren Sie bei Outlook dringend die Vorschaufunktion, die ihnen unten rechts jede neu ankommende Mail anzeigt. So können Sie garantiert nicht in Ruhe in einem anderen Programm an einem Thema arbeiten und sich konzentrieren. Vielmehr werden Sie alle paar Minuten bestmöglich abgelenkt, durch den Hinweis, dass eine Mail gekommen ist, um die Sie sich sofort kümmern müssen. Sie wissen ja. Das fünfte Gebot.

8. Mail-Gruppen als Stresskatalysator: Schließen Sie sich, falls Ihnen Geschäftsmails noch nicht reichen und Sie Kinder haben, unbedingt an Mailgruppen von Elterninitiativen in Kindergärten oder Schulen an. Wenn es gutgeht, erhalten Sie zusätzlich zu Ihren Spam-Mails über Detox, Viagra oder die Millionenerbschaft aus Südafrika wunderbare Mails zu Themen wie Wandertagen oder Verpflegung, bei denen Sachverhalte von jedem an alle diskutiert werden. Beteiligen Sie sich rege - auch wenn Sie nichts zu sagen haben, können Sie Zustimmung und Abneigung kundtun.

9. Hören Sie auf damit, zu telefonieren oder Dinge von Angesicht zu Angesicht zu besprechen. Es wäre ja viel zu langweilig, wenn im Gespräch Probleme direkt geklärt werden könnten. Viel besser ist es, wenn Probleme erst dadurch entstehen, dass wegen jeder Kleinigkeit eine E-Mail verfasst wird, die zu prima Missverständnissen führen kann.

Ihr habt auch ein spannendes Thema?

Die Huffington Post ist eine Debattenplattform für alle Perspektiven. Wenn ihr die Diskussion zu politischen oder gesellschaftlichen Themen vorantreiben wollt, schickt eure Idee an unser Blogteam unter blog@huffingtonpost.de.

Auch auf HuffPost:

Lesenswert: