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06/04/2016 10:10 CEST | Aktualisiert 07/04/2017 07:12 CEST

Bis zum Himmel: Wohnhochhäuser kehren in die Metropolen Europas zurück

Yana Bukharova via Getty Images

Ein Ausblick auf die Stadt aus luftiger Höhe hat seine Reize: ein Leben weit oberhalb des pulsierenden Lebens einer niemals schlafenden Metropole. Spiegelnde Glasfronten, die sich in schwindelerregende Höhen erheben.

Für immer mehr Menschen wird der Traum vom Hochhauswohnen aktuell wieder Realität - und das aus gutem Grund. Der Gedanke an Hochhäuser beschwört heute mehr denn je Bilder von Penthäusern in New York City oder Downtown LA herauf. Nix Plattenbau im außerstädtischen Hochhaus-Getto.

Der aktuelle Hochhausboom ist vielmehr Ausdruck eines neuen stadtplanerischen Pragmatismus. Weil immer mehr Menschen in die attraktiven Metropolregionen ziehen, herrscht immenser Flächenmangel. So rechnet beispielsweise München bis 2030 Mit 1,7 Millionen Einwohnern. In Hamburg soll die Bevölkerung bis zu diesem Jahr auf 1,9 Millionen anwachsen. Und für die österreichische Hauptstadt Wien werden bis 2030 sogar mehr als zwei Millionen Einwohner prognostiziert.

Im Neubau von innerstädtischen Wohnhochhäusern sehen Stadtplaner und Projektentwickler einen Ausweg. Aktuell entstehen beispielsweise in München mit den FRIENDS-Towern und in Frankfurt mit dem Projekt „Praedium" moderne Wohntürme, in denen Menschen vor allem leben und nicht nur arbeiten werden. Auch in Wien sind die Planungen für zwei neue Hochhausprojekte in vollem Gange: Mit den „Danube Flats" wird in unmittelbarer Nähe zum Donauufer ein 150 Meter hoher Wohnturm mit etwa 500 neuen Wohnungen gebaut.

Weitere 850 Wohnungen werden bis 2018 in den drei jeweils etwa 100 Meter hohen Türmen des Wohnbauprojekts „Triiiple" südlich des Donaukanals ganz in der Nähe des Praters entstehen. Doch die neuen Türme sind nicht nur ein deutsches oder österreichisches Phänomen. Europaweit reagieren Städte mit Hochhausprojekten auf die Notwendigkeit zum platzsparenden Bauen.

Metropolen-Flair, Individualität und Privatheit sind die neuen Maximen des Hochhauswohnens

Mit uniformen Wohntürmen in der Peripherie haben die neuen architektonischen Himmelstürmer nichts mehr gemein. Neue Tower werden mit großem Aufwand geplant und punkten durch neue, zukunftsfähige Wohnkonzepte. So etwa gibt es bei dem Münchner Projekt FRIENDS je Turm eine gemeinsame Dachterrasse für alle Bewohner, einen Keeper oder eine Kitchenlounge, die Bewohner für größere Feiern anmieten können.

Die Planer haben dort einfach den Sharing-Gedanken, den viele von Car- oder Fahrrad-Sharing schon lange kennen, in die Immobilienbranche übertragen. Auch der Marco Polo-Tower in Hamburg bietet seinen Bewohnern allerhand Annehmlichkeiten. Bei allen Vorteilen gibt es jedoch ein Argument, mit dem die Hochhäuser allen anderen Immobilienklassen haushoch überlegen sind: den Ausblick.

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