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25/01/2016 12:42 CET | Aktualisiert 25/01/2017 06:12 CET

Kai Noon - Die Bundesliga-Kolumne: Warmlaufen für 2017

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Borussia Dortmund ist mit einer überzeugenden Leistung und einem verdienten Sieg in Mönchengladbach ins Fußballjahr 2016 gestartet. Das weckt Erinnerungen an alte Zeiten. Die Dortmunder sind jedoch realistisch genug, irgendwelche Titelambitionen noch zu ignorieren. Das könnte sich aber in der kommenden Saison schnell ändern. Dann müssen die Schwarz-Gelben bereit sein, die Bayern herauszufordern.

Sie haben ja recht in Dortmund. In fast allen anderen europäischen Ligen würde der BVB mit 41 Punkten nach 18 Spielen um den Titel mitspielen. Nur eben in der Bundesliga nicht und in der sind die Borussen nun mal gemeldet. In der Bundesliga gibt es zum schwarz-gelben Leidwesen die Bayern und die sind seit drei Jahren das Maß der Dinge.

Durch den Erfolg gegen die Borussia vom Niederrhein haben die Dortmunder immerhin ihre Stellung als Nummer zwei der Liga betoniert. Und damit die Dreiteilung der Tabellenspitze bestätigt. Vorne kommen die Bayern, dann mit deutlichem Abstand die Dortmunder und dann lange nichts.

Damit war vor der Saison nicht unbedingt zu rechnen gewesen. Schließlich war die Borussia zum selben Zeitpunkt des Vorjahres mit 16 Punkten Tabellenletzter. Aus dieser prekären Lage rettete sich die Mannschaft noch mit Jürgen Klopp als Trainer und qualifizierte sich sogar für die Europa League und das Pokal-Finale.

Doch der eigentliche Umschwung setzte erst mit Thomas Tuchel ein. Nach einem Sabbatical stieg der ehemalige Mainzer im Sommer frisch erholt bei der Borussia ein. Das Jahr Auszeit schien ihm gut getan zu haben. Wirkte Tuchel zu seiner Mainzer Zeit immer ein wenig zu verbissen, präsentierte er sich nun deutlich umgänglicher. Gut möglich, dass diese Veränderung dem Dortmunder Publikum geschuldet war, ich kann mir aber gut vorstellen, dass sie ihm auch im Umgang mit den Spielern zugutekommt.

Wichtiger als das Atmosphärische waren jedoch die Umstellungen, die Tuchel am Dortmunder Spielsystem vornahm. Statt einer Pressing-Maschine Kloppscher Prägung formte er eine Mannschaft mit einem spielerischeren Ansatz; eine Mannschaft, die mehr auf Ballbesitz aus ist; eine Mannschaft, die Spaß an ihrem neuen Spiel hat. Marco Reus, Ilkay Gündogan und Henrikh Mkhitaryan, die Protagonisten des Dortmunder Offensivspiels, setzen Tuchels Vorgaben perfekt um und vorne profitiert Pierre-Emerick Aubameyang von deren kreativem Schwung und hat so auch nochmal einen Schritt nach vorne gemacht.

In dieser Saison wird das trotzdem nicht zur Meisterschaft reichen. Mit der Europa League und dem DFB-Pokal bieten sich den Dortmundern aber noch zwei Titel-Chancen. Sollten sie den Pokal gewinnen, vielleicht sogar im Finale gegen die Bayern, wäre das das richtige Zeichen an die Konkurrenz. Denn in der kommenden Spielzeit muss der BVB bereit sein, die Münchner auch in der Liga herauszufordern. Die sind in Jahren nach großen Turnieren erfahrungsgemäß anfälliger, außerdem ist nicht klar, wie schnell die Mannschaft unter dem neuen Trainer Carlo Ancelotti in die Spur findet.

Für die Dortmunder ist es nun ganz wichtig, ihre positive Entwicklung fortzuschreiben. Dazu gehört natürlich, dass sie im Sommer allen finanziellen Verlockungen widerstehen und die Mannschaft zusammenhalten. Außerdem müssen sie natürlich über die eine oder andere Verstärkung nachdenken, etwa in der Innenverteidigung oder auf der Torhüterposition. Wie wichtig der Torwart ist, lässt sich gerade beim FC Arsenal beobachten, der vor allem dank Petr Cech nach Jahren mal wieder ein ernsthafter Titelkandidat ist. Das sollte der BVB in der kommenden Saison auch anstreben.

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