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11/04/2016 11:19 CEST | Aktualisiert 12/04/2017 07:12 CEST

Kai Noon - Die Bundesliga-Kolumne: Zwei aus sieben

Mit Hannover steht der erste Absteiger quasi fest. Wer wird der zweite und wer geht in die Relegation?

Man gewöhnt sich langsam daran, dass kurz vor dem Saisonende noch fast die halbe Liga mitten im Abstiegskampf steckt. So ist es auch in diesem Jahr. Mit Hannover 96 hat sich zwar das erste Team schon so gut wie verabschiedet aus der Liga. Aber von Platz zwölf bis 17 wird noch kräftig gezittert. Ein kurzer Blick auf alle Abstiegskämpfer.

12. VfB Stuttgart, 33 Punkte

Der VfB Stuttgart dürfte mit dem Abstiegskampf eigentlich überhaupt nichts zu tun haben. Dafür ist die Qualität des Kaders viel zu gut. Doch die Stuttgarter leiden noch unter dem miserablen Saisonstart mit Alexander Zorniger als Trainer. Und sie haben in der Rückrunde zu früh den Gang rausgenommen. Das rächt sich jetzt. Denn der Abstand nach unten ist ziemlich knapp und jetzt müssen sie nach Augsburg und dann kommt Dortmund. Das birgt Gefahr.

Das Restprogramm: Augsburg (A), Dortmund (H), Bremen (A), Mainz (H), Wolfsburg (A).

13. SV Darmstadt 98, 32 Punkte

Die „Asterix & Obelix"-Mentalität der Darmstädter beeindruckt mich. Der tapfere Aufsteiger lässt sich einfach nicht unterkriegen. Selbst nach acht sieglosen Spielen verlieren sie nicht die Nerven und gewinnen halt in Hamburg. Was mich wundert, ist, dass sie noch so viel Kraft haben. Selbst alte Haudegen wie Sandro Wagner und Peter Niemeyer. Von der Qualität des Kaders sind sie ein natürlicher Abstiegskandidat, und bei nur vier Punkten Vorsprung sind sie auch weiterhin akut bedroht, aber ich traue ihnen den Klassenerhalt zu.

Das Restprogramm: Ingolstadt (H), Köln (A), Frankfurt (H), Hertha (A), Mönchengladbach (H).

14. 1899 Hoffenheim, 31 Punkte

Julian Nagelsmann hat einen klaren Plan für die TSG Hoffenheim. Und das Team folgt dem 28-Jährigen Trainer. Wie sie das Spiel in Frankfurt gewonnen haben, obwohl bei weitem nicht alles rund lief, hat mich beeindruckt. Die offensive Qualität des Kaders ist in jedem Fall überdurchschnittlich. Wenn die Spieler weiterhin auf ihren jungen Trainer hören, können sie sicher da unten rauskommen.

Das Restprogramm: Hertha (H), Mönchengladbach (A), Ingolstadt (H), Hannover (A), Schalke (H).

15. FC Augsburg, 30 Punkte

Ehrlich gesagt, dachte ich, der FCA wäre in dieser Saison fällig. Gründe für den Abstieg gibt es ja genügend: Die Dreifachbelastung mit der Europa League schwächte das Team. Das Duell mit dem FC Liverpool, ein Highlight für jeden Profi, lenkte von der Liga ab. Und dass Trainer Markus Weinzierl unbedingt weg will, weil er in Augsburg keine Entwicklungsmöglichkeit mehr sieht, ist auch kein Geheimnis und nicht zwingend leistungsfördernd. Doch die Augsburger fallen bislang nicht auseinander, sondern berappeln sich immer wieder wie zuletzt beim Sieg in Bremen nach Rückstand. Ihr größter Trumpf ist und bleibt ihre kämpferische Einstellung.

Das Restprogramm: Stuttgart (H), Wolfsburg (A), Köln (H), Schalke (A), Hamburg (H).

16. Werder Bremen, 28 Punkte

Die Bremer haben genau ein Pfund im Abstiegskampf: Claudio Pizarro. Im Abstiegsduell gegen den FC Augsburg fehlte der 37-jährige Routinier verletzt und prompt verloren die Bremer dieses entscheidende Match. Diese Niederlage darf natürlich nicht passieren, das geht überhaupt nicht im Abstiegskampf. Es ist aber auch bezeichnend für ein Team, wenn es so sehr von einem 37-Jährigen abhängig ist. Die Bremer müssen hoffen, dass Pizarro in den restlichen fünf Spielen beschwerdefrei ist und sich ansonsten zwei Teams finden, die noch weniger hinkriegen. Sonst sieht es sehr nach direktem Abstieg aus.

Das Restprogramm: Wolfsburg (H), Hamburg (A), Stuttgart (H), Köln (A), Frankfurt (H).

17. Eintracht Frankfurt, 27 Punkte

Nach dem 25. Spieltag trennte sich die Eintracht von Armin Veh. Ihm trauten die Frankfurter den Klassenerhalt nicht mehr zu. Nach nur vier Partien und der 0:2-Pleite gegen Hoffenheim ist der Effekt des Trainerwechsels allerdings schon verpufft. Herzlichen Glückwunsch, Niko Kovac, zum Sieg gegen Hannover 96. Aber gegen welches andere Team soll sein Team gewinnen? Ich bin mir nicht mal sicher, ob die Hessen heute noch gegen Schlusslicht 96 gewinnen würden. Ohne Alex Meier geht nichts bei der Eintracht. Kein anderes Team ist derart abhängig von nur einem Spieler (außer vielleicht Werder). Alle Hoffnung richtet sich jetzt auf eine baldige Rückkehr des rekonvaleszenten Torjägers.

Das Restprogramm: Leverkusen (A), Mainz (H), Darmstadt (A), Dortmund (H), Bremen (A).

18. Hannover 96, 18 Punkte

Hannover 96 befindet sich auf Abschiedstour aus der Bundesliga. Das Aufbäumen mit dem respektablen 2:2 bei Champions-League-Kandidat Hertha kommt zu spät. Die Verpflichtung von Thomas Schaaf im Winter war die letzte krasse Fehlentscheidung in einer langen hannoverschen Fehlerkette. Der Wunschtrainer von 96-Boss Martin Kind hat nie eine passende Idee für die Mannschaft gefunden. Allerdings wären wohl auch andere Trainer an der Mission Klassenerhalt gescheitert, nur vielleicht nicht ganz so krachend. Für 96 hat es immerhin einen Vorteil, dass sie so früh abgeschlagen sind: Sie haben Planungssicherheit für die kommende Saison. Das sollten sie nutzen.

Das Restprogramm: Mönchengladbach (H), Ingolstadt (A), Schalke (H), Hoffenheim (H), Bayern (A).

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