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01/08/2015 14:50 CEST | Aktualisiert 01/08/2016 07:12 CEST

Neuerscheinung "Obvicioun II" - Hardcore Thriller - Band 2

k.y.laval

Auszug aus dem Kapitel "Sidmawuk"

Plötzlich ist ihm, als höre er etwas. Er erhebt sich wieder, folgt den Geräuschen. Er blickt hoch zu den stillgelegten Maschinen. Erst kann er niemanden entdecken, dann aber meint er, ein kleines Mädchen dort oben wahrgenommen zu haben. Nur einen Schatten, weiter nichts. Einen Schatten und das Geräusch kleiner Füße auf Metallgitter. Simo stellt die Ohren auf, macht einen Schritt auf die stählerne Treppe zu. An ihrem unteren Ende macht er halt und blickt nach oben.

„Hier, Mikey, hier", vernimmt er plötzlich eine Stimme hinter sich.

Simo dreht den Kopf herum. Und nachdem er sie erblickt hat, dreht er auch den restlichen Körper. Sein Blick fällt auf das kreisrunde Loch in ihrem Kopf, auf die Stelle, wo ihr linkes Auge sein sollte.

Das kleine Mädchen lächelt ihn an. „Und, hast du deine Freundin gefunden", fragt sie ihn.

Simo starrt sie lediglich an. Es fühlt sich für ihn so an, als habe sie den Dämon in ihm jäh aus seiner Ruhe gerissen. Simo fletscht die Zähne.

Das Mädchen lächelt immer noch. „Mikey?"

Simo macht knurrend und mit gesträubtem Fell einen Schritt auf sie zu.

„Mikey, kannst du dich daran erinnern, was ich dir gesagt habe?"

Wieder ein Knurren.

„Jetzt bist du hier. Du hast die Tür bereits geöffnet. Jetzt liegt es an dir, ob du auch eintrittst."

Der Schmerz in Simos Kopf nimmt wieder zu. Dumpf pocht er ihm von innen gegen die Schläfen. Er hat das Gefühl, als habe jemand in seinem Gehirn Feuer gelegt. Das Denken fällt ihm schwerer und schwerer. Die Lefzen wandern höher, entblößen sein Zahnfleisch. Er will seine Zähne in etwas graben, etwas zerreißen, Blut schmecken, um den eigenen Schmerz auszuschalten. Etwas wütet in ihm. Lange kann er es nicht mehr zurückhalten. Simo setzt zum Sprung an, doch das Mädchen wendet seinen Kopf langsam nach links und dann nach rechts. „Hier ist er nicht, Mikey. Du wirst nach unten gehen müssen."

Für einen Moment lässt Simo die Lefzen sinken. Er legt den Kopf schief, lässt das Mädchen nicht aus den Augen.

„Seine Zelte hier hat Seth abgerissen. Und doch ist es der sicherste Ort. Keiner würde ihn hier ein zweites Mal vermuten." Sie deutet auf die Sigille. Simo folgt ihrem Finger. „Die Hölle liegt unter der Erde." Kally dreht sich um, öffnet das große Tor, das nach draußen führt.

Simo bellt ihr hinterher, doch Kally hört ihn nicht mehr. Als das Sonnenlicht, gleißend weiß, ins Innere der Fabrik fällt, kneift Simo die Augen zusammen. Kally scheint mit dem Licht zu verschmelzen, bis Simo sie nicht mehr sehen kann. Er senkt den Kopf. Seine Augen schmerzen. Das grelle Licht hat ihn geblendet. Jetzt führt der Blick nach innen.

Simo kann sich selbst sehen, wie er im Dunklen eine Treppe hinuntersteigt. Es ist eine Wendeltreppe. Sie führt weit hinunter. Je weiter er nach unten gelangt, desto lauter wird das maschinenartige Hämmern und Dröhnen in seinem Kopf. Stimmen mischen sich dazwischen. Es fühlt sich an, als ob sein Trommelfell sich nach außen böge. Simo kann die Stimmen nicht verstehen, aber sie erscheinen ihm vertraut. Zusammen mit dem Gedröhne ergeben sie eine Geräuschkulisse, die, so erscheint es ihm, von einem Ende seines Schädels zum anderen geworfen wird, bis ein künstlicher Stereoeffekt eintritt:

„LUCIFER, LEVIATHAN, SATAN, BELIAL..."

Simo fletscht seine Zähne. Die Worte wüten in seinem Kopf. Der Dämon in ihm formt sie immer wieder aufs Neue, wie ein Mantra, dessen Zweck es ist, einen Trancezustand zu erreichen.

„LUCIFER, LEVIATHAN, SATAN, BELIAL, LUCIFER, LEVIATHAN..."

„ORIENS, PAYMON, ARITON, AMAYON, ORIENS..."

„Es ist die Stunde, in der sich die Sonne verdunkelt, in der die Finsternis um sich greift, die Stunde, in der das Wort verlorengeht."

„IOSUA, ORILU, SISIS, ULIRO, AUSOI..."

„Einsam, jenseits von Kälte, jenseits von Hitze, jenseits der Götter, jenseits der Menschen, gekommen aus der tiefsten Tiefe, alt, älter, über alles Erinnern hinaus."

„LUCIFER, LEVIATHAN, SATAN, BELIAL!"

„Wir stehen vor Dir, um die Macht über Leben und Tod zu fordern. Empfange das Blut, welches Leben gibt. Lucifer, Leviathan, Satan, Belial..."

„LUCIFER, LEVIATHAN, SATAN, BELIAL - EMPFANGT DAS OPFER! SIDMAWUK - EMPFANGE DAS OPFER!"

Simos Körper wird geradezu geschüttelt. Schmerzvoll wandern die Lefzen wieder höher. Die Worte brennen in seinen Ohren, hämmern in seinem Kopf, scheinen aus keiner und gleichzeitig aus allen Richtungen zu kommen. Die Worte selbst ändern die Reihenfolge, werden rückwärts gesprochen und fließen ineinander. Das Hämmern der Maschinen schafft eine Untermalung, die zusammen mit den Versen infernalischen Lärm erzeugt, eingeschlossen in Simos Kopf, der viel zu klein zu sein scheint für eine derart mächtige Resonanz.

Vor seinem geistigen Auge sieht Simo seinen Schädel aufbrechen. Die mächtigen Klauen, die sich ihren Weg in die Freiheit bahnen, brechen den Knochen, als sei er lediglich eine Eierschale. Heraus steigt ein Wesen mit einem Maul, ausgestattet mit Kiefern, die mit rasiermesserscharfen Zähnen bestückt sind. Seine Augen sind glühend rot, eine schwarze, sichelförmige Pupille zieht sich von oben nach unten. Das wolfartige Tier besitzt Bockshörne und ein Ziegenbart ziert sein Kinn. Simo blickt sich selbst in die Augen. Das Tier fixiert ihn, lässt seinen Blick nicht von ihm ab, während es knurrend und zähnefletschend sein pechschwarzes Fell sträubt, seinen Rachen weit öffnet, um sich Simo einzuverleiben...

Simos Herz rast. Plötzlich hat er es sehr eilig nach unten zu kommen. Allmählich weicht der Schleier, den das Licht über seine Augen gelegt hat, und er erblickt zwei junge Männer und einen kleinen Jungen, eingeschlossen in Gefängniszellen und voneinander getrennt durch Gitterstäbe. Das massive Tor am Ende des Zellentraktes wird geöffnet. Die Neonleuchten flackern kurz auf, ehe sie hell erstrahlen.

Der kleine Junge in der ersten Zelle hat sich mit dem Rücken an das Gitter der Zellenrückwand gedrückt, die Knie angezogen und den Kopf auf seine gekreuzten Arme gelegt.

Der Mann nähert sich ihnen mit gemächlichen, fast schon unbeholfenen Schritten. Er scheint keine Eile zu haben. Schließlich hält er vor der dritten Zelle, jener, die Simo am nächsten liegt. Der Mann schließt die Tür auf und tritt ein.

In der Zelle hockt ein junger Mann mit zerzausten, dunklen Haaren auf dem Boden. Beim Anblick von Seth versteift sich sein Körper und er blickt demütig an ihm hoch.

„Steh auf", befiehlt er dem Jungen.

Der Junge, dessen Name Mick ist, gehorcht beinahe willenlos und mechanisch, weicht aber trotzdem ein paar Schritte vor Seth zurück.

Simo fletscht erneut die Zähne und gibt ein unnatürliches, fast menschliches Knurren von sich, als Seth auf den Jungen zugeht, ihn an seinem T-Shirt fasst und zu sich heranzieht. Dabei bemerkt Simo den Grund für den seltsamen Gang: Aus den Stiefelspitzen ragen zehn Zentimeter lange Metallstifte mit scharf geschliffenen Spitzen.

„Heute ist dein großer Tag, Süßer", sagt Seth zu ihm. Daraufhin klammert sich der junge Mann in der Nachbarzelle an die Gitterstäbe, die ihn von seinem Bruder trennen. „Was hast du mit ihm vor", ruft er gereizt.

„Das wirst du gleich erleben, mein Lieber. Aus der ersten Reihe sozusagen." Seth grinst. Im nächsten Moment trifft Mick Seths Faust im Gesicht. Micks Nasenbein bricht und er knallt mit dem Kopf gegen das Gitter hinter ihm. Langsam rutscht er mit dem Rücken an den Gitterstäben nach unten, während ihm das warme Blut über und in den Mund läuft. Danach bleibt er mit aufgestellten Knien sitzen. Starr blickt er geradeaus, geradewegs durch Seths Beine. Mick weiß, dass er hier und jetzt sterben wird...

****

Obvicioun II - Die Hölle breitet sich aus. Eine liegen gelassene DVD, auf der deutlich die Folterung und Ermordung Mikeys, Gitarrist von Obvicioun, zu sehen ist, löst eine schreckliche Ereigniskette aus. Plötzlich steht Simo, der diese Aufnahme gesehen hat, unter Verdacht, seinen Vater bestialisch getötet zu haben. Seinen Vater, der, gleichwie sein Bruder und Seth Butcher, Boss des Snuff-Porno-Ringes Guinea Pics, Mitglied eines Ordens war, dessen Ziel darin bestand, einen Dämon zu erschaffen, der auf ihrer eigenen pervertierten Auslegung der babylonischen Schöpfungsgeschichte beruhte, um alles Schwache auszurotten...

Dieses eBook enthält explizite Darstellungen von Sex und Gewalt und ist für Personen unter 18 Jahren nicht geeignet.

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