BLOG
25/12/2016 06:42 CET | Aktualisiert 26/12/2017 06:12 CET

Ein Gespräch mit Doktor Eisenfaust: "Du bist die treibende Kraft"

Julien Backhaus

Wladimir Klitschko ist Doktor Eisenfaust. Aber nicht nur seine Fäuste sind eisenhart, sondern auch sein Wille - seine Disziplin. Als ich mich mit ihm in Hamburg traf, kamen all seine Erfolgsgeheimnisse ans Licht. Das wohl wichtigste davon: Du bist die treibende Kraft.

Rat an seine kleine Tochter

Diesen Satz würde er nämlich seiner Tochter Kaya mit auf den Weg geben, wenn sie eines Tages erwachsen ist und in die weite Welt hinaus will. Ihn begleitet diese Aussage schon lange. Immer schon war ihm bewusst, dass nur er in seinem Leben was verändern kann. Der abgewandelte John F. Kennedy-Satz lautet also in Klitschko-Manier: Frag nicht, was die Welt für dich tun kann, sondern was du für die Welt tun kannst. Die Erwartungshaltung, dass uns irgendwer etwas schuldig ist, bringt uns kaum vorwärts. Wir müssen die Ärmel hochkrempeln und etwas in Angriff nehmen. Vorbereitung? Ja. Lange zögern? Nein.

2016-12-20-1482236990-5329397-wladimirklitschko_julienbackhaus_huffingtonpost.jpg

Schule des Erfolgs

Klitschko selbst krempelt sie ziemlich oft hoch, denn er ist ein typischer Unternehmer. Wo er geht und steht sieht er Dinge, die eine Veränderung nötig hätten. Oder Situationen, zum Beispiel für Kinder, die verbessert werden sollen. In seiner Stiftung, die er vor 13 Jahren mit seinem Bruder gegründet hat, hat er beispielsweise die School of Success gegründet. Kinder aus verschiedenen Ländern kommen zusammen und arbeiten gemeinsam an einem Projekt - einem Kurzfilm. Der wird anschließend sogar im Fernsehen ausgestrahlt. Nicht nur, dass die Kinder Projektmanagement erlernen, ihre Kreativität ankurbeln und Aufgaben untereinander delegieren. Sie erfahren sogar, was Globalisierung heißt. Denn die Sprachbarrieren müssen spielerisch überwunden werden, um das Projekt erfolgreich zu machen.

Der Macher Wladimir - der Herausforderer Klitschko

Das ist nur ein Beispiel von vielen, die der Macher Wladimir Klitschko auf die Beine gestellt hat. Neuerdings bringt er Studenten an der Schweizer Universität St.Gallen bei, wie man mit Herausforderungen umgeht und innovative Lösungen erarbeitet. Den Studiengag hat er exklusiv mit der Elite-Uni initiiert. Die Studenten allerdings sind keine Teenies. Gestandene Unternehmer und Manager sitzen auf den Bänken, um vom Meister (besser gesagt vom Weltmeister) zu lernen.

Nach dem ersten Jahrgang wurde deutlich, dass Klitschko kein Vorleser ist. Er hat die Teilnehmer gepackt und durchgeschüttelt - auf intellektuelle Weise. Denn den Studenten wurde klar, dass eben sie selbst der alles entscheidende Faktor sind. Nicht die Umwelt, nicht die Umstände. Allein aus dem ersten Jahrgang sind vier neue Unternehmer entstanden und mutige Projekte wurden geboren. Nur ein echter Inspirator kann das bewirken.

Allein gegen den Rest der Welt?

Darin liegt ein weiterer Erfolgsfaktor Klitschkos: „Meine Sparringspartner sollten mich in der Kampfvorbereitung besser werden lassen. Aber letztlich wurden auch sie selbst zu neuen Meistern." Wer also stets versucht, allein die Welt aus den Angeln zu heben, wird es nicht leicht haben. Wird auch selten merken, ob er besser geworden ist. Mit Partnern und einem Team lässt sich da schon ganz Anderes bewirken.

You are the driving force. Es beginnt bei dir.

Lesenswert:

Ihr habt auch ein spannendes Thema?

Die Huffington Post ist eine Debattenplattform für alle Perspektiven. Wenn ihr die Diskussion zu politischen oder gesellschaftlichen Themen vorantreiben wollt, schickt eure Idee an unser Blogteam unter blog@huffingtonpost.de.