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22/04/2016 13:51 CEST | Aktualisiert 23/04/2017 07:12 CEST

Auf die Kabel, fertig, los! Die unterschätze Gefahr für Rechenzentren

Mikhail Tchkheidze via Getty Images

„Hacker-Angriff auf den Bundestag", „Computer-Virus legt Krankenhaus lahm", „100.000 Euro Schaden nach Hackerangriff ..." - die Berichterstattung zu Hacker-Angriffen in den Medien ist groß! Dabei gibt es eine weitaus größere Gefahr - und diese ist keine Unbekannte.

Der Verursacher ist meist klein, der Schaden dafür umso größer... Viele von uns haben die dramatischen Auswirkungen bereits selbst zu spüren bekommen. Man denke nur an den Motorschaden im Auto oder an das angenagte Telefonkabel zuhause.

Die Vorliebe für Kabel und Schläuche sämtlicher Nagetiere ist bekannt, doch dass die nun die meisten Internet- und Stromausfälle zu verantworten haben, ist doch überraschend. Die Meldung dahinter: Nicht etwa Cyberkriminelle sorgen für die meisten Strom- und Internetausfälle. Nein - Eichhörnchen stellen die viel größere Gefahr dar!

Die Webseite CyberSquirrel dokumentiert weltweit bestätigte Fälle, in denen Tiere Internet- oder Stromleitungen gekappt haben. Spitzenreiter sind Eichhörnchen mit derzeit 702 herbeigeführten Schadensfällen, gefolgt von Vögeln mit 277 Fällen und Waschbären mit 53 Fällen.

Können Nagetiere größere Schäden herbeiführen?

Können sie etwa ein ganzes Rechenzentrum lahmlegen und damit beispielsweise die Verarbeitung von Daten verhindern? Was für weitere naturgegebene Einflüsse gibt es, die Auswirkungen auf den reibungslosen Ablauf eines Rechenzentrums haben? Laut einer Studie von Dynamic Markets ist jedes zweite Unternehmen, das ein Rechenzentrum in Deutschland, Großbritannien oder der Türkei betreibt, für Naturkatastrophen nicht ausreichend gerüstet.

So sind in Deutschland beispielsweise gerade einmal 36 Prozent der Rechenzentren angemessen auf ein mögliches Erdbeben vorbereitet. Vor Hochwasser sind weniger als die Hälfte, nämlich nur rund 40 Prozent, sicher. Dies wirkt sich deutlich auf die Ausfallrate der Rechenzentren aus - 39 Prozent der Rechenzentren haben Störungen aufgrund von Erdbeben und anderen Naturkatastrophen zu verzeichnen.

Die richtigen Maßnahmen für den Notfall

Doch wie können sich Rechenzentren vor diesen Natureinflüssen schützen? Um einen Punkt vorwegzunehmen: Entwarnung für alle Nagetiere. Trotz eifriger Bemühungen findet so ein Nager wohl kaum ein Schlupfloch in den massiven Betonbau eines modernen Rechenzentrums hinein. Falls doch, wäre ihm der Weg im Inneren schnell abgeschnitten. Rechenzentren verfügen über diverse Schleusentüren - sogenannte stufenweise Sicherheitsebenen, die alle Bereiche einzeln abtrennen und sichern.

Auch gegen Naturkatastrophen und Stromausfälle können sich Rechenzentrumsbetreiber gut schützen. Modernste Technologien ermöglichen mittlerweile eine nahezu garantierte Ausfallsicherheit. Betreiber greifen hierfür in der Regel auf eine redundante Stromversorgung mit Notstromgeneratoren zurück, sodass der Betrieb bei einem Stromausfall weiterläuft. Sogenannte N+N-Backup-Generatoren mit über 24 Stunden Betriebsautonomie sichern ebenfalls einen kontinuierlichen Betrieb.

Viele Rechenzentren verfügen auch über eine Tier III+ Garantie. Dies bedeutet, dass das Rechenzentrum über mehrere Brandabschnitte gesichert ist und eine Ausfallzeit von weniger als zwei Stunden pro Jahr zu verzeichnen hat. Zusätzlich gibt es spezielle Vorkehrungen für Brandfälle.

Natureinflüsse sämtlicher Art - von Nagetieren bis hin zu Naturgewalten - sollten demnach einem gut ausgestatten Rechenzentrum nichts anhaben können! Aber wehe dem, der seine Infrastruktur und Server nicht ausreichend schützt. So können aus niedlichen Eichhörnchen wahre Cyber Krieger werden, die mit einem Biss das Internet abschalten können.

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