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12/02/2016 06:51 CET | Aktualisiert 12/02/2017 06:12 CET

Universitäten im 21. Jahrhundert - Sind wir danach wirklich klüger, oder wissen wir bloß mehr?

moodboard via Getty Images

Wissen und Intelligenz geht nicht immer Hand in Hand, doch noch nie war es so auffällig wie heute. Immer mehr junge Menschen, zumeist Studenten, werden an den Universitäten wahrlich zu blinden Wissensmonstern ausgebildet.

Leider kenne ich dies selbst nur zu gut, zwei Wochen wird gelernt, Zahlen, Fakten, Formeln, Definitionen, Ende nie, bei der Prüfung werden diese dann stupide wiedergegeben (von Studierenden liebevoll Bulimie-Lernen genannt), ohne jedoch den Sinn all dieser „erlernten" Dinge zu verstehen und zu hinterfragen.

Dafür bleibt schlicht keine Zeit, denn die elektronisch verteilten Skripten der Vortragenden mit unzähligen Seiten lernen sich schließlich nicht von alleine. Leider nahm die Qualität der meisten Studien in den letzten Jahren der Technisierung nicht zu sondern wurde eher in Quantität verwandelt. Wo früher ein Buch als Vorlesungsunterlage diente und dieses dafür ausführlich behandelt wurde, stehen nun einfach fünf oder sechs elektronische Referenzen aus denen die Vorlesung zusammengesetzt ist, natürlich alle prüfungsrelevant.

Kein Wunder also, dass kaum jemand versucht das Erlernte zu verstehen sondern so nur bestrebt ist so viel wie nur irgend möglich in seinen Kopf zu stopfen.

Um ehrlich zu sein, diese Art der Bildung macht mir Angst, denn wir, die so oft genannte Generation Y verlernt das selbständig Denken, das kreativ sein, das verrückt sein. Es bleibt kaum Platz zum Atmen, die Leistung muss erbracht werden, koste es was es wolle. Im Sommer natürlich ein Praktikum bei einer renommierten Firma. Zwei Monate ohne Eintrag im Lebenslauf, hat man da etwa einfach Mal nichts gemacht? Das geht doch gar nicht. „

Du hast mit 23 noch nicht deinen MBA? Was hast du denn gemacht?" Diese hochleistungsfähigen Individuen (ich traue mich schon bald nicht mehr sie Menschen zu nennen, denn kaum einer von ihnen besitzt gesunden Menschenverstand) sind zwar gut in der Tätigkeit die sie an ihrer Uni erlernt haben, scheitern jedoch schon an den kleinsten Problemen die nicht der Norm entsprechen.

Ist es wirklich das was wir wollen? Laufende Datenbanken vollgestopft mit Wissen, das ihnen nur leider nichts nützt, da sie nicht mehr selbständig denken können? Ich für meinen Teil kann gerne darauf verzichten...

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