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03/09/2015 06:40 CEST | Aktualisiert 03/09/2016 07:12 CEST

Handel im Zeitalter der Convenience Economy

Roberto Machado Noa via Getty Images

Wenn Sie zu denjenigen gehören, die zu den regulären Ladenöffnungszeiten arbeiten und es allenfalls Samstag Nachmittags einmal in ein Geschäft schaffen - ganz egal, ob Sie einen Anzug oder nur ein paar Socken kaufen möchten - und sich jedes Mal darüber ärgern, wie diese Besorgungen einen Großteil des kostbaren Wochenendes dominieren - dann gehören Sie zu den Kunden, die sich einen Umbruch im traditionellen Handel wünschen. Die guten Nachrichten sind: Es hat sich schon viel getan. Ein kurzes Resümee:

In den guten, alten Zeiten gab es wenig Alternativen zum Besuch in einer Boutique oder einem Kaufhaus. Dort wurde man von freundlichen Verkäufern empfangen, die ihrem (aber nicht zwingend Ihrem!) Geschmack entsprechend ausgewählte Einzelteile in die Kabine brachten. Das kostete zwar Zeit, aber man fühlte sich gut beraten und vor allem bestätigt („Das steht Ihnen besonders gut, passt so schön zu Ihrer Haarfarbe!").

Zeitsparender Evolutionsschritt

Ein erster zeitsparender Evolutionsschritt folgte schnell - insbesondere in Deutschland: die Ära des Katalogshoppens. Ein Blick in den Katalog, ein paar Eselsohren auf den Hochglanzseiten, schnelles Ausfüllen des Bestellscheins, und wenig später stand das Paket vor der Tür. Was gefiel, das behielt man, das, was nicht passte, wurde wieder zur Post gebracht. Das war praktisch.

Auch wenn die Auswahl - je nach Anbieter - meist begrenzt war, so ersparte es einem den Trip in das nächste Kaufhaus, in dem eh gefühlt immer zu wenig Verkäufer arbeiten. Mit dem Siegeszug des Online Shoppens fiel das Problem der mauen Auswahl weg: Sämtliche Marken und Markenartikel aus der ganzen Welt wurden dem Endkonsumenten im Web zugänglich gemacht.

Dadurch entstand aber ein neues Manko: Man hatte plötzlich die Qual der Wahl und stand allein vor einer schier endlosen Auswahl an Möglichkeiten. Welche der 10.000 blauen Jeans, die mir der Shop bietet, ist eigentlich die richtige für mich? Die Auswahl war zeitintensiv und das Shoppingerlebnis frustrierend, wenn von den fünf bestellten Teilen im Paket nur eines passt.

Es tut sich was

Die gute Nachricht ist: Es tut sich was. Willkommen im Zeitalter der Convenience Economy, auf deren Erfolg Companies wie der Fahrservice Uber, der Lebensmittel-Lieferdienst HelloFresh oder der SMS-Dienst GoButler groß geworden sind. Das beeinflusst auch den Handel. Egal ob Mode, Wein oder Essen: Kuratierte Angebote werden im ECommerce zunehmend populärer.

Man wählt nicht mehr aus einem schier endlosen Sortiment von 1.000 Artikeln aus, sondern aus einer kleineren, auf individuelle Bedürfnisse zugeschnittene Auswahl, oft wird diese von einem Berater bzw. Experten des Unternehmens zusammengestellt, entweder vorab als Auswahloption auf der Website oder im Anschluss an ein Gespräch mit dem Kunden direkt.

Ein Modell mit Perspektive

Das spart Zeit, ist bequem und inspiriert mit neuen Ideen und Produkten. Ein Modell mit Perspektive: Laut einer aktuellen ECC Studie kann sich schon jeder fünfte vorstellen, z.B. einen Personal Shopping Service in Anspruch zu nehmen. Die Befragten sehen klare Vorteile: Knapp die Hälfte möchte Zeit sparen, fast 40 % einmal etwas Neues ausprobieren. In einer Gesellschaft, die zunehmend mehr Wert auf bequeme und zeitlich flexible Dienstleistungen legt, wird dieses Prinzip des Einkaufens den Handel von morgen nachhaltig revolutionieren.

Doch damit ist es nicht getan - zum Thema Convenience gehört - neben einer reibungslosen und guten Beratung natürlich - auch, den Kunden verstärkt auf den alltäglichen Kanälen abzuholen, wo er sich eh aufhält. Zunehmend werden daher bereits Tools wie. z.B. Messengerdienste im Kundenservice oder der Beratung eingeführt, die eine direkte Kommunikation, die nicht an fixe Öffnungs- oder Kundenservicezeiten gebunden ist, ermöglichen.

All diese Punkte haben mich bei der Gründung und dem Aufbau von OUTFITTERY motiviert und angetrieben und wir arbeiten im Team täglich daran, den neuen Anforderungen gerecht zu werden und den Umbruch im Handel ein Stück weit voranzutreiben.

Im Endeffekt können Sie also beruhigt sein: Dank der Convenience Economy gehört der Samstagnachmittag wieder Ihnen.

Julia Bösch wird als Table Captain bei Bits & Pretzels mit dabei sein!

Um das Startup-Ökosystem zu stärken haben die Bits & Pretzels Veranstalter das Table Captain-Prinzip ins Leben gerufen. An jedem Tisch im Schottenhamel Festzelt wird ein Gast mit besonderer Expertise (CEO, CTO, Investor, Professor, Chief-Editor, etc.), ein sogenannter Table Captain, sitzen. So haben alle Teilnehmer die Möglichkeit in einer angenehmen Networking-Atmosphäre in Konversation mit Experten zu treten und ihr Wissen auf ein anderes Level zu bringen.

Insgesamt werden 300 Table Captains bei Bits & Pretzels mit dabei sein!

  • LeserInnen der Huffington Post bekommen mit dem Zugangscode (BP_HuffingtonPost) auf Bits & Pretzels Tickets einen extra Discount von 10%.
  • Das Gründerfestival „Bits & Pretzels", eines der größten Gründerevents in Europa (www.bitsandpretzels.com), findet vom 27. bis 29. September statt. Über 3.600 Gründer, Investoren und Innovatoren aus aller Welt - vor allem auch aus den Tech-Hochburgen Silicon Valley, London, Tel Aviv, Berlin und natürlich aus München werden erwartet.

    Als Highlight werden am dritten Tag (29. September) alle 3600 Teilnehmer das Networking im Schottenhamel Festzelt auf dem Oktoberfest ausklingen lassen. Das ist eine Weltpremiere in der 205-jährigen Historie des Oktoberfests.

  • Speaker bei Bits & Pretzels: Unter anderem mit dabei sind die Größen der erfolgreichen digitalen Unternehmen wie Phil Libin (CEO Evernote), Mikkel Svane (Co-Founder & CEO Zendesk), Florian Leibert (Co- Founder & CEO Mesosphere), Pieter van der Does (Co-Founder & CEO Adyen), Florian Gschwandtner (Co-Founder & CEO Runtastic) und Niklas Oestberg (Delivery Hero). Weitere Speaker auf http://www.bitsandpretzels.com/speaker/.

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