BLOG
09/06/2015 11:01 CEST | Aktualisiert 09/06/2016 07:12 CEST

5 Gründe, warum Deutsche beim Zähneputzen ihre Gesundheit riskieren

Manche tun es zweimal am Tag, manche vergessen es hin und wieder. Und stehen mal mit Hingabe, mal mit Langeweile vor dem Waschbecken. Aber eins haben viele Deutschen gemeinsam: Sie putzen ihre Zähne falsch.

Thinkstock

Manche tun es zweimal am Tag, manche vergessen es hin und wieder. Und stehen mal mit Hingabe, mal mit Langeweile vor dem Waschbecken. Aber eins haben viele Deutschen gemeinsam: Sie putzen ihre Zähne falsch. Und das mit fatalen Folgen, riskieren sie dabei doch nicht nur ihr strahlendes Lächeln, sondern auch ihre Gesundheit.

Wer falsch putzt, bietet Bakterien reichlich Gelegenheit, sich in der Mundhöhle einzunisten. Dort greift die Säure, die sie produzieren, langsam den Zahnschmelz an, bis Karies oder Parodontitis (in der Gebrauchssprache „Parodontose") entstehen. Dass fast jeder Deutsche früher oder später mit diesen Zahnerkrankungen zu tun hat, zeigt ein Blick auf die Statistik: Rund 80 Prozent der Deutschen haben Parodontose, etwa 98 Prozent leiden an Karies.

Dabei sind beide Volkskrankheiten kein unausweichliches Schicksal - sondern meist Folgen falscher Zahnpflege.

Parodontitits-Patienten riskieren nicht nur teure Implantationen, die übrigens nicht im Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen enthalten sind, sondern auch die Gesundheit ihres Stoffwechsels, ihrer Organe und ihrer Gelenke. Denn wenn das Zahnfleisch blutet und sich langsam zurückzieht, steigt das Risiko an Diabetes, Rheuma und Herzleiden zu erkranken.

Deshalb schützt eine gute Mundhygiene nicht nur vor dem Bohrer, sondern auch vor gefährlichen Allgemeinerkrankungen. Zeit also, einige weit verbreitete Irrtümer aus dem Weg zu räumen.

1. Nach dem Essen Zähneputzen nicht vergessen?!

Den Spruch haben die meisten schon einmal gehört, als sie in der Grundschule das Zähneputzen lernten. Die gut gemeinte Ermahnung entpuppte sich mittlerweile allerdings als Gefahr: Wer zur Zahnbürste greift, nachdem er Saures wie beispielsweise Joghurt, Äpfel oder Rotwein zu sich genommen hat, schadet seinen Zähnen. Weil die Säure den Zahnschmelz angreifen kann, sollte man nach dem Essen mindestens 30 Minuten warten, bevor die Zahnpflege an der Reihe ist.

2. Die Mär der „kreisenden Bewegungen"

Grundschüler lernen so allerhand über die Zahnpflege. Zum Beispiel, dass ihre Zähne mit kreisenden Bewegungen besonders sauber werden. Was für Kinder stimmt, trifft allerdings nicht auf Erwachsene zu: Rüttelnde, nicht kreisende Bewegungen sind für Erwachsene die richtige Putztechnik, um Beläge effektiv zu entfernen.

Doch da die meisten Deutschen nach der zweiten Klasse nicht mehr im Zähneputzen unterrichtet wurden, haben sie die einmal erlernte Technik beibehalten. 57 Prozent der Erwachsenen kreisen durch ihren Mund - zum Schaden ihrer Zähne.

3. Putzen mit Herz und Verstand

Da sie die Notwendigkeit gründlicher Zahnpflege nicht erkannt haben, sehen es viele Deutsche nicht ein, ihren Zähnen zweimal am Tag die volle Aufmerksamkeit zu schenken. Laut einer forsa-Umfrage haben vor allem junge Erwachsene anderes im Sinn als rüttelnde Bewegungen, wenn sie Zähne putzen: 31 Prozent laufen dabei durch die Wohnung, 25 Prozent denken über ihr Leben nach und 4 Prozent schneiden Grimassen oder machen Gymnastik.

Kein Wunder also, dass ihnen bei der Zahnhygiene jegliche Systematik fehlt. Anstatt unüberlegt durch den Mund zu schrubben, ist jedoch eine systematische Reinigung zu empfehlen, bei der kein Zahn in Vergessenheit gerät.

4. Wenn die Zahnbürste zur Waffe wird

Wer fest zudrückt, weil er es besonders gut meint und auch die letzten Reste Plaque entfernen möchte, tut seinen Zähnen keinen Gefallen. Denn großer Druck macht die Zahnbürste zur Waffe, die dann mit ihren Borsten den Zahnschmelz abträgt und das Zahnfleisch reizt. Zu starkes Putzen kann zu einem langfristigen Rückgang des Zahnfleischs und sogar zu freiliegenden Zahnhälsen führen. Deshalb lieber sanft putzen.

5. Zwei Minuten Zähneputzen - fertig?

Richtig angewendet, reinigt die Zahnbürste Kau- und Seitenflächen der Zähne. Die Zahnzwischenräume berührt sie allerdings kaum. Damit sich hier keine Bakterien ansiedeln, sind Hilfsmittel gefragt - Zahnseide oder Interdentalbürsten zum Beispiel. Doch nur rund 40 Prozent der Deutschen nehmen sich Zeit für ihre Zahnzwischenräume. Gut für die Bakterien, schlecht für die Gesundheit.

Wenn Sie Ihre Zähne ernst nehmen und typische Putzfehler vermeiden, werden Sie nicht nur mit einem strahlenden Lächeln belohnt - sondern können auch mit dem guten Gefühl in den Tag starten, etwas für Ihre Gesundheit getan zu haben. Für Ihre Zahngesundheit, aber auch für Ihr Herz und Ihre Gelenke.

Video: Gesundheit: Diese 5 Fehler machen die meisten Menschen beim Zähneputzen

Photo gallery Die Tops und Flops für Ihre Zahnhygiene See Gallery


Sie haben auch ein spannendes Thema?

Die Huffington Post ist eine Debattenplattform für alle Perspektiven. Wenn Sie die Diskussion zu politischen oder gesellschaftlichen Themen vorantreiben wollen, schicken Sie Ihre Idee an unser Blogteam unter blog@huffingtonpost.de.


Hier geht es zurück zur Startseite