BLOG
11/12/2016 07:23 CET | Aktualisiert 12/12/2017 06:12 CET

Männer sind einfach

Serge Krouglikoff via Getty Images

Ja, Männer sind einfach. Und Frauen sind ein Fach. Das muss man studieren. Eduard hatte sich immer für vorurteilslos gehalten - und liberal. Er hatte noch nie viel von Schubladen gehalten, in die man Leute steckt. Aber bald bemerkte er, dass das Schubladisieren etwas ist, was man im Laufe des Lebens lernt und offenbar braucht. Wer Menschen nicht richtig einschätzen kann, fällt immer auf die Nase. Also - sagte er zu sich selbst - aus Gründen ökonomischer Energie-Einsparung sollte man rasch erkennen, mit welchem Typus man es zu tun hat. Dann weiß man, wie man sich zu verhalten hat und spart sich Sackgassen und Umwege.

Seine letzte Sackgasse hatte aus einer Summe leidvoller Erfahrungen bestanden. Er war mal wieder jenem Typus unter den Menschen begegnet, der als "Frau" bezeichnet wird. Was ist eine Frau? Antwort nicht möglich. Denn mit der Aufzählung physischer Merkmale wäre nichts gesagt. Das Problem liegt nicht im Bereich des Körperlichen, glaubte Eduard erkannt zu haben.

Elena hieß sie. Sie war so schön, wie ihr Name andeutete. Und augenscheinlich recht temperamentvoll. Ein Blick, der aus ihren Augen auf ihn fiel - und es war um ihn geschehen. Es war eine solche Tiefe in ihren großen Augen, eine Art Funkeln, als ob aus einem verborgenen inneren Feuer Glut nach oben drang und alles, was in das Blickfeld geriet, in Wärme einhüllte - so hatte er es empfunden. Er konnte sich nicht satt sehen an diesen Augen und war tief berührt, wenn Elena ihn anschaute. Zunächst machte es ihn sprachlos. Aber später sammelte er sich, und es gelang ihm, Kontakt zu ihr herzustellen und sich mit ihr zu verabreden.

Mit dem Kauf von Rosen, gelben, weißen und orangefarbenen, welche er zum ersten Date mitbrachte, hatte er sich allerdings verrechnet.

"Ach, wie schön, dass Sie mir keine roten Rosen mitgebracht haben!", war ihr erster Kommentar.

Wie sollte er das verstehen? War das ironisch? Hätte er rote Rosen mitbringen sollen? Aber wäre das nicht etwas übertrieben gewesen? Rote Rosen bedeuten doch Liebe, und man liebt sich doch nicht schon beim ersten Date. Deswegen hatte er diesen bunten Rosenstrauß mitgebracht, denn das ließ ja alles offen. Männliche Logik. Aber vielleicht nicht weibliche?

"Rote Rosen, das ist doch so ... ", begann er und versuchte, eine passende Antwort zu finden, "so eine etwas abgegriffene Symbolik, deswegen dachte ich ..."

"Rosen haben Dornen", fiel sie ihm ins Wort, "ich hätte lieber Blumen ohne Dornen gekauft", und lächelte.

Auf dem Weg zum Restaurant bekam Eduard Herzklopfen. Denn mit Schrecken dachte er daran, dass Elena den Namen des Restaurants über der Tür lesen und falsch verstehen könnte. Wie konnte er auch nur ein Restaurant auswählen, das "Zur Regentraufe" hieß! Zu spät! Immerhin war es eines der besten Restaurants in der Stadt.

"Ach, vom Regen in die Traufe!", sagte Elena, als sie sich der Tür näherten. Natürlich hatte sie die große Schrift über der Tür nicht übersehen. "Wer denn? Sie mit mir oder ich mit Ihnen?", fragte sie und lachte.

Zum Lesen der ganzen Geschichte, klickhier

Leserumfrage: Wie fandet ihr uns heute?

2016-07-11-1468249306-1333267-umfrage.jpg

Hier geht es zur Umfrage.

Lesenswert:

Ihr habt auch ein spannendes Thema?

Die Huffington Post ist eine Debattenplattform für alle Perspektiven. Wenn ihr die Diskussion zu politischen oder gesellschaftlichen Themen vorantreiben wollt, schickt eure Idee an unser Blogteam unter blog@huffingtonpost.de.