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03/07/2015 05:46 CEST | Aktualisiert 03/07/2016 07:12 CEST

Ein Vergleich: Aktive und passive Fonds

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Ein Fonds ist ein Korb, in den viele Kleinananleger einzahlen und in dem eine Vielzahl an Wertpapieren enthalten sind. Dabei kann die Zusammensetzung eines Fonds ständig verändert werden.

Bei einem aktiv gemanagten Fonds ist ein Fondsmanager dafür verantwortlich und bei einem passiven Fonds kaufen und verkaufen Computer die Wertpapiere. Erfahren Sie mehr über die Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Fondskonzepte.

Das Konzept aktiv gemanagter Fonds im Überblick

Bei aktiven Fonds gibt es einen Fondsmanager, der laufend nationale und internationale Märkte beobachtet. Dabei sucht er das Gespräch mit Analysten und Unternehmen. Er ist auf der Suche nach Wertpapieren von Aktiengesellschaften und Branchen für seinen Fonds, die in näherer Zukunft vermutlich Gewinne abwerfen und wachsen.

Dabei achtet der Fondsmanager in der Regel darauf, dass sich im Fondsvermögen sowohl sichere als auch riskantere Wertpapiere mit großem Potenzial befinden. Erwartet er, dass der Markt bald rückläufig ist oder sogar einbricht, kann er auch die Bargeldquote des Fonds erhöhen.

Insgesamt ist es das Ziel eines jeden Fondsmanagers, den Markt - sprich einen zugrunde liegenden Vergleichsindex - zu schlagen.

Schließlich verursacht das Fondsmanagement Kosten - die sogenannten Verwaltungskosten des Fonds -, die der Fondsmanager gerne wieder hereinholen möchte, damit sich das Investment für den Anleger lohnt.

Dieser muss in der Regel einen Ausgabeaufschlag zahlen, der bei Aktienfonds meist 5 Prozent und bei Rentenfonds 3 Prozent beträgt. Dieser sowie die Verwaltungskosten müssen erst einmal wieder hereingeholt werden, bevor ein aktiver Fonds eine positive Rendite abwirft.

Doch das Ansehen der Fondsmanager hat in letzter Zeit gelitten: Nicht einmal die Hälfte der Fondsmanager konnte die Benchmark, an der sie gemessen werden, schlagen. Und wenn ein Fondsmanager unter dem Vergleichsindex liegt, ist es für den Anleger vorteilhafter, direkt in einen Indexfonds zu investieren und sich die vergleichsweise hohen Verwaltungskosten für einen aktiv gemanagten Fonds zu sparen.

ETFs - passive börsengehandelte Indexfonds

Wer der Meinung ist, dass sich der DAX oder der MSCI World Index gut entwickeln wird, muss nicht dem Können eines Fondsmanagers vertrauen, sondern kann direkt in Aktien- oder Rentenindizes investieren: In sogenannte Indexfonds (ETFs), die einen Index computergesteuert möglichst 1 : 1 nachbilden.

Dabei kann er nicht besser, aber auch nicht wesentlich schlechter als der Index abschneiden, denn auch hier fallen Verwaltungskosten an - aber deutlich niedrigere als bei aktiven Fonds.

Während aktive Fonds in der Regel Verwaltungskosten zwischen 1,5 und 2 Prozent des Fondsvermögens pro Jahr verursachen, kosten ETFs lediglich zwischen 0,2 und 0,5 Prozent. Zudem kosten ETFs keinen Ausgabeaufschlag.

Der großen Vorteile von ETFs sind: Sie sind kostengünstig, transparent und flexibel. Wer wissen möchte, wie sein Fonds gerade steht, braucht nur einen Blick auf den jeweiligen Index zu werfen.

Der MSCI World Index hat in den letzten zehn Jahren trotz Finanzkrise immerhin durchschnittlich um 7,5 Prozent pro Jahr zugelegt. Das ist mehr, als Rentenpapiere und die meisten Immobilien gebracht haben.

Trotz der klaren Vorteile von Indexfonds empfehlen Banker und Finanzberater trotzdem häufig aktive Fonds. Die Ursache hierfür: Sie verdienen daran deutlich mehr.

Somit sind börsengehandelte Indexfonds bzw. ETFs eher etwas für Investoren, die ihre Geldanlage eigenverantwortlich in die Hände nehmen und Kunden einer Direktbank sind.


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