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10/08/2015 09:46 CEST | Aktualisiert 10/08/2016 07:12 CEST

Mehr Konkurrenz am Arbeitsplatz, mehr Arbeit zu Hause. Männer sind doch nicht blöd.

Thinkstock

Mehr Konkurrenz am Arbeitsplatz, mehr Arbeit zu Hause. Männer sind doch nicht blöd.

Die Gleichberechtigung der Frau ist für die Mehrheit der Männer nicht wünschenswert. Es genügt, dass Männer untereinander konkurrieren, auch noch gegen die andere Hälfte der Menschheit, gegen Frauen antreten zu müssen ist unzumutbar.

"Wenn Angela Merkel Bundeskanzlerin wird, kann Gerhard Schröder nicht Bundeskanzler werden", formuliert Walter Hollstein das Problem der Männer heute.

Emanzipierte Frauen bedrohen aber nicht nur die Machtmonopole der Männer, sondern auch den redlich verdienten Feierabend.

Nach der Arbeit Einkaufen gehen, ein Abendbrot zubereiten, die Wäsche bügeln oder gar das Klo putzen, sind unzumutbare Forderungen an das Geschlecht, das gewohnt ist, bedient zu werden.

Nette, liebe Frauen halten sich an die ungeschriebenen Gesetze, sie wisssen, was Frauen- und was Männerarbeit ist, auch wenn sie voll berufstätig sind. Ein echter Kerl wäscht nicht ab, putzt nicht, bügelt nicht. Sitten und Gebräuche sind die stärksten Verbündeten des Mannes.

Ein Mann kann alles tun, nur nicht unbequeme Schuhe tragen, den Beruf für die Kinder aufgeben, Frauen mehr verdienen lassen.

Ein Mann erreicht seine Identität nur in der Opposition zum weiblichen Geschlecht. Eine Frau hat keinerlei Probleme, Hosen zu tragen. Einen Rock zu tragen ist für Männer jedoch ein Ding der Unmöglichkeit, Schotten oder Transvestiten ausgenommen.

Eine Frau kann einen Nobelpreis gewinnen und trotzdem einen Kuchen backen oder ihre Bluse bügeln.

Männer geben das Steuer ungern aus der Hand, sitzt ein Paar im Auto kann man Wetten darauf abschließen, dass die Frau die Beifahrerin ist, Ausnahme, der Mann hat über den Durst getrunken oder ist anderweitig behindert.

Die gesellschaftliche Rollenerwartung verlangt von Männern nach wie vor Erfolg, Macht, Härte und Sieg. Die Helden Hollywoods, die Helden der Wirtschaft und des Sports, d.h. die Vorbilder der Männer, sind Siegertypen, sie dulden keine Weicheier oder Warmduscher. Die meisten Männer haben das verinnerlicht, nur wenige revoltieren.

Die gesellschaftliche Rollenerwartung an die Frau ist nach wie vor, die Familie in den Vordergrund zu stellen, d.h. keine Erfüllung im Beruf zu finden. Es gibt T-Shirts für Schwangere mit der Aufschrift über der Wölbung des Babybauchs: "Statt Karriere".

Ein Spiegelredakteur verkündete vollmundig, dass er sich über Enkelkinder weit mehr freuen würde als über eine Karriere seiner Tochter.

Die absolute Mehrheit der deutschen Männer, 90 %, ist fest davon überzeugt, dass Frauen für die Versorgung und die Erziehung der Kinder zuständig sind. Das war so, das ist so und das soll so bleiben.

Nur so bleiben Frauen unter der Kontrolle der Männer.


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