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24/02/2014 02:51 CET | Aktualisiert 05/05/2015 10:44 CEST

Die sauberste Rendite für Ihr Geld

Wenn die Begriffe Kapitalanlage und Landwirtschaft im gleichen Satz vorkommen, dann erzeugt das schnell düstere Assoziationen. Dabei gibt es eine Reihe von Beispielen, die zeigen, dass solide Investitionen in nachhaltige Landwirtschaft sehr wohl möglich sind.

Wenn die Begriffe Kapitalanlage und Landwirtschaft im gleichen Satz vorkommen, dann erzeugt das beim Leser schnell düstere Assoziationen: Spekulationen auf Lebensmittelpreise, Aktien von Saatgut-Herstellern, die ihre Gewinne mit den schmutzigsten Methoden einfahren. Und wenn man das Wort "Genussscheine" hört, fällt einem sofort der Windkraftbetreiber Prokon ein, dessen Anleger sich auf Zinsen von acht Prozent einstellten und nun, nach der Insolvenz des Unternehmens, mit leeren Händen da stehen.

Dabei gibt es mittlerweile eine ganze Reihe von Beispielen, die zeigen, dass es auch ganz anders geht und dass solide Investitionen in nachhaltige Landwirtschaft sehr wohl möglich sind. Und zwar nicht über schwer durchschaubare Fonds mit Projekten in Panama, Costa Rica oder Vietnam, sondern mit ganz äußerst konkreten, verständlichen Anlagen, gleich hier in Deutschland.

Es mag zwar zuerst ungewohnt klingen, wenn man erzählt, dass man mit einen Teil seines Vermögens in die Vergrößerung einer Kuhherde investiert und die Zinsen dafür nicht nur in bar, sondern auch in Form von Milch und Käse ausgezahlt bekommt. Trotzdem sind solche Projekte nicht nur nachhaltig und seriös, sondern auch sehr innovativ.

Der bayerische Biolandwirt Michael Friedinger zum Beispiel hat Genussscheine ausgegeben, um sich seinen neuen Hühnerstall zu finanzieren. Ohne Fremdkapital hätte Friedinger die teure artgerechte Haltung für seine Legehennen nicht finanzieren können. Nun zahlt er Anlagern vier Prozent Zinsen. Und die investieren in ein Unternehmen, das schon heute funktioniert und dessen Geschäftsmodell verständlicher nicht sein könnte; und somit gleichzeitig zum Kapitalgeber für nachhaltige Innovationen.

Da die Bank als Zwischeninstanz bei dem Geschäft wegfällt, werden die Konditionen sowohl für den Bauern als auch für die Anleger besser. So lohnt sich die Anlage finanziell; und die Klein-Investoren müssen keine Sorge haben, dass ihre Bank mit ihrem Geld unbemerkt auf fallende Rohstoffpreise wettet.

Noch einen Schritt weiter gegangen ist der Freiburger Unternehmer Christian Hiß. Er hat 2006 die Bürger-Aktiengesellschaft Regionalwert AG gegründet. Mit ihr kauft er Bauernhöfe, Äcker und Immobilien auf und bewirtet sie anschließend konsequent nach den Kriterien ökologischer Landwirtschaft. Als seine Bürger-Aktionäre sind die Bürger dabei nicht nur finanziell beteiligt, sondern können die Aktivitäten des Unternehmens auch mit gestalten. 2011 wurde Hiß zum "Social Entrepreneur des Jahres" gewählt. Mittlerweile zählt die Regionalwert AG 500 Gesellschafter.

Wem selbst das noch zu kompliziert ist, der kann sein Geld auch mit Hilfe einer Bank in regionalen Ökolandbau investieren. So unterstützen Kunden der GLS Bank unter anderem automatisch eine Reihe von Ökolandbau-Projekten, von der Bio-Molkerei Söbbeke im Münsterland bis zur Bäckerei Märkisches Landbrot in Berlin-Neukölln. Über den GLS Projektsparbrief kann man zudem Projekte wie den Saatgutfonds der Zukunftsstiftung Landwirtschaft unterstützen, wobei hier die Zinsen direkt an das unterstützte Unternehmen gespendet werden.

Möglichkeiten, in zuverlässige, innovative Ökolandbauprojekte zu investieren, gibt es also genug. Rendite, Stabilität und Nachhaltigkeit - das bekommt man dabei alles auf einmal. Und selbst den klassischen Investment-Leitsatz des großen Warren Buffett könnte kaum besser beherzigen als mit Geldanlagen im Ökolandbau. "Kaufen Sie nur, was Sie auch verstehen!", fordert der Multi-Milliardär bekanntlich. Und welches Geschäftsmodell wäre für den gemeinen Privatanleger besser zu verstehen als Kühe, die Milch geben und Hühner, die Eier legen?

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