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11/12/2015 12:16 CET | Aktualisiert 11/12/2016 06:12 CET

Warum die Münchner eine Zunahme der Wohnungsnot befürchten

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Die Mieten in meiner Heimatstadt München steigen kontinuierlich an. Durchschnittlich 14 Euro pro Quadratmeter bei Neuvermietungen können sich Familien und Normalverdiener immer weniger leisten. 23.000 Münchner haben 2014 eine Sozialwohnung beantragt.

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Derzeit sind bereits 5.448 Münchner obdachlos, davon 1.509 Kinder. Allein ohne die Flüchtlingsproblematik müssten in München jährlich 7.000 neue Wohnungen errichtet werden, um die Nachfrage in der wirtschaftlichen Boom-Region München zu bewältigen. Diese Zahlen werden seit Jahren deutlich nicht erreicht.

Flüchtlingsstorm ist enorm

Der Strom der Flüchtlinge, die nach Deutschland kommen, ist enorm: Waren es 2014 noch rund 200.000 Menschen sind es Ende November dieses Jahres offiziell schon 1 Million Personen.

Experten schätzen noch deutlich mehr unregistriert nach Deutschland eingereiste Menschen. Mehrere hunderttausende in den zurückliegenden Jahren abgelehnte Asylbewerber halten sich bereits jetzt in Deutschland auf, weil sie aus tatsächlichen oder rechtlichen Gründen nicht abgeschoben werden können.

Für eine Stadt wie München entstehen erhebliche Infrastrukturherausforderungen durch diese Flüchtlingszahlen. Es fehlt vor allem ausreichender Wohnraum. Die Landeshauptstadt München schätzt, dass von den mind. 18.000 Flüchtlingen in diesem Jahr rund 6.000 bis 7.000 Personen dauerhaft in München bleiben, für die Wohnraum zusätzlich geschaffen werden muss.

Befürchtung: Wohnungsmarkt wird überfordert

Durch einen Familiennachzug könnten es auch noch deutlich mehr werden. Viele Münchnerinnen und Münchner befürchten daher, dass der Wohnungsmarkt in der bayerischen Landeshauptstadt damit überfordert wäre, weil die Schere zwischen Angebot und Nachfrage bei Wohnraum wächst.

Eine Konkurrenzsituation zwischen schon lange in München lebenden Wohnungssuchenden und von neu hinzukommenden Flüchtlingen kann niemand ernsthaft wollen.

Nun wird zudem eine vollständige Aufhebung der bisher bestehenden Visumspflicht für die Türkei überlegt. Dies würde wahrscheinlich zu einem weiteren Zuzug nach Deutschland in die Ballungszentren wie München führen. Die Union hat mit guten Gründen eine Aufhebung der Visumspflicht für die Türkei immer abgelehnt.

Dieser Text ist Teil der Reihe "Wie geht es uns?" Ein Jahr lang hat die Politik in Berlin, die Krise in Syrien und der Konflikt mit Moskau die Schlagzeilen beherrscht. Wie aber geht es Ende dieses irren Jahres den Menschen in Deutschland? Wie blicken die Menschen in unserem Land in die Zukunft? Das will die Huffington Post herausfinden - und hat alle Redakteure als Reporter durch das Land geschickt. Sie führen Interviews, besuchen Menschen, denen sonst niemand zuhört - und berichten über Menschen, die dabei helfen, die größten Probleme zu lösen.

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