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23/01/2016 09:26 CET | Aktualisiert 23/01/2017 06:12 CET

Sexuelle Abenteuer durch Dating-Apps

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Gemeinsam in Kontakt zu treten, dafür sind Datingportale gemacht. Die Macher werben damit, den Partner fürs Leben zu finden. Inzwischen gibt es eine Vielzahl von unterschiedlichen Portalen, auf denen Nutzer sich auf die Suche nach dem Liebesglück begeben können. Doch neben der Frage nach dem Finden der großen Liebe scheinen dieses Websites und Apps zu Anlaufstelle für das Suchen nach schnellem Sex zu sein.

Die Hemmschwelle, was das Äußern von sexuellen Wünschen per Chat anbelangt, scheint keine große Sache mehr zu sein. Es ist anzunehmen, dass sich jemanden für die schnelle Nummer im Netz zu suchen, eine der einfachsten Aufgaben ist. Werden Nutzer, die nach einem gemeinsamen Kennenlernen im Restaurant fragen immer seltener, weil peinliche Gesprächspausen oder Informationen über die eigene Person herauszurücken eine allzu große Gefahr bergen?

Die schnelle Suche nach Sex ist inzwischen im Mainstream angekommen. Es sind nicht immer nur die Männer, die einen schnellen und anonymen Quickie suchen. Auch Frauen sind freizügiger geworden und gehen dem Wunsch, die eigene Sexualität auszuleben nach.

Bei vielen Apps und Websites ist es dem User sogar möglich, in Erfahrung zu bringen, wer sich in unmittelbarer Umgebung befindet. Vielleicht wohnt das nächste Stelldichein nur zwei Stockwerke weiter unten. All das soll natürlich nicht bedeuten, dass Sex eine schlechte Sache ist.

Niemand muss das Haus verlassen, um ein sexuelles Abenteuer zu suchen

Den Wunsch nach einem zwanglosen Abenteuer ohne Verpflichtungen gibt es schon länger als Datingportale. Was sich verändert hat ist die Tatsache, dass niemand mehr das Haus verlassen muss, um sich auf die Suche nach Spaß zu begeben.

Doch was passiert mit den Menschen, wenn es nur noch darum geht? Sicher ist es nicht möglich, all das zu verallgemeinern und allen Usern einen Stempel aufzudrücken. Oft mag es auch nur ein Spiel sein, um den eigenen Marktwert zu analysieren oder festzustellen mit wem man könnte, wenn man denn wollte.

Vielleicht zeichnet sich dadurch aber zukünftig ein Trend ab und markiert somit eine neue Ära, Beziehungen zu pflegen oder einzugehen. Nicht diese vermeintlich lästigen Treffen, in denen man von seiner Kindheit berichtet oder gemeinsam das Kino besucht.

Eine Vielzahl verbringt den Großteil des Tages damit, während der Arbeit produktiv und erfolgreich zu sein. Sich nach dieser Arbeit noch mit einem anderen und „neuen" Menschen auseinanderzusetzen fällt schwer. Denn eine Beziehung möchte gepflegt werden. Das bedeutet, sich mit seinen eigenen Gefühlen und denen des Gegenübers zu konfrontieren. Prangt die Vorstellung sich womöglich zu verlieben, wie ein großes Stoppschild im Kopf?

Dann doch lieber ein oberflächliches Abenteuer ohne Bedingungen und Verpflichtungen?

Dann doch lieber ein oberflächliches Abenteuer ohne Bedingungen und Verpflichtungen? Man könnte annehmen, dass Spaß im Bett als Indikator für ein glückliches und ausgeglicheneres Leben gilt. Sich eingehender mit der anderen Person zu beschäftigen ist in diesem Fall dann aber doch selten eine Option.

Vielleicht wiegen die Narben vergangener Phasen großer Verliebtheit und das Ende einer zurückliegenden Beziehung einfach zu schwer? Sich selbst zu versprechen, sich nicht mehr auf solche Situationen einzulassen, wirkt einfacher.

Wenn es zu tieferen Gefühlen kommt, dann überwiegt häufig das Gefühl von Angst und Panik. Von anfänglicher Euphorie will erst mal niemand etwas wissen. Ob es trotz aktueller Geflogenheiten nicht doch erstrebenswert sein kann, nach einem passenden Partner Ausschau zu halten, muss allerdings doch jeder User selbst entscheiden.

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