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03/02/2017 10:47 CET | Aktualisiert 04/02/2018 06:12 CET

Bildungsministerin: Die Herkunft beeinflusst die berufliche Zukunft noch zu stark

dpa

  • Die Chancengerechtigkeit ist weiterhin verbesserungswürdig

  • Zahlreiche Angebote und Initiativen zeigen bereits Wirkung

  • Auch die Digitalisierung der Schulen verbessert die Startbedingungen

Noch immer beeinflusst die soziale Herkunft die berufliche Zukunft in zu starkem Maße. Als Bundesregierung steuern wir gegen und verbessern die Chancengerechtigkeit. Konkret bedeutet dies, dass Bildungsangebote vorhanden sein müssen, die für alle Menschen zugänglich und gut nutzbar sind.

Wichtig ist mir, dass diese Angebote auch bei den Menschen ankommen und von ihnen tatsächlich angenommen werden. Damit das gelingt, müssen wir aktiv Berührungspunkte schaffen, Interesse wecken, Erfolgsbeispiele und somit Motivation vermitteln.

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Ein Beispiel: Lesen ist eine grundlegende Voraussetzung für Bildung. Kinder, die mit Büchern aufwachsen, lernen besser und haben später mehr Chancen auf ihrem Bildungsweg. Das Bundesbildungsministerium fördert daher das Programm "Lesestart", bei dem Kinder drei Mal im Laufe von sechs Jahren ein "Lesestart-Set" erhalten.

Darin befinden sich ein altersgerechtes Buch und Informationen zur Sprach- und Leseerziehung. Und ganz bewusst finden Eltern in diesem Leselernprogramm auch Hinweise, wie sie die Lesefähigkeit ihrer Jüngsten verbessern können.

Insgesamt werden 4,8 Millionen Lesestart-Sets verteilt, insbesondere auch in Regionen und Stadteilen, in denen überproportional viele bildungsferne Familien wohnen, und auch an Flüchtlingskinder. Ich bin dankbar für die Kooperation mit Kinderärzten, Bibliotheken, Grund- und Förderschulen. So kommen die Sets auch tatsächlich bei den Menschen vor Ort an.

Wir müssen den Blick über die Schulzeit hinaus richten

Die Schule ist unverkennbar ein zentraler Ort zur Verwirklichung von Chancengerechtigkeit. Wir müssen alle Schülerinnen und Schüler besser darüber informieren, welche Möglichkeiten sich in der beruflichen und akademischen Ausbildung eröffnen und welcher Weg passt.

Dazu müssen auch die Stärken und Schwächen individuell erarbeitet und ein vertiefter Einblick in die Arbeitswelt angeboten werden. Genau das ist in unserer Initiative "Bildungsketten" enthalten. Mit 1,3 Milliarden Euro unterstützen wir einen nahtlosen Übergang von der Schule in die berufliche Ausbildung.

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Und als Bund kümmern wir uns auch darum, dass an allen Schulen in Deutschland gleiche digitale Startbedingungen vorhanden sind. Mit dem Digitalpakt wollen wir aber nicht nur die Ausstattung verbessern, sondern gemeinsam mit den Ländern die pädagogischen Konzepte modernisieren.

Lehrer sollen künftig in der Lage sein, digitale Lernmittel für die Unterrichtsgestaltung besser nutzen zu können. Auch brauchen die nächsten Generationen ein umfangreicheres digitales Rüstzeug, gerade mit Blick auf die sich stark verändernde Arbeitswelt.

Kulturelle Bildung als Anker - für alle

Wir setzen ebenfalls bei der kulturellen Bildung an, um mehr Teilhabe zu ermöglichen. Mit dem Programm "Kultur macht stark" fördern wir Angebote, die junge Menschen erreichen, die sonst nicht die Möglichkeit haben, eine Theateraufführung, einen Kinderzirkus oder einen Chor zu besuchen.

Mehr noch, wir blicken hinter die Kulissen, Kinder können mitmachen und ausprobieren, bekommen Anleitung von Profis und erleben sich selbst auf der Bühne in einer Rolle, die Zuversicht und Motivation vermittelt. Dieses Programm ist ein großer Erfolg, und wir setzen die Förderung fort.

Ein besseres BAföG, Weiterbildungsberatung aus einer Hand, Unterstützung von Studienabbrechern - es gibt viele Aktivitäten, die helfen, die Chancengerechtigkeit zu verbessern. Und ich werde Chancengerechtigkeit weiter einfordern.

Dieser Beitrag erschien zuerst auf xing.

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