BLOG
18/06/2015 13:59 CEST | Aktualisiert 18/06/2016 07:12 CEST

Karrierestress: 7 Tipps, wie Sie bei beruflichen Veränderungen das Ruder in der Hand halten

Neue Abläufe, neue Software, neue Gesetze: In vielen Berufen verändern sich die Arbeitsprozesse heutzutage sehr schnell, sodass Angestellte ihre Kenntnisse und Kompetenzen ständig weiterentwickeln müssen. Viele fühlen sich davon unter Druck gesetzt. Das haben wir in unserer Studie „Stressfaktor Veränderung" herausgefunden.

GettyImages

Neue Abläufe, neue Software, neue Gesetze: In vielen Berufen verändern sich die Arbeitsprozesse heutzutage sehr schnell, sodass Angestellte ihre Kenntnisse und Kompetenzen ständig weiterentwickeln müssen. Viele fühlen sich davon unter Druck gesetzt. Das haben wir in unserer Studie „Stressfaktor Veränderung" herausgefunden.

Zwei von drei Angestellten sagen, dass die Anforderungen, dazuzulernen und sich

weiterzubilden, bei ihnen in den letzten Jahren gestiegen sind. Fast jeder Fünfte steht dadurch unter Druck.

2015-06-18-1434642257-7962435-HaufeAkademie_Infografik1.jpg

Dieser Druck wird in den nächsten Jahren noch zunehmen, denn die Arbeitswelt verändert sich immer schneller. Der Stress, der durch berufliche Veränderungen entsteht, kann sich unter Umständen in gesundheitlichen Problemen oder Konzentrationsschwierigkeiten äußern. Es gibt eine ganze Reihe von Entspannungstechniken und Empfehlungen für die Work-Life-Balance, die dabei helfen, mit dem Druck besser umzugehen. Jedoch braucht es zusätzlich zu diesen Techniken noch mehr: ich kann jedem Mitarbeiter nur empfehlen, sich eine langfristige Strategie zurecht legen, um selbst mitbestimmen zu können, wohin seine berufliche Reise gehen soll.

Was genau setzt die Mitarbeiter so sehr unter Druck, dass sie befürchten, bei den Veränderungen nicht mithalten zu können? Die meisten der von uns befragten Angestellten, die über eine zunehmende Belastung im Job klagen, leiden unter der schieren Menge an neuen Inhalten und Kompetenzen, die es zu bewältigen gilt. An zweiter und dritter Stelle stehen das Tempo, in dem sie Neues lernen müssen sowie die Anforderung, den Anschluss nicht zu verlieren, wenn es um die Nutzung neuer Computertechnologien geht.

2015-06-18-1434642304-3375869-HaufeAkademie_Infografik4.jpg

Um diese neuen Herausforderungen im Berufsleben zu meistern, gibt es ganz verschiedene Methoden. Unsere Umfrage zeigt: Angestellte wollen ausprobieren und sich weiterbilden. Ihre wichtigste Bewältigungsstrategie ist „Learning by Doing", dicht gefolgt von zielgerichteter Weiterbildung und Hilfestellung durch Kollegen.

Übrigens kann immerhin die Hälfte der Befragten in ihrem Berufsalltag auf die Hilfe ihres Vorgesetzten zurückgreifen.

Diese 7 Tipps helfen:

Um im Strudel der Veränderungen nicht unterzugehen, müssen Angestellte sich in eine Position bringen, in der sie das Ruder selbst in der Hand halten. Nur so haben sie die Chance, mitzuentscheiden, welchen Weg sie einschlagen und wie sie es schaffen, ihrem persönlichen Ziel näher zu kommen. Zuallererst gilt es, die eigene Haltung zu hinterfragen:

Wollen Sie sich den Veränderungen einfach aussetzen und abwarten, wie es Ihnen ergeht - oder lieber prüfen, welche Möglichkeiten sich in Ihrer Branche bzw. Abteilung ergeben und diese aktiv ansteuern? Dann helfen unsere Tipps:

1. Ergreifen Sie Initiative.

So können Sie den Kurs mitbestimmen und für sich selbst eine geeignete Position in der neuen Struktur finden. Überlegen Sie sich dafür, wie sich Ihre Branche und die Anforderungen an Ihren Job in den nächsten fünf Jahren voraussichtlich verändern werden. Welche Fähigkeiten besitzen Sie und welche Rolle können Sie damit dann übernehmen? Welche Kompetenzen müssen Sie noch erwerben, um mit den Veränderungen zurecht zu kommen? Legen Sie konkret und am besten schriftlich fest, wie und wann Sie welche Fähigkeiten weiterentwickeln wollen.

03.06.2015; 150603_HAK_Gastbeitrag Huffington Post_final 2/4

2. Setzen Sie sich Ziele.

Wohin soll Ihre Reise gehen? Prüfen Sie dann, wie die aktuellen Veränderungen Ihnen dabei helfen können, Ihre Ziele zu erreichen. Wenn Sie beispielsweise schon immer mal für einige Zeit an einem Auslandsstandort Ihrer Firma arbeiten wollten, könnte jetzt, wo die Teams neu strukturiert werden, der richtige Zeitpunkt dafür sein.

3. Nutzen und pflegen Sie Ihre Netzwerke.

Sprechen Sie auch mal mit Kollegen aus anderen Abteilungen, denn vielleicht entstehen dort im Zuge des Veränderungsprozesses Tätigkeitsfelder, die Sie interessieren würden. Vielleicht gibt es dort ähnliche Veränderungen und Sie können aus den Erfahrungen anderer lernen?

4. Treffen Sie Entscheidungen und bewegen Sie sich vorwärts.

Veränderung bedeutet auch, sich von lieb gewonnenen Gewohnheiten zu trennen. Bei manchen Menschen führt das dazu, dass sie sich unbewusst gegen die Veränderung stellen. Machen Sie sich deshalb klar, was Sie aufgeben müssen, und suchen Sie gezielt nach neuen Routinen, die Ihnen das Leben leichter machen. Und bedenken Sie: Ihre berufliche Reise wird erst dann richtig

spannend, wenn Sie die Komfortzone verlassen und sich auch mal in unbekannte Gewässer wagen.

5. Analysieren Sie Ihr privates Umfeld.

Lassen sich Ihre beruflichen Pläne mit Ihren privaten Lebensumständen vereinbaren? Veränderungen kosten Kraft: Was motiviert Sie, die notwendige Energie aufzubringen, um sie zu verwirklichen? Stellen Sie beispielsweise sicher, dass Ihre Familie Ihre Ziele unterstützt, wenn Sie eine längerfristige Qualifizierung anstreben oder die beruflichen Veränderungen einen Ortswechsel nach sich ziehen.

6. Sprechen Sie mit anderen über das, was Sie umtreibt.

Wenn eine Welle der Veränderungen durch Ihr gewohntes Arbeitsumfeld rollt, bedeutet das für alle Beteiligten Stress pur. Es ist hilfreich, sich klar zu machen, dass Sie mit diesen Herausforderungen nicht allein sind. Wo Routinen wegfallen und Muster aufbrechen, muss Neues ausprobiert werden. Das kostet Kraft und bedeutet zwangsläufig auch, dass Fehler passieren. Sich mit anderen darüber auszutauschen und sich von Kollegen oder Vorgesetzten Feedback einzuholen, kann Ihnen dabei helfen, besser mit dem Stress umzugehen.

7. Glauben Sie an sich.

Seien Sie selbstbewusst und vertrauen Sie auf Ihre Fähigkeiten! Führen Sie sich vor Augen, welche Hindernisse Sie bereits umschifft haben und machen Sie sich bewusst, wie Ihnen dies gelungen ist. Dann können Sie in Veränderungssituationen ähnlich vorgehen und es jederzeit wieder schaffen, diese Hürden zu meistern.

03.06.2015; 150603_HAK_Gastbeitrag Huffington Post_final 3/4

Sie werden in Ihrem Berufsalltag immer wieder vor der Herausforderung stehen, Veränderungen zu bewältigen. Diese treffen jeden von uns, weil Megatrends wie die Digitalisierung, die Globalisierung und demografische Veränderungen unsere Lebens-, Lern- und Arbeitswelt nachhaltig umkrempeln werden. Dabei ist es ganz egal, ob Sie in der Automobilindustrie, dem Einzelhandel, der Kommunikationsbranche oder einem anderen Bereich arbeiten - der Unterschied liegt lediglich in der Geschwindigkeit, mit der sich die Arbeitsprozesse verändern. Ob Sie Veränderungen als Hindernis oder als Chance betrachten, liegt an Ihnen.

Mein Tipp:

Machen Sie sich frühzeitig mit dem Gedanken vertraut, Ihren Kurs immer mal wieder korrigieren zu müssen. Wenn Sie Veränderungen nicht als Barriere sehen, sondern als Meilensteine auf einer Reise durch bewegte Gewässer, dann können Sie Ihren ganz persönlichen Erfolgskurs mitbestimmen.

Weitere Informationen über das Thema „Stressfaktor Veränderung" finden Sie unter

http://www.haufe-akademie.de/blog/veraenderungsmanagement.