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10/10/2015 11:55 CEST | Aktualisiert 10/10/2016 07:12 CEST

Was Studenten bis zum Abschluss tun sollten

Thinkstock

Sie stecken gerade mitten in der Abschlussarbeit? Dann haben Sie vermutlich keine Zeit, sich um andere Dinge zu kümmern. Sollten Sie aber - zumindest um die Stellensuche. Schließlich vergehen allein zwischen Bewerbung und Vorstellungsgespräch in der Regel ein paar Wochen, und vermutlich soll Ihr Studium ja nicht direkt in die Arbeitslosigkeit münden.

Damit Sie die restliche Studienzeit optimal nutzen können, haben wir Ihnen drei Mal drei Möglichkeiten zusammengestellt, mit denen Sie Ihren Einstieg ins Arbeitsleben vorbereiten können. Natürlich können Sie allein aus zeitlichen Gründen nicht alle nutzen - aber ein paar davon sollten Sie schon einsetzen, um einen nahtlosen Übergang ins Arbeitsleben zu schaffen. Das gilt übrigens auch dann, wenn Sie nach dem Studium eine Auszeit planen. Schließlich ist es gut zu wissen, wie es weitergeht, bevor das Geld zu Ende ist und sich die erste Lücke im Lebenslauf auftut.

Orientieren auf dem Arbeitsmarkt

Auch wenn mit dem Bachelor oder Master schon eine recht hohe Spezialisierung einhergeht: Festgelegt auf ausschließlich einen Beruf sind Sie damit noch lange nicht - und schon lange nicht auf ein bestimmtes Unternehmen.

Perspektiven entwickeln

Ihre berufliche Orientierung startet daher mit einer Selbstanalyse: Zunächst müssen Sie klären,

  • welche besonderen Qualifikationen Sie erworben haben,
  • welche Aufgaben und Tätigkeitsfelder Sie reizen,
  • wie Ihr Arbeitsumfeld aussehen soll und
  • wo Sie am liebsten arbeiten möchten.

Dieser Schritt ist vielleicht schon der aufwändigste - doch er spart Ihnen zielloses Suchen und Enttäuschungen, weil Sie sich an der falschen Stelle bewirben und anschließend im falschen Job leiden - oder nur Absagen auf Ihre Bewerbungen kassieren.

Passende Unternehmen suchen

Sobald Sie ein genaues Bild Ihres künftigen Arbeitgebers entworfen haben, können Sie sich auf die Suche machen und herausfinden,

  • welche Unternehmen Ihren Erwartungen entsprechen,
  • welche Bedingungen Sie Ihnen bieten und
  • ob die Praxis hält, was deren Selbstdarstellung verspricht.

Wie es in den Unternehmen wirklich zugeht erfahren Sie nicht (nur) in der Selbstpräsentation der Unternehmen, sondern beispielsweise auch in Sozialen Netzwerken, der (Online-)Presse und auf Unternehmensbewertungs-Plattformen.

Einstiegsbedingungen erkunden

Da der Berufseinstieg aber trotz des sich abzeichnenden Fachkräftemangels (noch) kein Wunschkonzert ist, müssen Sie sich auch über die Anforderungen informieren, die Ihre bevorzugten Arbeitgeber an künftige Mitarbeiter richten. Dabei geht es etwa um Ihre

  • fachliche Qualifikationen,
  • zwischenmenschlichen Kompetenzen,
  • Mobilität und Flexibilität sowie
  • Lernbereitschaft.

Diese Punkte müssen Sie in Ihrer Bewerbung entsprechend abbilden können, wenn Sie in die engere Wahl kommen möchten - und fehlende Kompetenzen möglichst schnell noch erwerben.

Praxiskontakte knüpfen

Fast noch wichtiger als die Orientierung im stillen Kämmerchen ist, dass Sie potenziellen Arbeitgebern die Gelegenheit geben, Sie kennenzulernen und umgekehrt. Schließlich werden etwa 40 Prozent aller Stellen durch Netzwerk-Kontakte und informelle Gespräche vergeben - und die Tendenz ist steigend.

Karrieremessen besuchen

Die beste Gelegenheit zum Kennenlernen sind Karrieremessen, weil dort die Top-Arbeitgeber versammelt sind: Einfacher können Sie sie nicht erreichen. Um die Messe optimal zu nutzen, sollten Sie vorab

  • herausfinden, welche Unternehmen dort vertreten sind, um keinen interessanten Arbeitgeber zu verpassen.
  • mit den Personalern Ihrer Wunschunternehmen Termine zum Kennenlernen vereinbaren und ihnen Bewerbungsunterlagen zuschicken.
  • die Fragen aufschreiben, die Sie ihnen stellen wollen, und eine Kurzpräsentation Ihrer Qualitäten vorbereiten.

Übrigens eignen sind auch Fachmessen hervorragend für Unternehmenskontakte, weil dort die wichtigsten Hersteller der jeweiligen Branche vertreten sind. Da bei diesen Anlässen aber nicht zwingend Personaler anwesend sind, sollten Sie ebenfalls vorab Termine vereinbaren.

Alumni kontaktieren

Absolventen Ihrer Hochschule sind wichtige Ansprechpartner, wenn es um den Berufseinstieg geht. Schließlich besitzen sie wichtige Kontakte und sind häufig bereit, den akademischen Nachwuchs "Ihrer Uni" zu fördern. Sie können Ihnen

  • Tipps geben, auf was es in den Unternehmen wirklich ankommt.
  • Einblicke in ihren Arbeitsalltag gewähren.
  • Bewerbungstipps geben und natürlich
  • einen Einstiegsjob in ihrem Unternehmen verschaffen.

Um sie kennen zu lernen, können Sie beispielsweise Ihren Prof um eine Empfehlung oder einen Kontakt bitten, in Alumni-Netzwerke reinschnupppern, Info-Veranstaltungen oder Fachtage besuchen, zu denen frühere Absolventen eingeladen sind.

Netzwerken

Essenziell ist, dass Sie ein Netzwerk knüpfen, das zum einen Informationen über offene Stellen an Sie weitergibt, zum anderen Sie aber auch potenziellen Arbeitgebern empfiehlt. In Frage kommen dafür

  • Ihre Kommilitonen, die weniger Konkurrenten um Arbeitsplätze sind, sondern Ihnen weiterhelfen, wenn Sie sie ebenfalls unterstützen - und das auch lange übers gemeinsame Studentendasein hinaus.
  • Soziale Netzwerke wie Google+, LinkedIn oder Xing, wo Sie nicht nur ein Profil anlegen können, sondern auch Kontakte zu Mitarbeitern Ihres Wunscharbeitgebers knüpfen.
  • Vereinigungen Ihrer Studienrichtung, die Ihnen Hilfen beim Berufseinstieg bieten, indem Sie etwa den Kontakt zu Mitgliedern herstellen, die im Unternehmen Ihrer Wahl arbeiten.

Ihr Vorteil dabei: Außer gegenüber Ihren Kommilitonen sind nicht einmal Gegenleistungen notwendig, wenn Sie diese Ressourcen anzapfen.

Die Zeit an der Uni nutzen

Selbst wenn Sie begrenzt ist: Ihre verbleibende Studentenzeit ist wertvoll - und zwar bis zum letzten Moment. Denn solange Sie eingeschrieben sind, können Sie nicht nur auf die Ressourcen Ihrer Hochschule zurückgreifen, sondern genießen auch etwaige Studentenrabatte - etwa bei Kursen zur Berufsqualifikationen.

Kontakte nutzen

Hier sind vor allem die Personen gemeint, die Sie bei der Stellensuche unterstützen können. Die besten Ansprechpartner für Karrierefragen sind:

  • Ihre Professoren, die über frühere Absolventen und durch ihren Einsatz beim Einwerben von Drittmitteln hervorragende Kontakte zu Arbeitgebern besitzen,
  • die Fachschaften, die Ihnen Tipps geben können, bei welchen Unternehmen die Einstiegsbedingungen besonders gut sind,
  • der Career-Service, der Sie bei Fragen zu Einstiegsmöglichkeiten kompetent berät und ebenfalls Kontakte herstellen kann.

Je umfassender Sie sich informieren und um Unterstützung bitten, desto größer sind Ihre Chancen, auf den richtigen Ansprechpartner für Ihre Bewerbung zu treffen - und ihn vielleicht sogar persönlich kennen zu lernen, bevor Sie ihm Ihre Unterlagen schicken. Nutzen Sie also alle Gelegenheiten!

Expertise schärfen

Um Unternehmen von Ihrer Qualifikation zu überzeugen, müssen Sie sich als Experte eines Fachs präsentieren. Das gelingt Ihnen bei Themen, die Ihnen wirklich liegen. Ihre Außendarstellung beginnt also mit dem

  • Profilieren: Überlegen Sie sich, welchen Gegenstand Sie sicher beherrschen und Ihnen obendrein so viel Spaß macht, dass Sie sich damit stundenlang beschäftigen können - natürlich sollte er auch arbeitsmarktrelevant sein.
  • Publizieren: Schreiben Sie über diese Thematik - etwa in Foren oder Ihrem eigenen Blog. Selbstverständlich können Sie auch über den Fortschritt Ihrer Abschlussarbeit bloggen - inklusive der wichtigen Erkenntnisse, die Sie dabei gewinnen.

Wenn Sie so gezielt Ihren Expertenstatus aufbauen, hilft Ihnen das nicht nur als Referenz beim Bewerben: Es macht Sie auch für Recruiter interessant, die dann auf Sie zukommen.

Qualifikationen erwerben

Wenn Sie bei der Recherche Ihres Wunsch-Arbeitgebers herausgefunden haben, dass Sie dessen Anforderungen noch nicht ganz genügen, sollten Sie die verbleibende Zeit für Fortbildung nutzen. Etwa, indem Sie

  • Kompaktseminare Ihrer Hochschule besuchen,
  • VHS-Kurse absolvieren oder
  • die fehlenden Qualifikationen in Fernkursen nachholen.

Wahrscheinlich wird es Ihnen so nicht gelingen, komplett fehlende Sprachkenntnisse auszugleichen, aber eine Auffrischung von Wissen oder die Einarbeitung in überschaubare Inhalte - etwa eine Branchensoftware - ist so auf jeden Fall möglich.

Der große Vorteil nebenbei: Sie zeigen Eigeninitiative - und können damit künftige Arbeitgeber beeindrucken.

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