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04/03/2016 11:21 CET | Aktualisiert 05/03/2017 06:12 CET

Die Todsünden der Online-Bewerbung

Guido Mieth via Getty Images

Im Grunde war es nie einfacher, sich bei einem oder gar mehreren Unternehmen mit relativ wenig Aufwand zu bewerben: Per Online-Formular oder E-Mail-Bewerbung ist das ein Kinderspiel. Tatsächlich zählt die Online-Bewerbung aktuell zu den beliebtesten Formen. Laut einer Umfrage unter rund 1100 Fach- und Führungskräften mit Personalverantwortung geben ihr 58,9 Prozent der Befragten den Vorzug.

Die klassische Bewerbungsmappe landet erst mit 21,2 Prozent auf Platz 2. Doch so verführerisch das digitale Eigenmarketing auch ist - die Tücken lauern im Detail. Wer die Bewerbung im Web zu lax angeht, riskiert, gleich wieder im virtuellen Papierkorb zu landen...

Die Dosis macht das Gift

Mit der Online-Bewerbung ist es wie mit der Medizin: Die Dosis macht das Gift. Wer es etwa mit den dargestellten Kompetenzen, den eingereichten Unterlagen oder der Gestaltung seiner E-Mail übertreibt, erreicht nicht mehr Wohlwollen sondern bestenfalls mehr Stirnrunzeln beim Personaler.

Und Massenware überzeugt erst recht keinen.

Als einen der Hauptfehler in der digitalen Bewerbung bemängelt denn auch rund jeder zweite Personaler die zu geringe oder mangelhafte Sorgfalt, mit der die Online-Bewerbungen erstellt werden.

Die 7 Todsünden bei der Online-Bewerbung

Im Detail: Diese typischen und leider recht häufigen Fehler in der Online-Bewerbung sollten Sie tunlichst vermeiden - im Zweifel mit einer Checkliste:

  1. Nichtssagende Mail mit Anschreiben im Anhang Die E-Mail IST Ihre Bewerbung. Ebenso das entsprechende Feld im Online-Formular. Natürlich können und sollten Sie ihr flammendes Plädoyer für sich vorformulieren, Tippfehler beseitigen und erst dann kopieren. Aber dann bitte nicht das noch fehlerhafte Anschreiben anhängen. Beide Texte sollten zueinander passen.
  2. Unseriöse Absender-Adresse Am besten ist immer noch vorname.nachname@email-dienst.de. Sollte die Adresse mit Ihrem Namen schon weg sein, variieren Sie eben ein bisschen: v.nachname@email-dienst.de; nachname-vorname@email-dienst.de; der-vorname-nachname@email-dienst.de. All das ist besser als superman12@mail.com.
  3. Fehlender oder allgemeiner Betreff Die Betreffzeile, vor allem in E-Mail-Bewerbungen, muss eindeutig sein und klar machen, worum es geht: Bewerbung, ausgeschriebene Stelle, Datum, eventuell noch Kennziffer der Anzeige. Etwa so: Bewerbung auf Ihre Stelle vom XX.XX.XXXX als XXXXXX.
  4. Zu viele und zu große Anhänge In den Online-Formularen wird meist angeboten, einen tabellarischen Lebenslauf, Tätigkeitsbeschreibungen oder Arbeitszeugnisse und Referenzen hochzuladen. In der E-Mail-Bewerbung können Sie das ohnehin tun. Aber bitte nicht zu viele! Als Faustregel gilt: Alle Dokumente in einem PDF zusammenfassen, alles zusammen nicht mehr als fünf MB.
  5. Unprofessionelles Foto Auf das Bewerbungsfoto kann man heute zwar verzichten, muss man aber nicht. Seine Wirkung, erst recht wenn es von einem Profi gemacht wurde, kann den positiven Kick geben. Tatsächlich achten laut unserem Arbeitgebercheck mehr als 70 Prozent noch immer auf das Foto und finden, dass es den Persönlichkeitseindruck abrundet. Nur bitte keine Urlaubsbilder oder Schnappschüsse einreichen.
  6. Allgemeine Empfängeradresse Hüten Sie sich davor, E-Mail-Bewerbungen an Sammeladressen wie info@ oder karriere@ zu schicken. Die kommen mitunter nicht immer beim richtigen an und wirken stets unpersönlich. Besser: Recherchieren Sie die direkte Adresse des Zuständigen - zur Not per Telefon in der Personalabteilung.
  7. Erkennbares Massenschreiben Ein geübter Personaler liest der Bewerbung sofort an, ob sie individuell für das Unternehmen und zielgerichtet für den Job erstellt wurde - oder nicht. Alles, was nach Copy-Paste ausschaut, hat dieselbe Wirkung wie der Anmachspruch: Ich find dich total sexy - deine Freundin da drüben aber auch...

Und bei allem gilt natürlich: Fassen Sie sich möglichst kurz. In der Regel geben Personaler einer Online-Bewerbung nicht viel mehr als drei Minuten zur ersten Sichtung. In der Zeit müssen Sie zum Punkt kommen und überzeugen...

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