BLOG
25/09/2015 08:59 CEST | Aktualisiert 25/09/2016 07:12 CEST

Smartphones verursachen Kurzsichtigkeit

Thinkstock

Diese These geistert zur Zeit durch fast alle Medien. Doch was ist daran wahr?

Eines ist sicher: Die Kurzsichtigkeit bei Jugendlichen hat in den Industrieländern zugenommen. Das haben mehrere Studien unabhängig voneinander ergeben. Über die Ursachen gibt es jedoch keine sicheren Erkenntnisse.

Es gilt als wahrscheinlich, dass hieran die viel stärkere Beschäftigung unserer Kinder mit Objekten in der Nähe eine Ursache darstellt, obwohl der wissenschaftliche Nachweis für diese Behauptung schwierig ist. Zur Nahbeschäftigung gehört neben Bilderbüchern und kleinformatigen Spielen auch der Umgang von Kindern mit dem Computer.

Der Zusammenhang ist schwierig, wird also nur vermutet. Und wenn, so wäre das althergebrachte Buch genauso ein Verursacher wie die neumodischen elektronischen Medien. Dafür, dass Smartphones auf die Augen anders als Bücher wirken gibt es nicht den kleinsten Anhaltspunkt.

Die Dauer der Schulbildung hat einen deutlichen Anstieg der Kurzsichtigkeit zur Folge

Die logische Folge wäre, wir stellen den Schulunterricht ein, damit die Kinder nicht an Kurzsichtigkeit leiden müssen. Wie haben es die Kinder in den Entwicklungsländern gut, wo es noch keinen Schulunterricht mit Büchern gibt. Das ist natürlich ausgemachter Unfug.

Das Ganze ist ein Beispiel, wie aus einer Studie unzulässige Schlüsse gezogen werden und damit der unkritische Leser total falsch informiert wird. Dadurch, dass alle Medien an einem Strang ziehen erscheint es auch noch glaubwürdig, obwohl falsches durch die Wiederholung nicht weniger falsch wird.

Lesenswert:

Ihr habt auch ein spannendes Thema?

Die Huffington Post ist eine Debattenplattform für alle Perspektiven. Wenn ihr die Diskussion zu politischen oder gesellschaftlichen Themen vorantreiben wollt, schickt eure Idee an unser Blogteam unter

blog@huffingtonpost.de.

Hier geht es zurück zur Startseite