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19/10/2015 15:02 CEST | Aktualisiert 19/10/2016 07:12 CEST

Bei etwas guten Willen könnten wir den Zustrom locker bewältigen

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Wieso wird in der Presse unterschlagen, dass in Sumte ein riesiges Büroareal leer steht, das sehr wohl in der Lage ist, 1000 Migranten eine Unterkunft zu bieten. In Google-Maps kann man 23 große Gebäude erkennen. Stattdessen kann man in der Presse lesen, dass die Bürger Angst vor den angeblich kriminellen Migranten haben. Es wird nach mehr Polizei gerufen.

Es gibt in Deutschland eine riesige Landflucht, sowohl im Westen wie im Osten. In fast allen Kleinstädten und erst recht in den Dörfern gibt es leerstehenden Wohnraum. Die Bürgermeister wissen nicht, wie sie eine weitere Abwanderung verhindern können. Wohnraum soll abgerissen werden. Es ist also reichlich Wohnraum vorhanden. Es könnten noch viele Millionen Migranten problemlos untergebracht werden.

Im Saarland ist nach Aussage des saarländischen Innenministers die Registrierung spätestens am Folgetag abgeschlossen. Man hat den Eindruck, dass die Verwaltung außerhalb des Saarlandes absichtlich langsam arbeitet, um unserer Kanzlerin ein Bein zu stellen. Über die allgegenwärtige Landflucht wird nicht mehr gesprochen. Es passt nicht mehr in die angebliche Überbevölkerung durch Migranten.

Dieser leerstehende Wohnraum ist allerdings nicht als Dauerwohnraum geeignet, weil die Entfernung zu den Arbeitsplätzen einfach zu groß ist. Die Migranten werden, nachdem sie einen Arbeitsplatz gefunden haben, dort wegziehen und normalen Wohnraum in den Zentren anmieten.

Es ist mal wieder die Angst vor den Fremden und nicht das Problem, wie man die Migranten unterbringt!

Es sind die geistigen Brandstifter, die meines Erachtens gefährlicher als NSU und RAF zusammen sind, weil sie auf eine gewaltbereite Resonanz treffen. Die Messerattacke auf Frau Reker in Köln könnte der Auftakt zu weiteren Gewalttaten sein. Die Brandstifter sind die eigentlich Schuldigen an der Attacke in Köln und den mehr als 500 Angriffe auf Asylantenheime, weil sie das Gefühl verbreiten, hier müsse etwas gegen die "gefährliche" Asylantenflut getan werden. Sie liefern die Rechtfertigungen für Straftaten, für die sie selbst nicht argumentieren.

Auch der Vorwurf gegen Frau Merkel, sie würde die Verfassung missachten, ist an den Haaren herbeigezogen. Folgerichtig wurde auch keine Klage vor dem Verfassungsgericht erhoben. Frau Merkel argumentiert, dass die Verfassung keine Obergrenze für Asylanten vorsieht. Jede Gruppe, die eine Begrenzung der Zuwanderung durch Asyl fordert, ignoriert das Grundgesetz und ausgerechnet diese Gruppe wirft Frau Merkel Grundgesetzbruch vor. Viele mögen vielleicht denken, ich mag vielleicht Recht haben, haben aber Angst vor den wirtschaftlichen Folgen.

Das ist nicht ganz unbegründet. Auch die ehemalige BRD hat nach der Wende erhebliche Beträge in den Osten fließen lassen. Der ganze Osten mit ca 17 Millionen Bürgern wurde wohlwollend mit viel Geld in den Westen integriert. Wertloses Spielgeld wurde in harte D-Mark getauscht und auch die Renten damit bezahlt. Die PEGIDA-Demonstranten haben das geflissentlich oder absichtlich vergessen. Langfristig hat es uns allen zusammen nicht geschadet, sondern die BRD ist wirtschaftlich stärker als je zuvor.

Bei etwas gutem Willen könnten wir den Zustrom locker bewältigen. Problem sind nur die Fremdenangstbürger. Nicht umsonst sprechen die Amerikaner von "german angst".

Wenn jetzt ein paar Millionen Syrer kommen, die ein weit überdurchschnittliches Ausbildungsniveau haben, wird uns das genau so voranbringen, auch wenn wir jetzt Geld in Sprachkurse stecken. Dass unser Recht den Migranten verbietet zu arbeiten, ist nicht Schuld der Migranten, sondern Schuld der Politik, die immer nur redet, es aber immer noch nicht geschafft hat, diese Bestimmungen zu streichen. Auch die Rentenkassen werden sich freuen, dass wieder junge Leute kommen, die die Renten der zukünftigen Rentner bezahlen können und natürlich auch die der PEGIDA-Demonstranten.

Wenn es nach mir geht, könnten alle Einwanderer hierbleiben, ohne dass nach einer Berechtigung gefragt wird, wenn sie sich hier selbst versorgen können. Eine kulturelle Vielfalt ist eine Bereicherung für uns alle, wenn es nicht die ewig Gestrigen geben würde, die Angst vor allem Fremden haben.

Gehen wir auf die Fremden mit Wohlwollen zu, sie werden mit Wohlwollen antworten.

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