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21/08/2015 09:06 CEST | Aktualisiert 21/08/2016 07:12 CEST

Hausfrau und Mutter ist kein richtiger Job

thinkstock

Ich habe diese Aussage wieder und wieder gehört: Hausfrau und Mutter zu sein, ist nicht dasselbe wie einen "richtigen" Job zu haben. Als Hausfrau und Mutter möchte ich euch eines sagen ... Sie haben recht. Ich weiß nicht, warum wir ständig versuchen diesen beiden völlig unterschiedlichen Verantwortungen ein und denselben Titel zu geben, obwohl es einfach nicht passt. Ehrlich gesagt, Hausfrau und Mutter zu sein, hat keinerlei Ähnlichkeit mit der Härte eines "normalen" Vollzeit-Jobs.

An den meisten Arbeitsplätzen ist es erlaubt, mal eben auf Toilette zu gehen. Es ist auch eher unwahrscheinlich, dass euer Boss bei besagtem Toilettenbesuch einfach reinkommt und versucht den Stößel abzulecken.

An den meisten Arbeitsplätzen dürft ihr die Mittagspause tatsächlich dazu nutzen, euch zu ernähren. Ihr verbringt eure Mittagspause nicht damit, eurem Chef eine Mahlzeit zuzubereiten und es sorgfältig in winzige Teile zu schneiden, während er euch anschreit, weil ihr zu langsam seid.

Wenn ihr am Arbeitsplatz eine kurze Verschnaufpause habt, verbringt ihr diese wahrscheinlich auf Facebook oder mit dem Zeichnen einer Fantasy-Figur und nicht damit, ein Erdnussbutterbrot auf der Toilette zu verschlingen, während ihr versucht, euch daran zu erinnern, ob ihr euch heute schon die Zähne geputzt habt.

Die Chancen stehen gut, dass ihr in der Arbeit mit anderen Menschen sprecht, ohne dass diese mit Essen nach euch werfen oder weinen, weil ihr sie nicht Fussel vom Boden essen lasst.

Es ist auch sehr unwahrscheinlich, dass euer TPS Report, wenn ihr mal kurz die Augen von ihm abwendet, seine Finger in die Steckdose steckt.

Ihr werdet wahrscheinlich nicht gezwungen, euren Chef zu füttern, während ihr euch gleichzeitig um eine neue Kollegin kümmern müsst. Immer hoffend, dass der ältere nicht erstickt, während ihr versucht auch die Jüngere am Leben zu halten. Und die Chancen stehen gut, dass sie euch nicht die Brustwarzen wund und blutig nuckelt, während ihr den Chef füttert. Denn würde sie das tun, hättet ihr eurem Partner wohl so einiges zu erklären.

Wenn sich euer Arbeitstag dem Ende neigt und ihr euren Chef badet (was sonst?), müsst ihr ihn wahrscheinlich auch nicht mit an Magie grenzender Geduld davon abhalten, sein Badewasser zu trinken. Denn wahrscheinlich schwimmen da noch Reste von seinem kleinen Vulkanausbruch von vorhin mit drin -- aber das muss euch euer Chef nicht sagen, schließlich habt ihr ihn ja selbst abgewischt.

Und am Ende des Tages, wenn eure Schicht vorbei ist, verbringt ihr die Nacht wahrscheinlich auch nicht mit dem verzweifelten Versuch, unter dem ganzen Druck nicht zusammenzubrechen. Denn was ihr da macht und wie ihr es macht, hat das Potenzial, das gesamte Leben eines anderen menschlichen Wesens zu formen.

Ihr sagt also, Hausfrau und Mutter zu sein, ist kein richtiger Job?

Ja, stimmt. Das ist es wirklich nicht.

Aber f**kt euch, wenn ihr behauptet, es sei einfacher.

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Dieser Blog erschien ursprünglich bei der Huffington Post USA und wurde von Franca Lavinia Meyerhöfer aus dem Englischen übersetzt.


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