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07/01/2016 14:36 CET | Aktualisiert 07/01/2017 06:12 CET

Übergriffe in Köln: Es ist widerlich, dass die Betroffenen instrumentalisiert werden

dpa

Gewalt und sexualisierte Übergriffe gegenüber Frauen* sind leider eine alltägliche Realität, was uns die schrecklichen Geschehnisse in Köln und anderen Städten in der Silvesternacht wieder vor Augen geführt haben. Wir verurteilen die Taten und fordern eine schnelle und lückenlose Aufklärung der Polizei, die am Silvesterabend versagt hat.

Statt sich mit den Ursachen für diese Übergriffe und den dahinter stehenden patriarchalen Strukturen auseinanderzusetzen, wird der Vorfall nun genutzt, um die rassistische Stimmung in der Gesellschaft weiter anzuheizen.

Es ist einfach nur widerlich, dass die Betroffenen so instrumentalisiert werden.

Gerade die CDU, die sich sonst konsequent weigert, Sexismus zu thematisieren, will nun plötzlich über Frauen*unterdrückung durch Muslime sprechen. Dabei wird so getan, als würde sexualisierte Gewalt erst durch Einwanderung nach Deutschland importiert werden.

Es kann nicht geleugnet werden, dass sexualisierte Übergriffe auf Frauen* auch hierzulande schon immer zur Normalität gehörten und unabhängig von der gebürtigen Herkunft der Täter bekämpft werden müssen.

Hetze gegen Geflüchtete ist keine Antwort auf dieses Problem.

Stattdessen brauchen wir eine echte Aufklärung gegen Frauen*unterdrückung, eine Reform des Sexualstrafrechts, bessere Unterstützungsangebote für Betroffene und einen feministischen Gesellschaftswandel.

Dieser Beitrag erschien zuerst auf Grüne Jugend.

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