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10/10/2013 03:46 CEST | Aktualisiert 09/12/2013 06:12 CET

On the Road

Ich war tierisch aufgeregt, denn ich wusste: du singst vor mehreren Tausend Menschen. Du bist nicht der Hauptact. Und vor allem musst du Gitarre spielen. Für jemanden, der das nicht sehr oft gemacht hat, ist es doch ziemlich gut gelaufen beim ersten Konzert in Düsseldorf. Doof war nur, dass es mir vor Aufregung kaum möglich war, mein Mikro richtig festzuhalten.

Im Auto sitzen, aussteigen, rumsitzen, Soundcheck, warten, Show, entspannen.

Das war ziemlich aufregend zu wissen, dass ich mit Olly Murs auf Tour gehen darf, besonders so nah am Termin der Album-Veröffentlichung. Die perfekte Gelegenheit, den Leuten, die mich vielleicht noch nicht kennen, schon mal ein paar Songs von mir einzutrichtern. Es scheint zu klappen, die Menschen sehen jedenfalls begeistert aus. Fünfundzwanzig Minuten gebe ich meine Lieder zum Besten, begleitet von Percussionist Uwe und Yazzmin am Piano, und wenig später beginnt die Olly Murs Show.

Bevor es zur Soundprobe geht, erkunde ich das Tour-Catering, was genau ich da gegessen habe, weiß ich leider nicht mehr, doch es hat himmlisch geschmeckt. Problem auf Tour: wenn das Essen gut ist, hört man damit leider auch nicht mehr auf. Ich beschließe, nach dem Soundcheck weiter zu essen.

Jedenfalls stehen wir bei jedem Soundcheck in einer anderen riesigen Konzerthalle. Ich war tierisch aufgeregt, denn ich wusste: du singst vor mehreren Tausend Menschen. Du bist nicht der Hauptact. Und vor allem musst du Gitarre spielen. Für jemanden, der das nicht sehr oft gemacht hat, ist es doch ziemlich gut gelaufen beim ersten Konzert in Düsseldorf. Doof war nur, dass es mir vor Aufregung kaum möglich war, mein Mikro richtig festzuhalten. Dem Publikum hat es trotzdem gefallen, und als ich den Namen Olly Murs am Ende fallen lasse, rasten sie komplett aus. Zum ersten Mal sah ich danach eine Olly Murs Show.

Wir standen hinter den Boxen, denn beim Soundcheck flog uns fast der Schädel weg, so laut musste man sich das anhören. Doch der gute Olly, das muss man ihm lassen, ist ein wahrer Entertainer. Er beeindruckt die kreischenden Mädels mit ausgeklügelten Dance Moves und schenkt ihnen bezaubernde Blicke. Den einen oder anderen (zum Teil unfreiwilligen) männlichen Begleiter zieht er ebenfalls in seinen Bann. Uwe, Yazzmin und ich packen währenddessen ein und setzen uns an die Hotelbar. Schon mal üben für Sonntag. Da sind wir in München und wollen noch den letzten Tag Oktoberfest mitnehmen. In Stuttgart derselbe Ablauf: Hinfahren, Soundcheck, Show und schlafen gehen. Von Olly fehlt bis dahin jede Spur, noch weiß ich zu dem Zeitpunkt nicht, wie er aus nächster Nähe aussieht. Nun gut, vielleicht hatte er keine Lust auf ein Treffen. Doch in München (wer weiß, vielleicht war er in Bierstimmung) klopfte es an der Tür, während ich noch ohne Hose da stand. Also zog ich schnell irgendwas an um einen guten Eindruck zu hinterlassen. „You sound amazing! I hope we'll catch up in the next few days." sagte er und machte sich ans Essen. Danke, lieber Olly.

Nach dem Konzert am Sonntag ging es also auf große Oktoberfestsuche. Wie wir aber feststellen mussten, waren wir zu spät, was uns trotzdem nicht davon abhielt unsere Maß zu bekommen und mit einigen Freunden aus München anzustoßen. Mission erfüllt. Der Abend hat aber natürlich seine Nachwirkung...