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14/12/2015 07:25 CET | Aktualisiert 14/12/2016 06:12 CET

Terror im Herzen Europa

TonyV3112 via Getty Images

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Kommentar

Niemanden in Europa haben vor einem Monat die Anschläge in Paris gleichgültig gelassen - jeder ist sich dessen bewusst, dass am 13. November 2015 ein neues Kapitel des Terrors auf unserem Kontinent aufgeschlagen wurde.

Wir alle stehen bis heute unter dem furchtbaren Eindruck der barbarischen Attentate und die vergangenen massiven Sicherheitsvorkehrungen in Brüssel sagen uns, dass die Gefahr lange noch nicht vorüber ist.

In Frankreich haben die Terroristen wahllos getötet. Unabhängig davon ob Christ, Jude oder Muslim. Jung oder Alt. Weiß oder Schwarz. Franzose, US-Amerikaner, Deutscher oder Afrikaner.

Kein staatliches Symbol Frankreichs wurde angegriffen, nein der Mensch - so wie Ich und Du. Nicht der Staat Belgien oder gar die EU-Gebäude in Brüssel waren unmittelbar vom Terror bedroht, nein, der Mensch ist es.

Wir Europäer - die für Weltoffenheit, Toleranz und Lebensfreude stehen. Unsere Werte garantieren Gleichheit, Brüderlichkeit und Freiheit. Das alles bieten wir Jedem auf diesem Kontinent. Warum kommt uns für all diese modernen Errungenschaften so eine große Hasswelle entgegen?

Wieso töten junge Menschen andere junge Menschen? Weshalb erschießt ein 20-jähriger Mann Gleichaltrige bei einem Konzert? Dieser Mann ist doch mit uns aufgewachsen? Mitten in unserer Gesellschaft.

Er ist mit uns zur Schule und Universität gegangen, wir haben gemeinsam Fußball gespielt, sind im Café gesessen und haben moderne Musik gehört. Er war unser Freund. Warum sind wir nun seine Feinde?

Brüssel - Eine Geisterstadt

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Frankreich trauert nach den Attentaten - ein Gefühl der Ohmnacht und Kummers liegt bis jetzt in der Luft. Ratlosigkeit und Missmut diktieren den Alltag. Brüssel hingegen ist gespenstisch - das Herz Europas bis heute paralysiert.

"Molenbeek", das Viertel aus dem die meisten Pariser Attentäter stammten ist nur eine Metro Station von "Schuman" - dem Platz an dem die Kommission der EU steht, entfernt. Hier prallen zwei grundverschiedene Kulturen aufeinander - am Besten in der Metro sichtbar - eine vollverschleierte Frau steht mit Kinderwagen neben einem älteren anzugtragenden Mann mit Aktentasche - zwei unterschiedliche Welten, doch nach Paris eine Gemeinsamkeit. Beide blicken nervös um sich, fürchten sich vor etwas was sie beide nicht klar definieren können... die Angst.

Angst die überall ist. Ein seltsames knistern liegt in der Luft, so als ob es hier, genau hier gleich knallen würde... Bloß schnell weg... aber wohin?

Auch wenn gegenwärtig der öffentliche Verkehr größtenteils wieder in Brüssel funktioniert und die Bildungsstätten in der Stadt wieder geöffnet worden sind, verbreitet die patroullierende belgische Armee nun ein seltsames Gefühl von Sicherheit und Gefahr. Wenn schwer bewaffnete Soldaten mit Maschinengewehren das Stadtbild markieren und am sonst so belebten Grand-Place neben dem festlich geschmückten Christbaum Präsenz zeigen - wird eins klar - so muss der beginn eines Krieges aussehen. Ein Krieg den die junge Generation "Europa" nur von Geschichtsbüchern kennt. Ein Krieg der alles kontrolliert, nur nicht die Unberechenbarkeit von Terroristen...

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