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06/10/2015 06:29 CEST | Aktualisiert 06/10/2016 07:12 CEST

Atomare Abrüstung - Wie viele Atombomben braucht die Welt noch?

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Erst kürzlich feierte Japan das traurige Jubiläum zur Hiroshimabombe - doch immer noch fehlt das Bewusstsein dafür, wie gefährlich Atomwaffen und Kernwaffentests für Menschen, Tiere und die Umwelt sind.

Siebzig Jahre nach den Atombomben von Hiroshima und Nagasaki ist die Gefahr eines nuklearen Kriegen größer als je zuvor. Im Zeitalter globaler Radikalisierung und eines nicht enden wollenden Ukraine-Konflikts, rückt die Atomare Abrüstung der beiden mächtigsten Nuklearmächte - Russland und die USA - weit in die Ferne.

So wird der Besitz von Atomwaffen noch immer als Sicherheitsgarantie verstanden und Kernwaffentests bilden dazu einen essentiellen Beitrag. Unabhängig davon was die Geschichte uns mit rund 140.000 Opfern des US-Atombombenangriffs von 1945 auf Hiroshima lehrt.

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2000 Atomexplosionen zwischen 1945 und 1996

In den vergangenen 50 Jahren fanden Dutzende Atomwaffentests statt. Als Folge dessen einigte sich 1996 die internationale Staatengemeinschaft, jegliche Versuchsexplosionen von Kernwaffen weltweit zu unterbinden. Der Umfassende Teststoppvertrag ( Comprehensive Nuclear-Test-Ban Treaty, CTBT) hindert nun diverse Staaten daran, die Erstentwicklung von Atomsprengköpfen voranzutreiben.

Zugleich wird auch die Freisetzung von für Menschen und Umwelt schädlicher Radioaktivität bekämpft. "Jahrzehntelange Atomwaffentests habe dazu geführt, dass es mittlerweile Kriegswerkzeug gibt, dessen Folgen bei einer Anwendung um ein vielfaches grauenvoller wären, als bei dem Atombombenabwurf über Hiroshima und Nagasaki", sagt der Exekutivsekretär der CTBT Lassina Zerbo.

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No more Hiroshima; no more Nagasaki

Der CTBT wurde bereits von 183 Staaten unterzeichnet, von denen 164 ratifiziert haben, einschließlich der Kernwaffenstaaten Frankreich, Großbritannien und Russland. Damit der Comprehensive Nuclear-Test-Ban Treaty jedoch in Kraft treten kann, bedarf es einer umfassenden Ratifizierung durch 44 bestimmte Atomtechnologieinhaber. Hiervon stehen noch acht aus: Ägypten, China, Indien, Iran, Israel, Pakistan und die Vereinigten Staaten von Amerika. Indien, Nordkorea und Pakistan haben den Vertrag zudem noch nicht gezeichnet.

Verhandlungen mit Iran

Im Juli dieses Jahres schloss Iran mit den fünf UNO-Vetomächten plus Deutschland (P5+1) in Wien ein Abkommen zur Beilegung des Streits um das Nuklearprogramm. Auch der CTBT Exekutivsekretär Zerbo schürt nun Hoffnungen hinsichtlich dieser Übereinkunft: " Dieser Pakt ist ein Triumph multilateraler Diplomatie und sollte auch dazu genutzt werden, den Umfassenden Kernwaffen-Teststopvertrag (Comprehensive Nuclear-Test-Ban Treaty, CTBT) baldmöglichst zu ratifizieren."

Demnach kann nur ein umfassendes Verbot über Kernwaffentests Frieden und Wohlstand für die kommenden Generationen sicherstellen und die Welt langfristig von Atomwaffen befreien.

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