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08/03/2016 06:19 CET | Aktualisiert 09/03/2017 06:12 CET

Warum Wahlverweigerung falsch ist

ullstein bild via Getty Images

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„Gesetze? Politiker? Das sind doch nur Egoisten, die Geld in ihre Taschen scheffeln - und trotzdem interessierst Du Dich für Politik?"

Diese Frage und einen überraschten, vielleicht auch schon fast verwerflichen Blick erntete ich, als ich mich letztens mit einer Freundin unterhielt. Nicht das erste Mal, dass ich solch eine Reaktion erfuhr, wenn ich erzähle, dass ich Politik gar nicht mal so langweilig finde. Allerdings muss ich auch sagen, dass solche Reaktionen seit einiger Zeit nachgelassen haben.

Die Flüchtlingskrise ist eine Sache, die scheinbar jeden beschäftigt und sensibilisiert hat, weshalb sich nun mehr Menschen Gedanken um Deutschlands Politik machen. Die Leute achten vermehrt auf Missstände und bekennen sich zur Meinungsfreiheit - auf die sie ganz zurecht bestehen. Demokratie lebt schließlich von Meinungsfreiheit und Beteiligung.

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Doch das heißt nicht, dass man die demonstrierte Meinung gut finden und unterstützen muss, sondern sie zulassen und sich mit ihr auseinandersetzen soll - gewaltfrei. Es ist verständlich zu sagen, dass man mit der derzeitigen Politik unzufrieden ist. Aber meckern, ohne Lösungen zu haben, war mir dann doch zu einfach.

Das war auch einer meiner Gründe, mich den Jungen Liberalen anzuschließen. Sicher, auch bei uns gibt es Meinungsverschiedenheiten - doch das ist gut so, denn sonst wäre es doch langweilig. Und nicht trotz, sondern gerade wegen dieser verschiedenen Meinungen versuchen wir Lösungen zu finden.

Wählen gehen reicht schon, um Politik mitzugestalten!

Sicherlich lässt sich darüber streiten, welche Partei (oder in diesem Fall: welche Jugendorganisation), die richtige für einen persönlich ist. Oder ob man überhaupt Mitglied in einem politischen Verein sein will. Doch das muss man teilweise gar nicht.

Wählen gehen reicht schon, um Politik mitzugestalten! Denn wenn sich die Politik schon so sehr in mein Leben einmischt, möchte ich wenigstens entscheiden, WER sich mit welchen Entscheidungen in mein Leben einmischt.

Und was soll schon die Alternative sein? Wahlverweigerung nützt nichts. Es gilt sowohl als Zeichen für die Zufriedenheit, als auch die Unzufriedenheit mit der Politik - aber das spielt eben im Endergebnis keine Rolle mehr. Außerdem gilt der lang bewährte Spruch: Eine nicht abgegebene Stimme kommt denen zugute, die deiner Meinung nicht entsprechen.

Es wird nicht die Partei geben, mit der man kompromisslos übereinstimmt, aber müssen wir dann wirklich diejenigen, die nicht einmal annähernd unsere Interessen vertreten, über unser Leben entscheiden lassen? Wer kann denn besser bestimmen, wer mich vertreten soll, wenn nicht ich selbst?

Wenn ich nicht wählen gehe, brauche ich mich auch nicht zu beschweren, dass ich mich nicht vertreten fühle. Die Chance zu wählen haben wir alle. Und wenn wir ehrlich sind, können wir nicht wegschauen - auch, wenn Politik für viele nur etwas mit unnützen Gesetzen zu tun hat.

Du und ich gehen zur Schule, zur Arbeit, in den Sportverein, essen Eier, Geflügelfleisch, und schalten am Abend die Lampen an - und zu meinem und deinem Verwundern, müssen wir feststellen, dass das alles etwas mit Politik zu tun hat. Ständig werden Entscheidungen getroffen, die mein, dein, unser Leben beeinflussen. Kann einem das so egal sein? Du hast die Wahl. Mach was draus.

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