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25/09/2015 10:59 CEST | Aktualisiert 25/09/2016 07:12 CEST

Beziehung: Wenn der Partner Veränderung erwartet

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Wer liebt, tut so manches aus Liebe und tut es gern. Denn im Zustand der Verliebtheit oder in einer glücklichen Beziehung erleben viele Menschen zum ersten Mal selbst, dass Geben seliger sein kann denn Nehmen. Doch zu viele oder zu tiefgreifende Veränderungen im Namen der Liebe tun auf Dauer selten gut - weder dem, der sie vom Partner verlangt, noch dem, der sich dazu bereit erklärt.

Du kannst ein Star sein, wir müssen nur ein paar Kleinigkeiten an dir verändern: Zähne, Figur, Kleidung, Stil, Auftritt ... eben eine ganz neue Identität. Norma Jean Baker folgte solchen Ratschlägen und wurde als Marilyn Monroe weltberühmt. Dauerhaft glücklich wurde sie nicht - ebenso wenig wie andere Stars, deren Karriere mit einer gründlichen Umgestaltung von Erscheinungsbild und Wesen begann.

Wie groß sind die Erwartungen?

Harmonische Liebesbeziehungen setzen die Bereitschaft zur gemeinsamen Entwicklung voraus - und damit auch die Fähigkeit, sich in manchen Situationen auf Kompromisse einzulassen. Zu weit darf die Anpassung jedoch nicht gehen, und vor allem darf es nicht darauf hinauslaufen, dass sich nur ein Partner zugunsten des anderen verändert.

Zwischen Selbstentfaltung und Selbstverleugnung ist jede Menge Platz

Ob eine Beziehung stabil und glücklich bleibt, hängt in hohem Maße davon ab, wie stark die täglichen Tatsachen von den anfänglichen Erwartungen abweichen - und was die Beteiligten zu tun bereit sind, um das eine oder das andere nachträglich zu korrigieren.

Stellt sich in der Beziehung heraus, dass weite und wichtige Teile der eigenen Persönlichkeit nicht den Wünschen des Partners entsprechen oder dessen Charakter und Verhalten deutlich hinter den eigenen Erwartungen zurückbleibt, gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder beendet man die Beziehung so stressfrei wie möglich, oder man macht die Veränderung zu seiner Hauptmission.

Wenn es ans Eingemachte geht, hört der Spaß auf

Mag sein, dass viele Menschen nur darauf warten, von jemandem an die Hand genommen und zur Selbstentfaltung ermutigt und geführt zu werden. Die meisten wünschen sich jedoch vor allem einen Partner, der sie so liebt, wie sie sind.

Das impliziert, die persönlichen Grenzen mitzulieben - und sich in der Beziehung so entwickeln zu dürfen, wie man es sich erträumt hat. Es ist kein Zeichen von Liebe und eine denkbar schlechte Beziehungsbasis, für den Partner ein anderer Mensch werden zu wollen oder von ihm grundlegende Veränderungen einzufordern, damit er die eigenen Ansprüche optimal erfüllen kann.

Schwierig wird es, wenn in sensiblen Bereichen unsensibel hohe Erwartungen gestellt werden. Für den Partner seine politischen oder religiösen Überzeugungen zu verändern oder sich einer Schönheitsoperation zu unterziehen, kann zwar verlockend nach Selbstbefreiung klingen, ist aber meist keine gute Idee.

Wer dazu bereit ist, hat oft ein echtes Problem mit seinem Selbstbild - und ist im schlimmsten Fall an einen Partner geraten, der das geschickt für sich auszunutzen weiß.

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