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29/01/2017 13:02 CET | Aktualisiert 30/01/2018 06:12 CET

Warum kosten Duftkerzen so viel?

skodonnell via Getty Images

Warum kosten Duftkerzen so viel?

Ein duftender Kerzen-Trend erobert gerade die Interior-Welt. Damit sind nicht die klassischen Stumpenkerzen oder Teelichter mit Aroma aus Supermarkt und Drogerie gemeint, die in Kerzenhaltern versteckt ihren Geruch verbreiten.

Die Designer-Duftkerzen mit ihren edlen Gläsern, stilvoll kreierten Etiketten und bedacht komponierten Duftnoten sind vielmehr als Luxus-Accessoire zu verstehen. Den hohen Preis - der pro Kerze bis über hundert Euro betragen kann - scheinen viele gerne in Kauf zu nehmen. Warum ist das so? Was ist das Besondere an den teuren Duftkerzen - und wie geht man mit ihnen richtig um?

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Duftkerze „B" von Atelier Oblique aus der „The Alphabet Collection"

Duftkerze im Bild: „B" aus der „The Alphabet Collection", Atelier Oblique

Kerzenmanufakturen wie Maison Cire Trudon und Parfümeure wie Diptyque oder Jo Malone sind nicht die einzigen, die Duftkerzen in edlen Designs herstellen. Längst haben auch Möbel- und Produktdesigner deren kreatives und wirtschaftliches Potenzial erkannt: Tom Dixon oder der italienische Wohnaccessoire-Hersteller Fornasetti lassen Kerzengehäuse wie Kunstwerke erscheinen. Die Liste ließe sich endlos fortsetzen.

Auch der renommierte Grafikdesigner Mario Lombardo entwickelt und vertreibt seit 2015 unter seinem Label „Atelier Oblique" in Berlin „The Alphabet Collection" - eine 27-teilige, untereinander kombinierbare Kerzenserie. Dazu veranlasste ihn die Überzeugung von der sinnlichen Kraft des Accessoires. „Duftkerzen sind wie eine Melodie im Raum, sanfte Noten, die die Kraft besitzen, einen Raum mit Erinnerung zu füllen. Diese Korrespondenz zwischen dem Hier und Jetzt und und dem Irgendwann und Irgendwo ist für mich sehr reizvoll", sagt er.

Atelier Oblique, Mulackstraße 20, 10119 Berlin

„Alphabet" Kerzenkollektion von Atelier Oblique in der Mulackstraße 20, Berlin, geschützt durch Glasglocken. Alle Fotos dieser Kollektion mit freundlicher Genehmigung von Atelier Oblique.

Duftkerzen für die Sinne - Geruch

Kennen Sie das auch? Sie benutzen nach längerer Zeit wieder ein Parfüm oder eine Creme, die Sie zu einem bestimmten Anlass oder in einer bestimmten Lebensphase getragen haben, und sobald der Duft in die Nase steigt, kommen Erinnerungen hoch. Auch die Gründer von Diptyque fanden die Inspiration für ihre Duftkreationen in Reisen, Kindheitserinnerungen und der Natur. Von fruchtig-süß, wie „Coconut Lime" von Fragrant Flame über pudrig-blumig wie „Silence" von Tromborg bis zu würzig-ledrig wie Black Leather Accord & Cade" von Molton Brown - die Duftnoten sind so variationsreich wie die Geschmäcker und die gewünschten Stimmungen, in die man sich versetzen möchte. Und viel komplexer und ausgewogener als bei günstigen Duftkerzen.

Mill Valley, CA

Duftkerze im Bild: „English Pear & Freesia", Jo Malone

Mario Lombardo (Geschäftsführer von Atelier Oblique) in Grasse

Foto: Mario Lombardo von Atelier Oblique in Grasse

Kerzendesigner wie Lombardo entwickeln dafür präzise Duftkompositionen aus hochwertigen Parfümnoten: „Jeder meiner Raumdüfte trägt eine eigene Welt mit einem eigenen Universum in sich, das sich nach parfümistischer Kunst in Kopf-, Herz-, und Basisnote entfaltet", so der Designer. Die Kompositionen entwickelte Lombardo zusammen mit dem traditionsreichen Haus Robertet in der französischen Duftstadt Grasse.

Tom Dixon Scent Elements Candle Air

Duftkerze im Bild: „Air" aus der „Scent Elements"-Serie, Tom Dixon

Duftkerzen für die Sinne - Sehen

Nicht nur der Duft der Kerzen, auch ihre Formen sind Teil des Zaubers. Tom Dixon zum Beispiel kreiert nicht nur wohlriechende Kerzen, sondern auch passende Kerzengläser, die für sich allein schon Hingucker sind. Die Gefäße der „Scent-Elements"-Serie sind handgeblasen. Neben Glas bietet Tom Dixon auch glamouröse Kupfer-, Nickel- und Messinggefäße mit Marmordeckel an.

Malvern Residence 2

Bei Fornasetti setzt man auf Keramikgefäße - natürlich mit dem wohlbekannten Cavalieri-Gesicht. Die Kerze wird damit zum dekorativen Wohnaccessoire.

Cross St

Duftkerzen für die Sinne - Hören

Mit einem hochwertigen Duft und einem exklusiv gestalteten Glas wecken die Design-Duftkerzen olfaktorische und visuelle Reize auf besondere Weise. Die Kerzen der Marke The Hype Noses sprechen zudem den Hörsinn an. Ihr holziger Docht knistert wie ein Feuer. Augen zu und sich einfach vor den Kamin oder an ein Lagerfeuer träumen ...

Glynn, Toorak

Duftkerze im Bild: „Eclectic - Orientalist", Tom Dixon

Warum sind Design-Duftkerzen so teuer?

Design-Kerzen kosten, je nach Wachsmenge und Gefäß - zwischen 25 und 155 Euro. Sie sind Luxusartikel und nicht nur einfach Kerzen, so wie ein Chanelparfüm aufgrund der Zusammensetzung aus hochwertigen Ölen eben auch seinen Preis hat. Und genau in diesem Sinne gönnen viele sich die Kerzen auch - als teures Parfum für den Raum, als ein Stück Luxus.

Sorgfältige Herstellung des Wachses und des exklusiven Gehäuses sind sicherlich eine Erklärung für die Preise. Zum anderen wird vorwiegend auf umweltfreundliche Inhaltsstoffe geachtet, die kostenintensiver sind. Statt dem günstigeren - und einigen Studien zufolge, etwa jener der South Carolina State University - gesundheitlich nicht ganz ungefährlichen Paraffin wird vornehmlich auf Bienen- und Sojawachs zurückgegriffen. Luxuskerzen sind also in der Regel tatsächlich auch hochwertig.

Zudem ist Stearin ein häufig in größerem Maße vorkommender Inhaltsstoff, der für eine längere Brenndauer der Kerzen sorgt. Mit circa 40-70 Stunden kann man an seiner Design-Kerze dann schon lange Freude haben - einzige Voraussetzung: man pflegt sie nach den Vorgaben.

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Dieser Artikel über den Duftkerzen-Trend wurde zuerst veröffentlicht auf Houzz.