BLOG
28/12/2015 12:51 CET | Aktualisiert 28/12/2016 06:12 CET

Satire: Der Weihnachtsmann bittet um Asyl

thinkstock

An der Haustür wurde lautstark geklopft und Ferdinand bewegte sich langsam, das Pfefferspray im Anschlag, auf die Tür zu. Er hatte in der Zeitung gelesen, der Umsatz um Pefferspray sei in den letzten Monaten um 700 Prozent gestiegen, die Deutschen litten unter diffuser Angst. Er hatte sich verstanden gefühlt und gleich auch mehrere Pfeffersprays erstanden. Er riss die Tür mit einem Ruck auf, bereit sein Leben zu verteidigen.

Ein verdatterter Weihnachtsmann vor der Tür riss die Arme hoch und brach in Tränen aus. Er ließ sich auf den Treppenabsatz fallen und hielt sich den Weihnachtsmann-Sack schützend vor den Bauch. Er wimmerte immer wieder die Worte: Merkel und Asyl.

Ferdinand war erschüttert und verfrachtet den schluchzenden Weihnachtsmann in seine Küche. Kater Meier, sein treuer Hof Kater seit nunmehr sechszehn Jahren, bot dem Weihnachtsmann seinen persönlichen Schutz an und nach einem guten Schluck Glühwein, fand der Weihnachtsmann auch seine Sprache wieder.

Er erklärte, er stehe nun in einigen Ländern auf der Todes- oder Fahndungsliste und bitte um Asyl. Er sei seines Lebens nicht mehr sicher, wenn er weiterhin seinen Beruf ausübe und Kindern weltweit Geschenke bringe.

Der unsichere Luftraum und Schlittenfahrten über den USA

Im Luftraum über den USA hätten ihn Aufklärungsflugzeuge gesichtet. Das sei früher erfreulich gewesen. Man habe ihm zugewunken und die Mädels hätten Luftküsse herüber geschickt. Er habe im Luftschatten der Flugzeuge mitfliegen dürfen und somit seine Ziele schneller erreicht.

Diese Mal jedoch hätte die US-Mannschaft ihm herüber gefunkt, sein Bart sehe islamisch aus und ob er zum Islamischen Staate gehöre. Er habe darauf, bestanden, Mitarbeiter eines christlichen Gottesstaates zu sein, und nein, in dem Beutel auf seinem Rücken sei keine Bombe versteckt und nein, er sei nur füllig und um seine Hüften habe er keinen Sprengstoffgürtel geschnallt, den ein roter Mantel verberge. Ja, seine Schlittenfahrt sei nicht angemeldet und nein, die Schlitten sei nicht gepanzert sondert vergoldet.

Er habe die Weihnachtsreise in die USA abbrechen müssen. Die Flugzeuge hätten ihn nach Alaska abgedrängt und er sei schließlich in den sibirischen Luftraum geflüchtet. Dort hätten in russische Aufklärungsflugzeuge in Empfang genommen.

Der russische Geheimdienst hält den Weihnachtsmann für schwul

Der Weihnachtsmann erklärte, er habe sich richtig gefreut in Russland zu sein, schließlich sei er den russischen Menschen als Väterchen Frost bestens bekannt. Doch hier hätten sie ihn gleich abgeschossen und nur dank der himmlischen Gleitschirme, die in die Kufen der Schlitten eingebaut seien, habe er einigermaßen sicher landen können. Er sei umgehend Mitarbeitern des russischen Geheimdienstes überstellt worden. Die hätten gleich Gummihandschuhe angezogen und ihn gefragt, ob der HIV- positiv sei. Sein roter Mantel mit rosa Borte sei ja wohl voll schwul, sein Dauergrinsen voll unmännlich, er sei eine Gefahr für die die öffentliche Moral. Er glaube doch wohl nicht, dass man ihn in die Nähe von Kindern lassen werde. Ob er denn nicht wisse, dass schwule Propaganda gegenüber Kindern in Russland strafbar sein.

Einer habe ihn angepinkelt. Und als sie ihm gedroht hätten, es ihm so richtig zu besorgen, habe er einen höllisch-himmlischen Not Start hinlegen müssen.

Saudi Arabien will den Weihnachtsmann enthaupten

Er habe seine Reise dennoch fortgesetzt, diese Mal in Richtung „Heiliges Land". Schließlich gebe es auch in den arabischen Gebieten viele Christen-Menschen. Über dem arabischen Luftraum hätten ihn deutsche Tornados erspäht, die Piloten hätten ihm freundlich zugewunken. Weisungsgemäß hätten diese sein Erscheinen dann wohl weitergemeldet an verbündete Kampfverbände. Minuten später dann hätten ihn arabische Kampfflugzeuge in den Saudi Arabischen Luftraum abgedrängt und dort zur Landung gezwungen.

Seine Bibel im Rucksack sei als der Versuch interpretiert worden, hier zu missionieren. Als er sich geweigert habe, zum muslimischen Glauben zu konvertieren, sei er umgehend zum Tode durch das Schwert verurteilt worden. Seine Schlittenhunde hätten ihn schließlich retten müssen. Vor denen hätten die Araber ziemliche Angst gehabt. Und wiederum habe ihn nur ein beherzter Not Start seines Schlittens retten können.

Der Weihnachtmann kündigt

Schluchzend lag der Weihnachtsmann mit dem Kopf auf dem Küchentisch. Kater Meier redete ihm gut zu. Beide verschwanden schließlich im Büro. Als sie von dort wieder auftauchten, erklärte der Weihnachtsmann freudestrahlend, er habe denen da ganz oben per Mail gekündigt. Er bedankte sich bei Kater Meier für den Schutz und das Passwort für den PC. Minuten später sah Ferdinand ihn gemächlich die Straße hinunter schlendern, seine Schlittenhunde sprangen fröhlich um ihn herum.

Lesenswert:

Ihr habt auch ein spannendes Thema?

Die Huffington Post ist eine Debattenplattform für alle Perspektiven. Wenn ihr die Diskussion zu politischen oder gesellschaftlichen Themen vorantreiben wollt, schickt eure Idee an unser Blogteam unter

blog@huffingtonpost.de.