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07/12/2015 18:43 CET | Aktualisiert 07/12/2016 06:12 CET

Vaterschaft: Balance zwischen Nähe und Ferne

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Dieser Artikel erschien zuerst auf Wild Guys.

Ein guter Vater zu sein, bedeutet immer die Wanderung auf einem sehr schmalen Grat. Wie nah und intensiv solltest Du die Beziehung zu Deinem Sohn gestalten? Wieviel Freiraum solltest Du ihm zu welchem Zeitpunkt geben? Wann solltest Du ihn einfach mal allein etwas ausprobieren lassen? Wann solltest Du Dich zurückziehen, Dich wieder auf Dich und Deine Bedürfnisse konzentrieren? Und wann braucht Dich Dein Sohn mit Haut und Haar?

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Hier die richtige Balance zwischen Nähe und Ferne herzustellen, ist sicherlich auch für Dich eine knifflige Aufgabe. Wie man sich auf dieser Skala bewegen möchte, muss allerdings jeder Vater für sich selbst entscheiden und durchsetzen.

Im Folgenden möchte ich die Bedeutung und Auswirkungen der beiden Extrempole der Skala verdeutlichen. Der Psychologe Hans-Joachim Maaz hat dazu in seinem Buch „Die narzisstische Gesellschaft" wertvolle Erkenntnisse gesammelt. Er unterscheidet dabei zwischen der Vaterflucht und dem Vatermissbrauch.

Bei der Vaterflucht fehlt die Unterstützung, die Förderung durch den Vater. Der Vater fällt als Vorbild aus, mit dem sich der Junge auseinandersetzen kann. Indem sich der Heranwachsende mit dem Vater identifiziert oder sich von ihm abgrenzt und eigene Positionen findet, werden Väterlichkeit und Männlichkeit bewusst mit eigenen Erfahrungen besetzt.

Diese wichtige Entwicklungsmöglichkeit fehlt jedoch, wenn der eigene Vater fernbleibt. Gute Väterlichkeit hilft immer auch, Schritt für Schritt von der sorgenden und behütenden Mutter loszukommen und damit unabhängiger zu werden, das eigene Potential auszuloten.

Vaterlose Kinder bleiben also allzu oft muttergebunden und mutterabhängig, so Maaz. Das „Hotel Mama" ist damit eine typische Folge der Vaterflucht.

Im Gegensatz zur Vaterflucht sieht Maaz den Vatermissbrauch. Ein etwas unpräziser Begriff, der meint, dass die Söhne zum Stolz des Vaters erzogen werden. Besondere Leistungen des Sohnes erhöhen sein Ansehen beim eigenen Vater, der ihn kaum aus seinen Fängen hergeben will.

Es geht immer um Höchstleistungen und das Erreichen der Ziele des Vaters mit allen Mitteln. Eigene Bedürfnisse und die wahren Talente des Sohnes bleiben dabei deutlich auf der Strecke.

Dies sind zwei extreme Varianten von väterlichem Verhalten.

Doch das Potential einen derartigen Schaden anzurichten, tragen wir Väter alle in uns. Es ist Deine Aufgabe, Dir Deinen Erziehungsstil immer wieder aufs Neue bewusst zu machen und schädliche Auswirkungen einer zu großen Nähe oder einer zu weiten Ferne bereits im Keim zu erkennen und zu eliminieren. Das bist Du Deinem Sohn schuldig.

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