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23/12/2015 09:51 CET | Aktualisiert 23/12/2016 06:12 CET

Dein Sohn braucht Orientierung

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Hast Du Probleme mit Deinem Jungen? Zweifelst Du an Dir und Deinen Fähigkeiten? Schalte mal einen Gang zurück und besinne Dich wieder auf Deine Instinkte.

Was machen Väter richtig, die ihre Jungen stabil und halbwegs gelassen durch Kindheit und Jugendphase bringen? Was haben Jungs, die ihre Herausforderungen einigermaßen beständig und erfolgreich meistern, von ihren Vätern mit auf den Weg bekommen?

Im Kern finden diese erfolgreichen Väter stets den Weg zu einem ebenso klaren wie auch liebevollen Umgang mit ihrem Jungen. Sie sind ihm nahe, erfassen seine Bedürfnisse, zeigen ehrliche Empathie, können gleichzeitig aber auch sehr klar eigene Grenzen, Wahrnehmungen und Vorstellungen artikulieren.

Dadurch entsteht in der Familie eine lebendige Kommunikation und Beziehung. Die Väter achten auf das, was ihnen wichtig ist, und auf das eigene Wohlbefinden. Nur dann können sie auch einen eindeutigen und transparenten Umgang mit ihrem Kind pflegen. Eine solche, von Nähe und Klarheit geprägte, Beziehung kann getrost auf alte Muster der autoritären Erziehung, auf Drohungen, Strafen, Angst und Gewalt, verzichten.

Sie ist sich aber auch nicht zu schade, das Larifari einer antiautoritären Erziehung von sich zu weisen. Es mag dialektisch wirken, doch Erfahrungsberichte aus der Praxis und Forschungsergebnisse aus der Psychologie zeigten zuletzt immer wieder: Emotionale Nähe und rationale Klarheit bilden gemeinsam das Fundament einer gesunden Familienbeziehung, besonders zwischen Jungen und Vätern.

Jungen benötigen charakterstarke Väter, die klare Vorstellungen vom Leben pflegen, die sich selbst Ziele setzen, die Orientierungspunkte und Wegmarken setzen können und die ihre Werte auch vorleben. Die Persönlichkeit und das bedingungslose, vor allem fühlbare, Versprechen „Ich bin für Dich da" geben einem jeden Jungen Halt und Sicherheit.

Weiß er seinen Vater immer hinter sich, kann er die Aufgaben, die das Leben an ihn stellt, bewältigen. Das Versprechen allerdings muss ehrlich und emotional präsent sein. Es darf nicht nur folgenlos daher gesagt werden.

Jungen, die in Krisenzeiten einen bedenklichen Weg einschlagen, zeigen immer wieder, dass ihnen genau dies fehlt: Klarheit und Nähe.

Wie gelangst Du aber an diesen Punkt?

Du musst gar nicht viel neues erlernen. Es geht nicht darum, sich neue Kompetenzen zu erarbeiten, sondern darum, alte, schlummernde Fertigkeiten zum Vorschein zu bringen, das eigene Ich zu erkennen, die alten Instinkte zu wecken, mit Leben zu füllen und ihnen zu folgen. Vertraust Du auf Deine innere Stimme, erhöht dies Deine Selbstsicherheit spürbar. Und Dein Junge will einen selbstsicheren Vater! Nichts könnte ihnen mehr zuwider sein, als ein schlaffer Papa ohne Willen.

Du musst am Ball bleiben, Deinem Sohn Orientierung geben. Es geht dabei nicht um Drill und Repression, um Zwang oder Unterwerfung. Es geht um Anerkennung, um Vertrauen, um Gemeinschaft und vor allem um ein Leitbild, das Du gegenüber Deinem Kleinen vorlebst.

Dein Sohn braucht einen Papa, dessen Stärke aus seinem Charakter resultiert. Kannst Du diese Stärke auf liebevolle Art und Weise in Deinen Erziehungsstil einfließen lassen, wird jedes autoritäre Gehabe überflüssig.

Anlässe für einen solchen Erziehungsstil bietet das gemeinsame Leben zuhauf. Das gemeinsame Abendessen, Freizeitaktivitäten, das Raufen miteinander, das gemeinsame Fußballspiel, die Streitigkeiten und Debatten sind allesamt Möglichkeiten des intensiven Kontakts, die die Beziehung zwischen Dir und Deinem Sohn enorm stärken können. Ob körperlich oder rein verbal: Der direkte Kontakt ist immer der Schlüssel.

Und wenn Du bei alldem auch Deinen Humor und Deine Selbstironie nicht verlierst, gewinnt Eure gemeinsame Zeit viele unvergessliche Momente. Es ist halb so wild.

Dieser Artikel erschien zuerst auf Wild Guys.

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