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11/09/2015 07:34 CEST | Aktualisiert 11/09/2016 07:12 CEST

Ärzte fordern: Fluchtursache Krieg beenden

Craig DeBourbon via Getty Images

Täglich und ausführlich berichten die Medien über die Flüchtlingswelle, die in die EU, besonders aber ins "Hell- und Dunkel-Deutschland" strömt. Doch in den meisten Berichten vermisst man die Benennung der Fluchtursachen.

Die Anschläge auf das World Trade Center und das Pentagon mit etwa 3.000 Toten vor 14 Jahren waren der Anlass für den weltweiten "Krieg gegen den Terror", auch gegen den Irak, der mit den Anschlägen in New York nicht das Mindeste zu tun hatte. "Ich glaube, die (öffentliche) Wahrnehmung von getöteten Zivilisten ist der gefährlichste Feind, dem wir gegenüberstehen", erkärte US-General McCrystal, ISAF-Kommandeur, im Jahr 2009.

In der Neuauflage der IPPNW-Broschüre "Body Count: Opferzahlen nach 10 Jahren 'Krieg gegen den Terror'" zeigen die Autoren nun erneut die unmittelbaren Folgen dieser Interventionen.

Folgen des völkerrechtswidrigen Krieges der "Willigen"

Mehr als eine Million Tote im Irak, über 220.000 in Afghanistan, 80.000 in Pakistan, die Zerstörung der Infrastruktur und das Entstehen und Erstarken des "Islamischen Staates " im Irak und in Syrien sind die direkte Folge des völkerrechtswidrigen Krieges der "Willigen", denen Bundeskanzler Gerhard Schröder "damals uneingeschränkte Solidarität" zusicherte.

Die unzähligen seelisch und körperlich Verletzten und die Zerstörung der Lebensgrundlagen in diesen Ländern kann man nur erahnen. Wer nicht zu den Toten zählen will, flieht: die Stärkeren nach Europa, die Mittellosen in die erbärmlichen Lager der Nachbarländer. Tag für Tag haben wir nun die aus untragbaren, unmenschlichen Umständen Geflüchteten vor Augen.

Fluchtursachen beseitigen

Es gilt, die Fluchtursachen zu beseitigen: die Kriege des Westens in Afghanistan, Irak, Pakistan, Syrien, aber auch anderswo. Deutschland ist an ihnen direkt oder indirekt beteiligt.

Gerade am 11. September 2015 müssen angesichts Hunderttausender trotz aller Gefahren, "Grenzschützer" und NATO-Stacheldraht Flüchtender die Ursachen dieser Flucht gezeigt werden.

Body Count: Opferzahlen nach 10 Jahren "Krieg gegen den Terror", IPPNW Deutschland, 2015 http://www.ippnw.de/commonFiles/pdfs/Frieden/BodyCount_internationale_Auflage_deutsch_2015.pdf

Helmut Fischer, IPPNW-Arbeitskreis "Süd-Nord"

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