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20/12/2015 11:58 CET | Aktualisiert 20/12/2016 06:12 CET

Den Führerschein wiederbekommen ohne MPU - möglich oder nicht?

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Schlechte Nachrichten gibt es für alle Verkehrssünder: Für die Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU), auch bekannt als Idiotentest, gibt es keine Verjährungsfrist. Wer trotz Vorladung gehofft hat, noch irgendwie aus der Nummer wieder rauszukommen, der hat keine Chance, denn ohne MPU gibt es den Führerschein zunächst nicht wieder.

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Geduld wird allerdings belohnt. Wer fünf Jahre ohne ein Delikt im Straßenverkehr besteht und anschließend noch weitere zehn Jahre wartet, der kann seinen Führerschein neu beantragen, ohne zur MPU antreten zu müssen.

Diese Zeitspanne abzuwarten ist allerdings nur für diejenigen möglich, die ihren Führerschein nicht benötigen und auch dauerhaft mit öffentlichen Verkehrsmitteln, dem Fahrrad oder Mitfahrgelegenheiten zurechtkommen, weshalb sich ein Großteil dann doch für die Durchführung der MPU entscheidet.

Löschung des Eintrags, keine Verjährung


Diese Frist, nach der der Führerschein auch ohne MPU wieder beantragt werden kann, wird nicht als Verjährungsfrist bezeichnet, da die Anordnungen der Straßenverkehrsbehörden grundsätzlich keinen Verjährungsfristen unterliegen. Es handelt sich lediglich um eine Löschung des Eintrags aus der Akte, wodurch eine Neubeantragung des Führerscheins möglich wird.

Wird innerhalb der Zeitspanne ein Antrag auf eine MPU gestellt, ohne dass diese durchgeführt wird, verlängert sich allerdings dadurch die Frist. Auch bei Delikten im Straßenverkehr, die sich der MPU-Verweigerer zu Schulden kommen lässt, verlängert sich die Frist bis der Eintrag in der Akte gelöscht wird und dadurch der Führerschein neu beantragt werden kann.

Vorbereitung auf die MPU


Da die meisten Menschen ihren Führerschein über eine Spanne von 15 Jahren brauchen, führt kein Weg an der MPU vorbei. Wichtig ist, sich darauf gut vorzubereiten und durch Verkehrspsychologen, MPU-Schulungen oder andere Beratungsangebote bestmöglich für den großen Tag gewappnet zu sein.

Immer mal wieder ist eine Reform der MPU im Gespräch, und die Überlegung dass diese nur noch durch speziell geschulte Experten durchgeführt werden soll. Gerade im Beratungsangebot gibt es große Unterschiede und die Klagen über die schlechte Behandlung und Beratung von Verkehrssündern sind zahlreich.

Die häufigsten Gründe für eine MPU und wie Verkehrssünder ihren Führerschein zurückbekommen

Verkehrsdelikte aufgrund von Drogen oder Alkohol sind die häufigsten Ursachen, aus denen eine MPU angeordnet wird. Zusätzlich zur MPU werden dann sogar oft noch Abstinenztests verlangt, die belegen sollen, dass der Verkehrssünder „clean" ist und aus seinem Verhalten gelernt hat.

Um die Fahrerlaubnis wiederzubekommen müssen Verkehrssünder den Gutachtern glaubhaft machen, dass sie ihr Fehlverhalten einsehen und es nicht mehr vorkommen wird.

Nur wer wirklich überzeugen kann, hat eine Chance darauf, wieder eine Fahrerlaubnis zu erhalten. Dabei zählt nicht nur die gesundheitliche, sondern auch die psychologische Verfassung.

Einschätzungen zum eigenen Fahrverhalten, eventuelle Delikte aus der Vergangenheit und Fragen zum grundsätzlichen Alkohol- und Drogenkonsum spielen eine entscheidende Rolle, wenn es um das Bestehen der MPU geht und nur mit guter Vorbereitung sind diese Fragen souverän zu meistern. Wer die MPU nicht besteht muss nochmal ran, wodurch die finanzielle und auch nervliche Belastung wächst.

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