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12/02/2016 11:31 CET | Aktualisiert 12/02/2017 06:12 CET

So organisierst du dein Auslandsjahr

Colin Anderson via Getty Images

Während der Schulzeit geht es los: Ein paar deiner Mitschüler trauen sich und verbringen ein Schuljahr in England, Frankreich den USA oder Kanada.

Du bleibst zu Hause und denkst dir: „Das hätte ich mich nicht getraut". In der Uni geht es dann weiter: Deine Kommilitonen sprechen über Erasmus, Auslandspraktika oder ein Auslandsjahr an einer Uni in Australien,  Amerika oder Argentinien und so langsam packt es dich auch und du denkst dir: „Das will ich auch!"

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Kaum geht es jedoch an die Organisation wird es schwierig und mit den ersten Hürden werden auch die ersten Zweifel laut und du fragst dich, ob du das wirklich schaffst und wirklich willst. Schließlich hat die Vorstellung monatelang von zu Hause weg zu sein auch etwas Beängstigendes und die gewohnte Umgebung zu verlassen fällt zunächst schwer.

Dennoch: Eine Zeit im Ausland verheißt so viel Aufregendes und Neues, dass die Planung weitergeht. Doch wo fängt man an? Welche Möglichkeiten gibt es überhaupt, um Zeit im Ausland zu verbringen?

Das Auslandspraktikum

Ein Auslandspraktikum ist eine Option, die sich sowohl während als auch nach dem Studium anbietet. In einem anderen Land zu arbeiten, eng mit den Einheimischen in Kontakt zu kommen und in ein internationales Berufsumfeld einzutauchen ist nicht nur gut für den Lebenslauf.

Im Ausland einen Alltag zu haben, einen Job und den direkten Kontakt mit den Kollegen zu pflegen, prägt das eigene Wesen und macht stärker, selbstbewusster und offener. Zudem werden die Sprachkenntnisse vertieft (Grundkenntnisse der Landessprache sollten für ein Auslandspraktikum bereits vorhanden sein).

Um an ein Auslandspraktikum zu kommen gibt es verschiedene Möglichkeiten. So können über das Erasmus-Programm nicht nur Studiengänge gefunden werden, sondern auch Praktikumsstellen.

Darüber hinaus gibt es viele Internetseiten, die speziell Praktikumsstellen im Ausland ausschreiben und über die du dich dann bewerben kannst. Willst du deine Erfolgschancen erhöhen und scheust nicht, auch ein wenig Geld in die Hand zu nehmen, kannst du den Weg auch über eine Organisation gehen, die dir garantiert ein Praktikum im Ausland vermittelt.

Dabei hast du allerdings keinen Einfluss darauf, in welchem Unternehmen du am Ende landest. Du gibst deine präferierten Branchen und deine Interessen an, reichst deinen Lebenslauf ein, zahlst eine Vermittlungsgebühr und nach einer gewissen Wartezeit wird dir ein Praktikumsplatz zugeteilt.

Ins Ausland mit dem Erasmus-Programm

Die meisten Universitäten nehmen am Erasmus-Programm teil, das Auslandsaufenthalte an Universitäten fördert. Alle Mitgliedsstaaten der EU und fünf weitere Länder (Island, Liechtenstein, Norwegen, Schweiz, Türkei) nehmen am Erasmus-Programm teil und Studenten einer Uni können sich über die Erasmus-Verantwortlichen der eigenen Universität oder über die Internetseite der Universität über die Partnerunis informieren, an denen ein oder zwei Erasmus-Semester absolviert werden können.

Um das Auslandssemester absolvieren zu können, muss dann eine Bewerbung verfasst werden, die unter anderem auch ein Motivationsschreiben enthält. In diesem Motivationsschreiben musst du erklären, weshalb du dich für Erasmus im Ausland und die gewählte Universität interessierst. Darüber hinaus wird ein Auszug deiner bisherigen Noten verlangt und in der Regel wirst du dann zu einem persönlichen Gespräch eingeladen, in dem du deine Motivation und dein Interesse an einem Erasmus-Semester nochmal erläutern musst.

Bei einem Auslandssemester sind Sprachkenntnisse von Vorteil, aber nicht zwingend nötig. Die Besonderheit bei Erasmus ist, dass du eine monatliche Förderung erhältst, die dich bei deinem Auslandsaufenthalt finanziell unterstützt.

Ein Auslandssemester auf eigene Faust

Willst du an eine Universität gehen, die nicht am Erasmus-Programm teilnimmt oder willst du sogar auf einen anderen Kontinent zum Studieren, dann bist du mehr auf dich allein gestellt als beim Erasmus-Program. Zwar haben manche Universitäten auch Partnerunis außerhalb Europas und es kann auf diese Weise leichter sein zum Beispiel in den USA einen Studienplatz zu erhalten - die Bewerbung erfolgt aber auf eigene Faust und eine Förderung über das Erasmus-Programm ist nicht möglich.

Empfehlungsschreiben von Dozenten können dabei helfen, einen Studienplatz zu bekommen - eine finanzielle Förderung ist über den Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) möglich. Um Studiengänge und passende Universitäten zu finden, kannst du über das Internet direkt die Webseiten der Universitäten ansteuern und dich über deine Möglichkeiten und das Bewerbungsverfahren informieren.

Work and Travel

Work and Travel ist eine weitere Möglichkeit ins Ausland zu gehen und mehr als nur einen Urlaub im Zielland zu verbringen. Mit einem speziellen Work and Travel-Visum kannst du in dem von dir gewählten Land bis zu einem Jahr bleiben und dort arbeiten und reisen. Mit dem erarbeiteten Geld wird in der Regel das Reisen durch das Land finanziert und wenn du es geschickt anstellst, kannst du viel von dem Land sehen, trotz gelegentlicher Jobs.

Work and Travel erfordert keine Bewerbungen an einer Universität oder in einem Unternehmen, du benötigst nur das entsprechende Visum, finanzielle Rücklagen und eine Auslandskrankenversicherung und dann kann es quasi schon losgehen.

Im Land angekommen musst du dich dann um Jobs bemühen und gerade in klassischen Work and Travel-Ländern wie Neuseeland, Kanada, den USA oder Australien gibt es für Work and Traveller viele Jobs wie zum Beispiel auf Farmen oder anderen landwirtschaftlichen Betrieben.

Doch auch Kellnern oder in einem Hostel zu arbeiten ist eine beliebte Tätigkeit und das gesparte Geld kann dann in die Erkundung des Landes investiert werden.

Work und Travel bietet sich besonders für Zwischenphasen an, wie für eine Auszeit zwischen der Schule und dem Studium oder zwischen dem Studium und dem ersten Job.

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