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02/12/2016 13:20 CET | Aktualisiert 03/12/2017 06:12 CET

Starke Wirtschaft, starke Führungskräfte

Rawpixel via Getty Images

Die Mehrheit der Deutschen ist der Auffassung, dass die deutsche Wirtschaft gut für Zukunftsaufgaben gerüstet ist. Das ergab eine repräsentative Umfrage des Forschungsinstituts Emnid für das Nachrichtenmagazin Focus. Demnach sehen 67 Prozent der Bundesbürger die Wirtschaft gut gerüstet für die Zukunft.

Klaus Hansen, Geschäftsführer von Odgers Berndtson, einem der führenden Personalberatungsunternehmen für Positionen im Top-Management, erklärt, warum Deutschland so stark ist.

Warum stehen Deutschland und deutsche Unternehmen im internationalen Wettbewerb so gut da? Welche Rolle spielen dabei die deutschen Führungskräfte?

Hansen: Der Rückhalt der deutschen Wirtschaft ist der Mittelstand mit über 1.000 Weltmarktführern in ihren Branchensegmenten. Die deutschen Führungskräfte passen hervorragend zu diesen mittelständischen Unternehmen.

Woher kommt diese Qualität der deutschen Manager?

Die Führungskräfte in Deutschland leben in einem geradezu symbiotischen Verhältnis zu den mittelständischen Unternehmen. Dies gibt Deutschland eine sehr günstige Position im internationalen Wettbewerb.

Woher kommt diese spezielle Eignung der deutschen Manager?

Die Verpflichtung der deutschen Führungskräfte gegenüber ihren Unternehmen und Mitarbeitern ist über Generationen gewachsen. Es gibt auf beiden Seiten ein hohes Verantwortungsgefühl und große Loyalität. Das ist ein großer Vorsprung der deutschen Wirtschaft gegenüber der angelsächsischen Kultur.

Resultiert die Stärke der deutschen Wirtschaft auch aus einem besonders hohen Technikverständnis im deutschen Management?

Die Ingenieurskunst ist nach wie vor in Deutschland stark ausgebildet und hoch angesehen. Wir sind immer noch ein Land der Tüftler. Dafür ist wiederum die Risikofreude geringer ausgeprägt als in Großbritannien oder den USA. Wenn deutsche Unternehmen Risiken eingehen, dann nur so viel, dass sie keine unternehmensgefährdende Dimension erreichen.

Welche Rolle spielt das Miteinander von Geschäftsführung und Betriebsrat?

In Deutschland steht man in guten wie in schlechten Zeiten stärker zusammen, das sieht man aktuell auch bei VW, wo Unternehmensleitung und Betriebsrat gemeinsam nach einer Lösung suchen. Die gemeinsame Verantwortung anzuerkennen, ist wichtig.

Wo sehen Sie Punkte, an denen die deutsche Wirtschaft in Zukunft arbeiten muss?

Ich fand es erschreckend, als bei unserem diesjährigen Managerbarometer, für das wir jährlich mehr als 2.000 Führungskräfte im deutschsprachigen Raum befragen, nur die Hälfte der Befragten sicher waren, dass in ihrem Unternehmen nichts Unethisches passiere. Die Aussage „Ehre und Moral haben im heutigen Wirtschaftsleben keine hohe Bedeutung" fand bei mehr als einem Drittel des Führungspersonals Zustimmung. Wir verspielen viel, wenn wir am Ethos des „ehrbaren Kaufmanns" Abstriche machen. Hier muss null Toleranz gelten.

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