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24/05/2015 12:26 CEST | Aktualisiert 24/05/2016 07:12 CEST

Optimiertes Babymanagement - der ultimative Ratgeber für Eltern, die nichts dem Zufall überlassen wollen

Thinkstock

Kaum zeigt das erste unscharfe Ultraschallbild ein „Etwas", das nur mit sehr viel Phantasie als Embryo identifiziert werden kann, schon werden die zukünftigen Eltern vor weitreichende Entscheidungen gestellt: welche(n) Vorname(n)?, welcher Kinderwagen?, welche Kinderkrippe? und vieles mehr. Ratgeberbücher gibt es unzählige, Kataloge und Internetseiten, um sich auf das neue Leben einzurichten, ebenfalls.

Wer bei seinen Entscheidungen nichts, aber auch gar nichts dem Zufall überlassen will und über betriebswirtschaftliches Vorwissen verfügt, sollte zum „ultimativen" Ratgeber greifen, zur Neuerscheinung „Optimiertes Babymanagement". Was kann unbestechlicher sein, als die Ankunft des neuen Mitbürgers als wirtschaftlichen Entscheidungsprozess zu begreifen und den Elternalltag mit betriebswirtschaftlichen Methoden zu perfektionieren.

Marko Sarstedt, Professor an der Otto-von-Guericke Universität in Magdeburg zeigt, wie Eltern mit betriebswirtschaftlichen Parametern Entscheidungen treffen können, bei denen man zumindest das gute Gefühl hat, nach wissenschaftlichen Methoden nichts falsch gemacht zu haben.

Beispiel Namensfindung: Denken Sie nicht nur an die nächsten drei Jahre, wenn der Nachwuchs noch klein und Süß ist. Wo soll der oder die Kleine einmal im Berufsleben stehen? Karriere - auf jeden Fall!

Gehen Sie vor, wie die Unternehmen, die den Namen für ein neues Produkt mit der Name Concept Map entwickeln. Führen Sie Umfragen bei relevanten Zielgruppen durch, welche Namen mit welchen Assoziationen verbunden werden. Und seien Sie unvoreingenommen und offen für die Ergebnisse: Emil ist der ideale Vorname für die Karriere.

Assoziationen wie Emil und die Detektive, Emil Nolde und Spaghetti Emiliana klingen frech, intelligent und angenehm, und sie sind eindeutig positiv. Jakob wäre nach dieser Methode dagegen weniger zu empfehlen; der Name klingt altmodisch und langweilig, viel zu sehr nach Entsagung und Mühe (Jakobsweg) und wird, so fand der Professor heraus, mit den Jacob Sisters assoziiert. Das könnte einer angepeilten CEO- oder Professoren-Karriere schaden.

Sarstedt entfaltet ein beeindruckendes Feuerwerk von Marketing-Instrumenten, um jungen Eltern zu helfen: Die Auswahl des ersten Kinderwagens erfolgt mit der Choise-Compoint-Analyse. Die Netzplantechnik wiederum ist ein Segen für die minutiöse Planung zur Einrichtung des Kinderzimmers.

Sie suchen das optimale Babyfon, wollen den Windelbestand managen? Fragen sich, ob es wirtschaftlich besser ist, nach der Stillphase den Babybrei zu kaufen oder selbst herzustellen? Auch hierfür bietet das 120 Seiten umfassende Büchlein, herausgekommen bei Springer Gabeler, entscheidungsgebende Lösungsansätze aus der Betriebswirtschaftslehre.

Mag sein, dass mit dieser vergnüglichen Handreichung dem einen oder anderen BWL-Absolventen auf diese Weise erst richtig bewusst wird, warum man sich im Studium mit Markovketten befassen sollte. Weil sich damit das nächtliche Aufstehen frisch gebackener Eltern effizient managen lässt.

Ach ja, der Babybrei: Ihn selbst herstellen, ist angeblich günstiger. Aber wohl nur deshalb, weil der Herr Professor seinen eigenen Zeitaufwand bescheiden mit einem Mindestlohn von 8,50 Euro je Stunde ansetzt.

Ein nettes kleines Buch für zwischendurch: Lesenswert, amüsant, kurzweilig und dazu mit der einen oder andere überraschenden Information.

Marko Sarstedt

Optimiertes Babymanagement

Umfang: 120 Seiten

Wiesbaden, Springer Gabler, 2015

ISBN 978-3-658-07160-8

Preis: 14,99 Euro.

www.optimiertes-babymanagement.de


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