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18/01/2017 14:27 CET | Aktualisiert 19/01/2018 06:12 CET

Promis und Tapeten: Als Startupgründerin auf der Jagd nach Messetrends

tonefotografia via Getty Images

Heimtex-Nordstil-Domotex: Klingt langweilig, aber ohne diese Messen würden alle unsere Wohnungen viel trister aussehen. Hier werden Trends gesetzt, große Geschäfte verhandelt. Und in Hochsicherheitsbereichen werden unter strengstem Smartphoneverbot Farben, Materialien und Muster der Zukunft gezeigt. Dazwischen läuft einiges an Prominenz herum. Meine Ausbeute: Selfies mit Modeschöpfer Michael Michalsky, Shopping Queen Guido Maria Kretschmer und Interior-Mega-Bloggerin Laura Noltemeyer von Designdschungel.

Und junge Designtalente zeigen nervös das erste Mal ihre Entwürfe vor. Auch für mich war diese Messesaison eine Premiere. Nach ein paar Jahren als Einkäuferin war ich das erste Mal als junge Gründerin unterwegs. Selbst der kleinste Messestand hätte mein Budget gesprengt. Also hatte ich die allersten Produkte meines eigenen Labels „Achilles Berlin" in einer Einkaufstasche dabei. Mein Blick war ein anderer als in den Jahren zuvor. Trendanalyse bedeutet jetzt persönlichen Erfolg oder Misserfolg; der Kunde ist hart und ehrlich.

Pink und gelb sind überall Trend. Schwarz, grau und beige sind nach wie vor für die etwas Vorsichtigeren gesetzt. Das reicht über Tapete, Kissen und Handtuch bis zum Shaggy Teppich. Wer nicht weiß, was ein Shaggy Teppich ist: Das ist ein zotteliger und fluffiger Teppich, gerne auch Hochflorteppich genannt.

Die Verkäufe explodieren gerade, weil in den letzten Jahren die Teppichpreise sehr gefallen sind. Und so manch einem werden auch die kalten Füße gemeldet haben, dass Laminat und Kunststoffböden auch ihre Nachteile haben. Wo wir gerade bei kuscheligen Dingen sind: Bei Frottier hat sich auch einiges getan. Wellness und Hammam sind ein Thema und bei Mustern Strukturprints wie Leo und Marmor oder Tendenzen aus der Mode wie Flamingo und Ananas.

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Diese Motive finden sich auch auf Tapeten wieder, und daneben exotisch florale und barocke Themen. Vor zu viel Muster an allen Wänden sei allerdings gewarnt; seriöse Langzeitstudien zu den Spätfolgen stehen noch aus. Es gilt: Akzente setzen mit dem einen oder anderen neuen Teil. Wie sorge ich also dafür, dass meine Wohnung weder zu überladen noch zu karg aussieht?

Dabei ist weniger mehr. Das ist genauso wie mit dem Schmuck. Kitschig wird es, wenn man alles auf einmal trägt und eher wie ein behangener Christbaum aussieht. Daher rate ich: Bloß nicht alles zeigen, was man hat. Man wählt seine „Schmuckstücke" aus und setzt sie in Szene und bestimmt, welche Rolle sie spielen sollen, Haupt- oder doch eher Nebenrolle.

Man sollte aber auch nicht das Gegenteil erreichen, indem sich die Möbelstücke in einem riesigen Raum einsam fühlen, kein Licht haben oder nackt sind, da die Accessoires fehlen. Zusammengefasst: Die einzelnen Stücke sollen miteinander kommunizieren, aber sich nicht tausendfach ins Wort fallen. Am Ende muss man sich natürlich wohl und geborgen fühlen. Das geht auch für kleines Geld. Dazu in einem der nächsten Beiträge mehr. Für jetzt verbleibe ich.

Eure Hanna

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